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Salesianer feiern 200. Geburtstag Don Boscos

Salesianer feiern 200. Geburtstag Don Boscos

Die Jünkerather Salesianer gedenken mit einem Fest am Sonntag, 16. August, ihres Ordensgründers Don Bosco. Der italienische Priester wurde vor 200 Jahren im Piemont geboren.

Jünkerath. Weltweit erinnern Katholiken am kommenden Wochenende an den Geburtstag des Heiligen Don Bosco vor 200 Jahren. Auch die Jünkerather Salesianerbrüder feiern am Sonntag, 16. August, ihren charismatischen Ordensgründer.
Um 10 Uhr beginnt ein Pontifikalamt mit dem Münsteraner Weihbischof Christoph Hegge. Die chilenische Sing- und Spielgruppe "Tobar" wird den Festgottesdienst begleiten. Bei einem anschließenden Empfang soll danach an die Arbeit Don Boscos erinnert werden. Eine Volkstanzgruppe rundet mit Auftritten das Programm ab, Kinder dürfen sich bei Luftballonspielen amüsieren. Nach einem gemeinsamen Mittagstisch um 12.30 Uhr wird der Studiendirektor und Buchautor Werner Schraube über das Wirken und Leben Dons Boscos sprechen.

Doch wie kamen die Salesianer eigentlich ausgerechnet nach Jünkerath? Durch glückliche Fügungen, zähe Verhandlungen und den unermüdlichen Einsatz des Gründers der Jünkerather Niederlassung: Pater Heinrich Kremer. Als der Orden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erheblich wuchs, setzte sich der Sohn eines Jünkerather Bahnbeamten für die Errichtung eines Ordensstandorts an der Oberen Kyll ein.

Dabei war man sich zunächst nicht einig darüber, was auf dem Berg, wo heute das Dominikus-Savio-Haus steht, gebaut werden sollte. Eine Schule zur Ausbildung des Priesternachwuchses wurde angesichts bereits bestehender ähnlicher Einrichtungen in den Kreisstädten Daun und Prüm Anfang der 1950er Jahre nicht gebraucht. Ein Haus für Spätberufene stieß ebenfalls nicht auf viel Gegenliebe. Der Vorschlag, eine Handwerksschule oder ein Lehrlingsheim zu gründen, begeisterte da schon mehr. Es wurden sogar Spenden dafür gesammelt - leider ohne, dass die Ausbildungsstätte je gebaut werden sollte: Damals war das ein kleiner Skandal im Bistum. Schließlich einigte man sich auf die Einrichtung eines Hauses zur Ausbildung von Salesianer-Novizen. Ab den 1970er Jahren verschob sich aber zusehends der Schwerpunkt der Arbeit hin zur Jugendausbildung, Betreuung und Bildung - eben ganz im Geiste Don Boscos (siehe Extra).

"Die Bedeutung des Haues für Jünkerath und die Region ist kaum zu überschätzen. Im seelsorgerischen Bereich sind die Salesianer für die Gemeinden eine große Unterstützung, zudem sähe ohne das Haus die Jugendarbeit ganz anders aus. Die Arbeit des Ordens ist äußerst wichtig - für die ganze Region", sagt Jünkeraths Ortsbürgermeister Rainer Helfen. affExtra

Giovanni Melchiorre Bosco wurde am 16. August 1815 im italienischen Örtchen Becchi geboren. Er starb am 31. Januar 1888 in Turin. In der Regel wird von dem 1929 heilig gesprochenen Priester nur als Don Bosco gesprochen. "Don" ist eine in einigen romanischen Sprachen gängige Anrede für römisch-katholische Priester. Bosco hat 1841 die Priesterweihe erhalten. Während seines Wirkens konzentriert er sich vor allem auf die Förderung der im damaligen Turin verarmten und im Zuge der Industrialisierung zusehends verwahrlosenden Jugend. Hier gründet Johannes 1846 seine erste christliche Gemeinschaft, das sogenannte "Oratorium vom heiligen Franz von Sales". In der folgenden Zeit eröffnet Bosco verschiedene Schulen und Ausbildungsstätten. Ab 1859 beginnt er, den Orden der "Salesianer Don Boscos" aufzubauen. Der Orden ist mittlerweile in 132 Staaten mit etwa 15000 Mitgliedern in 7610 Einrichtungen aktiv. Von 1957 bis 2002 wurden Novizen des Ordens in Jünkerath ausgebildet. Seit 2002 ziehen auch deutschsprachige Novizen zum Noviziat nach Pinerolo im Piemont. aff