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Sauberes Trinkwasser für die Obere Kyll

Sauberes Trinkwasser für die Obere Kyll

Die Ursache für die Keimbelastung des Brunnens Suhr bei Birgel im August ist immer noch ungeklärt. Eine neue Reinigungsanlage soll das Wasser nun sauber halten. Parallel laufen die Vorbereitungen für die Neuausweisung des Wasserschutzgebietes.

Jünkerath/Birgel. Die Verbandsgemeindewerke der Oberen Kyll haben noch immer Probleme mit dem Brunnen Suhr bei Birgel. Dort war im August eine Belastung des Trinkwassers mit krankheitserregenden Bakterien festgestellt worden; die Verbandsgemeinde empfahl den Menschen, das Wasser vor dem Verzehr abzukochen (der TV berichtete). Auch mehr als zwei Monate später ist die genaue Ursache der Verunreinigung noch nicht geklärt. "Wir sind immer noch dabei, das einzugrenzen, aber das wird noch einige Zeit dauern", sagt Werkleiter Richard Ehlen. Mit der Untersuchung ist auch ein Ingenieurbüro beauftragt worden, das in einer ersten Einschätzung davon ausgeht, dass die Keimbelastung eine Folge von eingedrungenem Oberflächenwasser in den Brunnen ist. Dieses stammt möglicherweise aus dem Graben- und Entwässerungssystem der in der Nähe verlaufenden Bundesstraße 410. Daher sei nicht auszuschließen, dass bei starken Unwettern oder wenn Bauern Gülle ausfahren, erneut solche Keimbelastungen auftreten. Wegen dieser unklaren Situation ist der Brunnen nach wie vor nicht an das Versorgungsnetz angeschlossen, sagt Ehlen.

Nun plant die Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll, am dortigen Pumpwerk in Birgel eine Chlordioxid-Anlage einzubauen. Diese soll eine dauerhafte Wasserentkeimung sicherstellen und Verunreinigungen neutralisieren. Diese Anlagen haben den Vorteil, dass das Wasser geruchs- und geschmacksneutral bleibt. Außerdem beugt Chlordioxid der Bildung von Legionellen vor. Das sind gesundheitsgefährdende Keime, die sich in Leitungen bilden. Eine Chlorzugabe wie bislang wäre damit nicht mehr notwendig. "Die Anlage dient der Prävention", sagt VG-Bürgermeisterin Diane Schmitz.

Rund 14 000 Euro wollen die VG-Werke in die neue Anlage investieren. Ist sie eingebaut, soll der Brunnen wieder an das Wasserversorgungsnetz angeschlossen werden. Außerdem sollen dort Messsonden für weitere 6300 Euro installiert werden. Mit denen soll die Qualität des Rohwassers überprüft und aufgezeichnet werden, um der Quelle der Verunreinigungen auf die Spur zu kommen.

Parallel laufen die Untersuchungen des Ingenieurbüros weiter, deren Ergebnisse sollen auch in die für das nächste Jahr geplante Sanierung der Bundesstraße einfließen, damit die dortige Entwässerung verbessert wird.

2013 läuft außerdem die Rechtsverordnung für das Wasserschutzgebiet um den Brunnen aus. Daher soll das Büro die ober- und unterirdischen Wasserflüsse untersuchen, um so das Einzugsgebiet des Brunnens neu festzulegen und dementsprechend das Wasserschutzgebiet neu auszuweisen. Für dieses Gutachten und zwei neue Messstellen werden insgesamt weitere 56 000 Euro veranschlagt.