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Sänger Elmar Fank liest Kinderbücher vor und unterlegt sie mit Musik

Kinderbücher mit Musik : Wenn der „Hofnarr“ den Grüffelo gibt - Aus dem Band-Alltag zum beliebten Live-Vorleser

Sänger Elmar Fank von der Band „Die Hofnarren“ hat in der Corona-Zeit neue Wege beschritten und neue Zuhörer gewonnen: 120 bis 150 Kinder hören und sehen ihm zu, wenn er ihnen vorliest. Wie das funktioniert und was er noch geplant hat:

In Zeiten von Corona entdeckt man manchmal ganz neue Seiten an sich. So geht es auch Elmar Fank. Er, den viele aus der Band „Die Hofnarren“ kennen und der in der Luxemburger Konzerthalle Rockhal als Veranstaltungstechniker arbeitet, liest Kinderbücher. Nicht einfach nur so, sondern mit Musik unterlegt und passenden Geräuschen.

Mit dem Gedanken, ein Hörspiel aufzunehmen, hat er schon länger gespielt, aber bisher hat ihm die Zeit dafür gefehlt. Er sagt: „Viele meiner Freunde und Bekannten haben mir dazu geraten, etwas mit meiner Stimme zu machen, die wohl etwas Beruhigendes hat.“

Klassische Kinderbücher wie Max und Moritz waren der Anfang. Weiter ging es mit neueren Werken für Kinder, die er von Eltern empfohlen bekam. Spaß macht ihm daran, den einzelnen Charakteren mit seiner Stimme Leben einzuhauchen. „Mit der Stimme in verschiedene Rollen zu schlüpfen und damit die Charaktere, egal ob Mensch oder Tier, zum Leben zu erwecken, ist für mich das Spannende.“ Als Beispiel nennt er den Wolf, den Löwen oder den Schimpansen, die er zudem mit passender Musik unterlegt.

Sehr gerne liest er beispielsweise den Grüffelo von Julia Donaldson. Auf seine Liste, der Bücher, die er noch lesen möchte, steht das „Neinhorn“ von Marc Uwe Kling. „Mein Ziel ist es, den Sinn der Geschichte, wie etwa Freundschaft oder Zusammenhalt zu vermitteln,“ erklärt er. „Durch die Betonung und den Tonfall kann ich Bögen in der Geschichte spannen, die zum Inhalt passen.“ Dabei hilft ihm seine jahrzehntelange Erfahrung auf der Bühne mit den „Hofnarren“ und die Stimmbildung, die er für seinen Gesang und jetzt das Lesen, braucht.

Die Geräusche, die bei seinen Lesungen zu hören sind, macht er oft selbst, etwa das Meckern einer Ziege.

Seine Lesungen kann man im Internet auf seinem Youtube-Kanal sehen. Es gibt Kurzgeschichten, die etwa zehn Minuten dauern und längere Lesungen von etwa 30 Minuten. Insgesamt sind es 30 Geschichten, die er schon auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht hat.

Für den Verein „Nestwärme“ hat er eine „Gute-Nacht-Geschichte“ gelesen, und das DRK-Familienbildungswerk in Bitburg ist auf ihn aufmerksam geworden. Für sie liest er per Livestream. 120 bis 150 Zuhörer sind dann vor ihren Geräten. Infos zu den jeweiligen Lesungen gibt es dort auf Facebook.

Elmar Fank sagt: „Die Kinder sitzen mit ihren Eltern und Popcorn vor dem Rechner und hören mir zu. Besonders ist für mich an der Arbeit die direkte Rückmeldung der Kinder. Wenn sie sich bei mir bedanken, klatschen oder sagen, was ihnen am Buch gefallen hat, denn sie sind ein kritisches Publikum.“

Inzwischen sehen und hören auch Kinder in den Kindergärten seine Lesungen, die er von zu Hause aus machen kann.

„Ich brauche mich in diesem Pandemiezeiten dafür mit niemandem abzustimmen und kann es mit zusätzlicher Technik, die ich mir angeschafft habe, bei mir zu Hause umsetzen“, so Elmar Fank.

Es soll aber nicht bei Internet-Lesungen bleiben, sondern nach der Corona-Zeit will er ein Live-Leseprogramm auf die Bühne bringen, bei dem er mit Kinderliedern beginnt, dann ein oder zwei Bücher vorliest, dabei die Bilder zeigt, Musik und Geräusche einfließen lässt. Zum Schluss gibt es wieder Lieder. Er berichtet: „Ich möchte die Bilder in der Fantasie der Kinder zum Leben erwecken.“

Ein weiteres Projekt ist die Vertonung eines Kinderbuchs der zwei Eifeler Autorinnen „Die Wolf & die Hahn“ mit dem Titel „Stinker, das Gespenst“. Das Buch über das freche Gespenst soll voraussichtlich im Sommer in den Buchhandel kommen.

Das Hörbuch dazu wird Elmar Fank produzieren. Im Gespräch ist ebenfalls eine Serie mit dem Offenen Kanal 54 Trier.