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Schausteller leiden unter der Corona-Krise und erfahren Solidarität

Wirtschaft und Corona : Schaustellerin freut sich über breite Solidarität

Nach TV-Bericht über die Notsituation haben sich für die gebeutelten  Unternehmer der Freizeitbranche Möglichkeiten aufgetan.

(ma/woc) Annie Altmaier freut sich über die Solidarität, die den Schaustellern zuteil wird, nachdem sie und ihre Kollegen im TV-Gespräch über ihre Existenzängste und fehlende Einnahmen wegen der Corona-Pandemie erzählt hatten (der TV berichtete). „Hoffentlich bleibt das so“, sagt die Schaustellerin.

Der Ortsbürgermeister von Kröv habe sie angerufen und einen Platz angeboten, ebenso wie Betreiber der sogenannten temporären Freizeitparks in Andernach und Bad Neuenahr. Gefreut hat sie sich auch über das Angebot, dass sie bei Facebook gesehen hat: Die Betreiber des Hotels „An der Sauer“ in Minden stellen ein Grundstück (500 Quadratmeter) an der Sauer (Sauertalradweg) kostenlos zur Vefügung. „Dort könnten drei Wagen stehen, Wasser- und Starkstromanschluss sind vorhanden“, sagt Wolfgang Rössler, stellvertretend für die Inhaber des Hotels. Sie versprechen sich davon auch eine Belebung durch die Schausteller. Bislang habe sich aber erst ein Interessent gemeldet, so Rössler. Es sei auch ein Wohnmobilstellplatz vorhanden. Interessierte können sich in Minden unter der Telefonnummer 06525/275 melden.

Anni Altmeier liebäugelt hingegen mit dem Standort am Bitburger Spittel. Heiko Jakobs, Stadtratsmitglied und Ortsvorsteher von Mötsch, hat sich bei der Stadt dafür eingesetzt, dass Schausteller-Wagen auch auf dem Spittel Station machen könnten.

Er hat jetzt auch eine Rückmeldung von der Verwaltung bekommen, wie er bestätigt: „Übernächste Woche kann es losgehen, die Stadt will auf kurzen wegen Hilfe leisten“, sagt Heiko Jakobs. Er findet es wichtig, in der schwierigen Zeit der Branche unter die Arme zu greifen.

Durch die Schausteller werde den Menschen zudem Abwechslung und ein wenig Normalität wiedergegeben. „Jetzt müssen wir uns zusammensetzen und uns Gedanken über die Bitburger Herbstkirmes machen und was da möglich ist unter Einhaltung der coronabedingten Vorgaben“, sagt Jakobs.

Die Stadt Trier hat einen Weg gefunden und will ein „bisschen Kirmes“ machen und erteilt Ausnahmegenehmigungen, damit Schausteller die Möglichkeit bekommen, Geld zu verdienen.

Per Ausschreibung hatte das Rathaus dazu aufgerufen, Bewerbungen einzureichen, welche Stände sie sich wo in der Innenstadt vorstellen könnten. Zehn Bewerbungen seien eingegangen, erklärt Rathaus-Pressesprecher Michael Schmitz. Überwiegend für Ess- und Trinkstände.

Aber auch für zwei Fahrgeschäfte gibt es Anfragen: dabei kleine Auto­scooter und eine Berg- und Talbahn für Kinder, die auf dem Kornmarkt aufgebaut werden soll.

Vorgesehen ist, dass die Fahrgeschäfte maximal zehn Tage an einem Standort aufgebaut bleiben dürfen.

Die Schaustellerfamilie Sonnier aus Badem war schon in den vergangenen Tagen mit einem Crêpes-Stand auf dem Trierer Kornmarkt präsent.

„Unsere Fahrgeschäfte sind für Trier allerdings zu groß“, winkt Lolita Sonnier ab. Die Schaustellerfamilie organisiert normalerweise auch die Kirmes beim Zurlaubener Uferfest – das in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ebenfalls ausfällt.

(ma)