"Schilderwald" im Nationalpark
Eine Summe von 2454 Euro, mahnt der Bund der Steuerzahler an, habe der Nationalpark Eifel überflüssigerweise ausgegeben. Nationalpark-Forstamtleiter Henning Walter schätzt die Beschilderung als sinnvoll ein.
Kreis Euskirchen. (red) 2454 Euro mögen angesichts der Summen, über die in Zeiten der Finanzkrise landauf, landab gesprochen wird, wie die fast schon sprichwörtlichen "Peanuts" anmuten. Über 2454 Euro würde sich aber jeder Privatmann freuen. Die chronisch klammen Kommunen könnten mit 2454 Euro gewiss keine Haushaltssanierung herbeiführen, aber womöglich wieder ein kleineres Projekt finanzieren. 2454 Euro, die aus seiner Sicht aus öffentlichen Kassen völlig sinnlos ausgegeben wurden, mahnt nun der Bund der Steuerzahler in seiner aktuellen Ausgabe des Magazins "Der Steuerzahler" an.
Für eben diese 2454 Euro seien im Nationalpark Eifel 18 Eifelsteig-Schilder installiert wurden, die zu einer Doppel-Beschilderung auf den Strecken führen.
Doppelte Beschilderung in der Kritik
In diesen 18 Fällen stehe ein halbhoher Eifelsteig-Hinweis gleich neben einem großen Nationalpark-Wegweiser. Und der Bund der Steuerzahler wirft nun die Frage auf, warum es nicht möglich gewesen sein soll, die Eifelsteig-Schildchen am Pfosten des großen Hinweises anzubringen. Immerhin sei die Beschilderung durch das Land Nordrhein-Westfalen mit EU-Förderung finanziert worden. Auch wenn es nur um sechs Euro geht - dem Bund der Steuerzahler ist bei seiner Berechnung ein Rechenfehler unterlaufen. Er rechnet vor, dass einer der halbhohen Eifelsteig-Hinweise 64 Euro koste, das Aufstellen dieses Pfostens mit weiteren 72 Euro zu Buche schlage. Macht also 136 Euro pro Schild. Mal 18 sind eigentlich 2448 und nicht die vom Bund der Steuerzahler angegebenen 2454 Euro.
Ob nun 2448 oder 2454 Euro - Hennig Walter, Leiter des Nationalpark-Forstamtes, schätzt die Lage weniger dramatisch ein. Und das nicht wegen der Summe, sondern wegen der Sinnhaftigkeit der Beschilderung. Schilder an den Knotenpunkten
Er wisse, dass es an wenigen Stellen die Doppel-Beschilderung gebe. Das habe er dem Bund der Steuerzahler auch auf dessen Anfrage geantwortet: "Es hat ja keinen Zweck, darum herum zu reden."
Im Nationalpark seien Beschilderungen an den Knotenpunkten angebracht. Hier habe man auch die "Fern-Ziele" des Eifelsteigs mit aufgenommen, um Nationalpark- und Eifelsteig-Schilder in Einklang zu bringen.
Darüber hinaus sind für den Eifelsteig alle 200 Meter kleine Logo-Hinweise vorgeschrieben. Das führe zwar dazu, dass es an einigen Stellen zu der angesprochenen Doppel-Beschilderung gekommen sei, dennoch sei diese sinnvoll - auch um Verwechslungen mit Wanderwegen im Nationalpark und mit Wegen des Eifelsteigs zu vermeiden. Man habe hier die Förderung des Eifelsteig-Projekts nicht gefährden wollen.
Dieser wird immerhin als Premium-Wanderweg beworben und ist hierfür auch Richtlinien unterworfen. Walter ist überzeugt, dass man es nach monatelangem Tüfteln geschafft habe, die für Wanderer und auch Touristiker sinnvollste Variante auf den Wanderwegen zu installieren.