Sanierung Sportplatz Speicher: Asche zu Asche

Speicher : Asche zu Asche

Die Speicherer wollen den Tennenplatz am Schulzentrum sanieren. Er soll moderner werden, aber ein Aschefeld bleiben.

Unkraut erkämpft sich einen Platz an der Sonne. Das Grün wuchert über rote Erde, schießt aus den Fugen der Pflastersteine. Die Abgrenzungen der Laufbahn sind verrostet. Als es die Realschule Speicher noch gab, haben hier noch Jugendliche ihre Runden gedreht, auf dem Aschefeld gekickt. Derzeit sieht man selten jemanden hinter dem Zaun – höchstens einen Sportverein beim Training. Denn innerhalb der Verbandsgemeinde (VG) Speicher können sie nirgendwo anders hin.

Besonders stark genutzt werde die Anlage aber nicht mehr, sagt Manfred Rodens. Und das sei auch Teil des Problems, wie der Bürgermeister der VG meint: Denn wenn niemand über den roten Sand laufe, verfestige er sich. Inzwischen sei der Boden so hart, dass Verletzungsgefahr bestehe.

Allgemein lasse der Zustand des Tennensportplatzes zu wünschen übrig. Doch für Rodens wäre es zu schade, ihn verfallen zu lassen und womöglich noch Geld für den Abriss zu zahlen. Schließlich würden Sportler die zentrale Anlage ja gerne nutzen, wenn sie in Schuss wäre, meint Rodens: „Wir müssen uns also entscheiden: Entweder wir sanieren sie, oder sie ist tot auf Dauer.“ Darüber hatte der VG-Rat in der jüngsten Sitzung zu bestimmen und auch darüber, wie ein sanierter Platz aussehen soll.

Der Vorschlag der Verwaltung: Alles soll beim Alten bleiben, und doch moderner werden. Der Tennenplatz soll Tennenplatz bleiben, nicht zum teuren Kunstrasen werden. Allerdings ist ein entscheidender Bonus geplant: Flutlichtstrahler für das Abendtraining der Fußballer im Winter. Aber nicht nur die Kicker hat der VG-Chef im Blick, sondern auch die Leichtathleten. Wenn es nach dem Bürgermeister geht, soll es weiterhin Laufbahnen geben sowie Trainingsmöglichkeiten für Hochspringer, Kugelstoßer, Diskus-, Speer- und Hammerwerfer. Kosten würde das Ganze geschätzt 300 000 Euro. Allerdings steht zumindest ein Zuschuss von 40 000 Euro in Aussicht. „Und vielleicht noch mehr“, lässt Rodens durchblicken.

Für die Sozialdemokraten im VG-Rat ist das zu viel. SPD-Fraktionssprecher Oswald Krummeich befürchtet, dass die VG sich mit der Investition und  den Kosten für die Unterhaltung des Platzes übernimmt. Immerhin gebe es genügend Baustellen – etwa die Sanierung der Grundschule Spangdahlem (der TV berichtete) und die der Sporthalle und des Schwimmbads auf dem Schulgelände. „Können wir das den Bürgern aufbürden?“, fragt er den Rat: „Wenn das Geld knapp wird, werden wir am Ende die Umlage für die Gemeinden erhöhen müssen.“ Genosse Adalbert Meier pflichtet ihm bei: So ein Sportplatz sei „Nice-To-Have“, aber keinesfalls ein Muss. Dem widerspricht Stefan Grein von der CDU-Fraktion: „Wir müssen die Infrastruktur, die wir haben, erhalten.“ Seine Fraktion setzt sich im Rat schließlich durch. Die Sanierung der Anlage wird beschlossen.

 „Damit ist aber noch nichts entschieden“, stellt Rodens klar. Zuerst müsse ein Planungsbüro prüfen, ob und wie eine Renovierung möglich ist. Den Auftrag erteilt der VG-Rat in derselben Sitzung. Rodens hofft, dass die Sanierung im Frühling 2019  beginnen kann.