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Sanierung Schloss Malberg Denkmal

DENKMALSCHUTZ : Ein wenig Geld und große Hoffnung

Der Bund stellt 160 000 Euro für die Sanierung von Schloss Malberg zur Verfügung. Die Verbandsgemeinde Bitburger Land weiß schon, was sie damit machen will.

Bürgermeister Josef Junk (Verbandsgemeinde Bitburger Land) will noch nicht jubeln, freut sich aber verhalten. Denn noch gibt es nur die Nachricht, der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages habe 160 000 Euro für Schloss Malberg bereitgestellt. „Wir wollen erst warten, bis der Bescheid da ist. Dann können wir richtig planen“, sagt Junk.

Arbeit an dem Barockjuwel gibt es bekanntlich ja genug. Denn obwohl bereits seit vielen Jahren – das Schloss gehört ab 1989 der ehemaligen VG Kyllburg und seit der Fusion der VG Bitburger Land – an der umfangreichen Anlage saniert wird, besteht immer noch starker Renovierungsbedarf. Neben den Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten von 70 000 bis 75 000 Euro jährlich sind etwa 10,2 Millionen Euro seit 1989 in die Sanierung geflossen - überwiegend von Bund und Land, aber auch von anderen Zuschussgebern wie Eifelkreis, Stiftungen und Förderverein Schloss Malberg. Laut groben Schätzungen der VG Bitburger Land sind aber noch sieben bis zehn Millionen Euro nötig, um das Denkmal zu sanieren.

Also sind die 160 000 Euro, wenn sei denn da sind, nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“, wie Junk sagt. Dennoch komme das Geld wie gerufen. Denn zusammen mit den 160 000 Euro, die gewöhnlich jedes Jahr aus der Landeskasse in das Gebäude fließen, sowie Eigenmitteln der VG, könne man mit den Arbeiten am Arkadenbau weitermachen, die seit 2016 laufen.

Im ersten Bauabschnitte wurden Grob- und Räumarbeiten erledigt, die historisch wertvolle Treppe wurde abgebaut. In Abschnitt zwei, der bis Ende 2017 dauerte, wurde die Geschossdecke im Erdgeschoss zun teil saniert an. Diese soll es, kommen die 320 000 Euro wie geplant, komplett in Ordnung gebracht werden. Außerdem stünden weitere Arbeiten an, berichtet Anna Sadowsky, Pressesprecherin der VG Bitburger Land. Die Fassade müsse erneuert werden, und die Fenster ebenfalls. Erst dann könne auch die eingelagerte Holztreppe renoviert dun wieder eingebaut werden. Ob das Geld für alles reicht, ist unklar. „Wir schauen einfach, wie weit wir kommen“, sagt Sadowsky. Aber das sei eben seit Jahren das Prinzip: Nach und nach daran arbeiten, das Gebäude in Ordnung zu bringen.

Und vielleicht auch an einen passenden Käufer oder zumindest Teile an geeignete Nutzer. Ersteres scheint – trotz immer wieder auftauchender Interessenten – wohl eher fraglich. Denn dass jemand das passende Konzept hat, zugleich seriös ist, hohe Investitionen in Kauf nimmt und sich noch an die Auflagen des Denkmalschutzes hält, ist bis jetzt noch nie vorgekommen. Die Chancen einer Teil-Nutzung schätzt man bei der VG da schon höher ein.

Das sieht auch Inge Solchenbach so. Die Vorsitzende des Fördervereins Schloss Malberg, die sich sehr über das Geld aus Berlin freut, betont, dass man sich bei der Nutzung des Arkadenbaus viele Möglichkeiten offenhalten wolle. Daher sei auch kein Innenausbau geplant, damit ein potenzieller Nutzer noch Gestaltungsmöglichkeiten habe. Sie hofft, dass man so einen geeigneten Mieter finden kann – zum Beispiel einen Dienstleister, der dort ein Büro eröffnen will, oder einen Künstler, der ein Atelier sucht. Das habe auch einen wieteren Vorteil: Wenn sich jemand in der Anlage aufhalte, könne auch das Tor des Schloss geöffnet bleiben. „Dann wäre es öfter für Besucher zugänglich“, sagt sie. Es sei schließlich eines des großen Zeile des Fördervereins, dieses einzigartige Gebäude der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. „Für die ganze Anlage wäre das super“, sagt sie.