Samstags ist die Hölle los

Samstags ist die Hölle los

WAWERN. Selbst ist das Dorf: Beim Ausbau der ehemaligen Schule zum erweiterten Dorfgemeinschaftshaus leisten die Bürger von Wawern vollen Einsatz – von jung bis alt.

"Samstags ist hier die Hölle los", sagt Klaus Schütz, Ortsbürgermeister von Wawern. Dann nämlich würden sich die Freiwilligen nur so an der Baustelle zum erweiterten Dorfgemeinschaftshaus tummeln. Aber auch mitten in der Arbeitswoche herrscht Betrieb, trotz Urlaubszeit. Dann sind die eingespannten Unternehmen im Einsatz und immer auch der ein oder andere Helfer aus dem Ort oberhalb des Nimstals. Zum Beispiel Ralf Klassen. Im neuen Jugendraum macht er gerade Putzarbeiten: "Eigentlich bin ich Zimmermann", sagt er und lacht. Nicht nur das: Klassen ist auch Vorsitzender des Musikvereins und Mitglied im Gemeinderat. Und er legt Wert darauf, dass die künftigen Nutzer ebenfalls kräftig mitgeholfen haben: "Die Jugendlichen haben zum Beispiel die Deckenplatten mit festgemacht." Da kommt einiges zusammen: Seit Beginn der Arbeiten im vorigen September hat Gemeindechef Schütz bereits mehr als 2300 Arbeitsstunden gezählt - alles in Eigenleistung seiner Bürger, versteht sich. "Bis jetzt haben rund 65 Leute aus dem Dorf mitgeholfen - Kinder, Jugendliche, Rentner. Und natürlich der Gemeinderat, der Musikverein, die Feuerwehr und der Theaterverein. "Die Frauengemeinschaft darf man nicht vergessen", sagt Klaus Schütz. "Die haben uns mit Kaffee, Schnittchen und Kuchen fit gehalten." Starke Zahlen für ein Dorf mit 310 Einwohnern. Und ein paar Stunden werden noch hinzukommen, bis der Ausbau Ende Oktober abgeschlossen sein soll. Das Haus - die ehemalige Dorfschule - "ist vor rund 20 Jahren schon einmal umgebaut worden", erzählt der Ortsbürgermeister. "Damals hat man den ursprünglichen Klassenraum vergrößert. Das hier ist jetzt praktisch der zweite Umbau." Fast alles wird erneuert: Der Hauptraum hat einen großen Anbau erhalten, innen kamen neue Decken, Wände, Böden und eine Theke hinzu, ebenso neue Fenster, Türen und Technik. Rohbau, Dacharbeiten, Elektroanlage, Heiz-und Sanitärtechnik besorgten Firmen aus der Region, alles andere machten die Wawerner selbst.Die eiserne Reserve bleibt erhalten

Alles in allem kostet das Projekt 304 000 Euro. Etwas mehr als die Hälfte des Geldes spendieren das Land Rheinland-Pfalz und die Europäische Union. Die Jagdgenossenschaft Wawern gibt 30 000 Euro, die Ortsgemeinde aus Krediten und Rücklagen knapp 60 000 Euro. Die Eigenleistung ist veranschlagt mit 54 000 Euro. Am Ende werden die Wawerner, mitsamt dem Anbau, rund 290 Quadratmeter Nutzfläche haben - sowie einen erweiterten Parkplatz am Sportgelände. Und die Ortsgemeinde behält sogar noch ein bisschen Geld in der Kasse: "Unsere Rücklage ist nicht ganz aufgebraucht", sagt Klaus Schütz. "Da gehen wir auch nicht dran." Da freut sich auch Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, beim Baustellen-Besuch: "Das hier ist wirklich zum Staunen."