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Golfplätze sind wieder geöffnet: Saisonstart mit Handicap für die drei Golfclubs in der Eifel

Golfplätze sind wieder geöffnet : Saisonstart mit Handicap für die drei Golfclubs in der Eifel

Die Clubs in Baustert, Hillesheim und Wißmannsdorf freuen sich, wieder öffnen zu dürfen. Das Problem: Ohne Turniere und Gastspieler fehlen Einnahmen.

(de) Spazierengehen ist erlaubt, eine Partie Golf aber nicht? Für Freunde vom Spiel mit Drives und Putts war das in den vergangenen Wochen schwer zu verstehen. Dieser Widerspruch wird aufgelöst. Zumindest in Rheinland-Pfalz. Die Plätze sind seit Montag wieder auf – wenn auch unter Auflagen. Und keine Frage: Das Angebot wird rege genutzt – ob im Golf-Resort Bitburger Land bei Wißmannsdorf, dem Golfclub Südeifel in Baustert oder im Golf-Club Eifel in Hillesheim.

„Wir kommen vom Telefon gar nicht mehr weg“, sagt Felix Fritzen, Club-Manager in Hillesheim. So sieht es auch bei seinen Kollegen aus. Es klingelt und klingelt. Alle wollen spielen. Das Wetter zieht raus, die Anlagen sind top in Schuss. Wann, wenn nicht jetzt? Die Resonanz ist riesig. Und auch die Clubs sind startklar. „Wir sind froh, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt Sandra Trappen, Managerin vom Golfclub Südeifel. „Und wie wir uns freuen“, sagt Roman Graf, Manager im Golf-Resort Bitburger Land.

Und trotzdem bleibt es ein Saisonstart mit Hindernissen – nicht nur wegen der Auflagen, die nun gelten und der fünf Wochen, die die Anlagen geschlossen waren. Was die Clubs wirtschaftlich am meisten trifft: Die Gastronomie bleibt, wie überall sonst auch, natürlich geschlossen und Turniere fallen auf unbestimmte Zeit aus. Hinzu kommt: Der Golf-Tourismus ist zum Erliegen gekommen. Die Hotellerie steht still.

Gerade in der Eifel, die wegen der drei Anlagen in unmittelbarer Nähe ein beliebtes Ziel ist, lassen sich nun keine Gastspieler mehr für ein verlängertes Wochenende oder eine Golfwoche blicken. Keine Hotels, keine Gastronomie, kein Tourismus. „Manche kommen noch für einen Tag angereist“, sagt Graf. Etwa aus Luxemburg oder Nordrhein-Westfalen. Denn dort sind die Anlagen noch gesperrt. „Aber man merkt schon, dass das deutlich nachlässt.“ Für die Clubs bedeutet das: Sie verkaufen weniger Tagesspielrechte – und die sind mit Preisen von bis zu 90 Euro, je nach Club und Wochentag, neben den Mitgliedsbeiträgen und den Turnieren auch eine wichtige Einnahmequelle.

„Durch die Mitgliedsbeiträge ist ein Grundstock da“, sagt Graf, aber natürlich treffe es den Verein, wenn Turniere und das Gros der Gastspieler wegfallen. Auch Fritzen vom Golf-Club Eifel bestätigt: „Das wird uns wirtschaftlich treffen.“ So schätzt auch Sandra Trappen die Lage ein: „Die Plätze leben auch von den Turnieren.“

Ob die Clubs deshalb in Schieflage geraten? „Wir werden das dieses Jahr auf jeden Fall schaffen“, sagt Graf. Allerdings habe er schon Projekte wie größere Pflegemaßnahmen nach hinten geschoben. Nicht absehbar sei, ob und wie viele Mitglieder wirtschaftlich von der Corona-Pandemie getroffen werden und ihre Beiträge stornieren wollen. „Das ist ja das Erste, was gestrichen wird, wenn es eng wird“, sagt Graf.

Eine Befürchtung, die im Golfclub Südeifel schon vor Wochen umging: „Wenn wir nicht bald hätten aufmachen dürfen, wären manche Mitglieder vielleicht auch einfach nicht mehr bereit gewesen, für eine halbe Saison einen kompletten Jahresbeitrag zu zahlen“, sagt Sandra Trappen.

Dennoch: Die Clubmanager hatten für die Schließung grundsätzlich Verständnis. „Als die Fallzahlen so schnell stiegen, musste ja was passieren“, sagt Felix Fritzen. So sieht es auch Roman Graf, obgleich er sicher ist, dass die Betreiber, ähnlich wie Supermärkte auch, Sicherheitsvorgaben und Abstandsregeln zu jeder Zeit hätten einhalten können. Oder wie Trappen sagt: „Sonst riskiert man, von einem Ball oder Schläger getroffen zu werden.“

Seit klar war, dass die Anlagen wieder öffnen dürfen, mussten sich die Clubs sputen. Die Auflagen sind hoch. „Wir haben alle aus dem Wochenende zurückgeholt und dann Gas gegeben“, sagt Graf. Nun flattert auch auf den Golfplätzen rot-weißes Absperrband.

Alle Orte, an denen Menschen in Kontakt geraten könnten, mussten abgesperrt werden. Auf den Übungsanlagen wurden Bereiche mit Sicherheitsabständen voneinander abgegrenzt, spielen darf nur, wer eine Abschlagszeit hat, und die wird nur an Mitglieder einer Hausgemeinschaft vergeben, Carts und Ballkörbe werden desinfiziert und vieles mehr. Und selbstverständlich: Die Gastronomie ist geschlossen.

Aber hier wie überall: Sabine Krumpen von den Milan-Stuben auf der Hillesheimer Anlage bietet Essen zum Mitnehmen auf Vorbestellung an. Oscar Heidema denkt über einen fahrenden Kiosk-Betrieb nach, mit dem er die Spieler im Bitburger Land unterwegs versorgt. Den Rest muss man am Ende der Saison bilanzieren.

Weitere Infos im Internet auf den Seiten der Clubs unter www.golfclub-suedeifel.de; www.bitgolf.de; www.golfclub-eifel.de