Sammelstelle Petersplatz

BITBURG. Eher einer Mülldeponie glichen am Dienstagmorgen Teile der Bitburger Innenstadt. Einige Umweltferkel hatten den Termin der Sperrmüllabfuhr wieder missbraucht, um Unrat aller Art loszuwerden.

Mehrmals im Jahr verwandelt sich der Bitburger Petersplatz in einen Müllabladeplatz. Am Dienstag war es wieder soweit. Nach dem letzten Sperrmüllabfuhr-Termin in diesem Jahr türmte sich der Unrat vor allem auf dem Platz in der Fußgängerzone. Einen Teil der Sachen hatte ein vom Landkreis beauftragtes Unternehmen morgens abgeholt. Nicht mitgenommen wurde Müll, der beim besten Willen nicht als Sperrmüll durchgeht: alte Elektrogeräte, Haushaltsmüll oder Bauabfälle. "Es ist jedesmal das gleiche", sagt Optiker Volker van Boxem, dessen Geschäft am Petersplatz liegt. Seine Kunden hätten am Morgen über den Müll klettern müssen, um in seinen Betrieb zu kommen. "An solchen Tagen ist es dann besonders ruhig im Geschäft", sagt van Boxem. Es seien dann oft nur Stammkunden, die sich von dem Durchein-ander nicht abschrecken ließen. So wie der Optiker sind auch die anderen Geschäftsleute rund um den vermüllten Petersplatz sauer: Alte Toilettenbrillen, Teile von Platinen und Altpapier gelten eben nicht gerade als verkaufsfördernd und appetitanregend. Viel mehr als die Verunreinigungen zur Kenntnis nehmen kann auch die Stadtverwaltung Bitburg nicht. Erich Grün und Klaus Salzburger finden im Gerümpel zwar die ein oder andere Adresse auf weggeworfenen Briefen. Alibi-Mitarbeiter räumen auf Kosten des Landkreises

Beide sind sich aber zu diesem Zeitpunkt schon sicher, dass die Adressaten keine Ahnung haben würden, wie ihre Abfälle auf den Petersplatz gekommen waren. Wie den mit steter Regelmäßigkeit vorkommenden Müllferkeleien beizukommen ist, kann Grün nicht sagen. "Wir haben schon einmal bis 24 Uhr vor einer Gaststätte am Petersplatz gesessen, um diejenigen zu erwischen, die ihren Müll hier hinschmeißen. Es kam aber niemand", sagt Grün. Und trotzdem habe der Platz am nächsten Morgen wieder mit Unrat vollgestanden. Auch Erich Kill von der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm, der sich die Bescherung am Dienstagmittag anschaut, weiß, dass sich die Verursacher nur selten dingfest machen lassen. "Man muss die Verursacher am besten auf frischer Tat ertappen", sagt Kill. Oder es müsse sich der Verursacher zu seiner illegalen Müllablagerung bekennen. Bei dem auf dem Petersplatz gestapelten Bauholz ist es erstaunlicherweise dann so, dass der Verursacher den Nicht-Sperrmüll wieder zurücknimmt. Den übrigen Plunder werden Mitarbeiter von Alibi im Auftrag und auf Kosten der Kreisverwaltung am Mittwochmorgen einsammeln und abfahren. Da die Entsorgungstermine für das kommende Jahr noch nicht feststehen, wissen die Anwohner des ab Mittwoch wieder sauberen Platzes nicht, wann das nächste Mal wieder alles voll Unrat liegt. Volker van Boxem bietet aber derweil an, seine Geschäftsräume zu nutzen, um die Umweltferkel ertappen zu können. "Wir könnten uns die Zeit mit Kaffee und Schach vertreiben und diejenigen erwischen, die hier alles verschandeln", sagt van Boxem. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Wie kann man das "Müll-Problem" in der Bitburger Innenstadt in den Griff bekommen? Schreiben Sie uns. Ihre Zuschrift sollte maximal 30 Zeilen à 30 Anschläge lang sein und bis zum morgigen Donnerstag, 14 Uhr, vorliegen. E-Mail an: eifel-echo@volksfreund.de