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Schlechter Start, versöhnliches Ende

Schlechter Start, versöhnliches Ende

Die Tourismusbetriebe im Eifelkreis blicken mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2016 zurück: Nach einem schlechten Frühjahr rettete der Herbst mit relativ guten Besucherzahlen das Jahr mit Mühe und Not. Der einfache Grund: das Wetter. Sorgen bereiten außerdem der Fachkräftemangel und der demografische Wandel.

Bitburg. Es ist klar, wer die Rolle des Bösewichts einnimmt im Jahresrückblick von Maria Arvanitis, Geschäftsführerin der Tourist-Information Bitburg: das schlechte Frühlingswetter. "Die Besucherzahlen waren in der ersten Jahreshälfte nicht gut, weil das Frühjahr und der Juni so verregnet waren", sagt sie. Dafür seien der Spätsommer und Herbst vor allem in der Verbandsgemeinde Bitburger Land gut gelaufen - dank viel Sonne und angenehmer Temperaturen. "Das Wetter ist für uns ein sehr wichtiger Faktor, im guten wie im schlechten", sagt Arvanitis. "Das liegt daran, dass die Region Bitburg vor allem für kurzfristige Besucher, unter anderem für Wanderer und Radfahrer, interessant ist - und die bleiben eben einfach zuhause oder gehen woanders hin, wenn das Wetter nicht mitspielt." Dennoch sei sie insgesamt zufrieden. "Es hätte besser laufen können, aber am Ende ist das Jahr glimpflich ausgegangen." Gerade erst hat das Statistische Landesamt die Zahlen für die Monate Januar bis Oktober veröffentlicht, also die Zahlen, die laut Arvanitis "den größten und relevanten Teil des Tourismusjahres abdecken". Vor allem die Besucherzahlen in der Stadt Bitburg und in der Südeifel sorgen mit Rückgängen um die 13 Prozent für lange Gesichter. Dafür konnte die Verbandsgemeinde Bitburger Land ein Besucherplus verbuchen (siehe Extra). 2,2 Nächte bleiben Besucher im Durchschnitt in Bitburg - ein niedriger Wert, der aber durch die vielen Geschäftsreisenden in Bitburg zu begründen sei. "Die bleiben oft nur eine Nacht", sagt Arvanitis. Sie berichtet von einer freiwilligen Umfrage unter Herbergsbetrieben in und um Bitburg. 26,5 % der Befragten seien mit dem Geschäftsjahr 2016 "sehr zufrieden" gewesen, 64,7 % seien immerhin "zufrieden". "Das ist ein guter Wert", sagt Maria Arvanitis.Nachwuchssorgen

Die Auswertung des Tourismusjahrs der Industrie- und Handeskammer (IHK) Trier steht derweil noch aus. Sie wird gegen Mitte des Jahres veröffentlicht, berichtet Anne Kathrin Morbach, die bei der IHK Trier für den Geschäftsbereich Tourismus zuständig ist. Sorgen bereiten ihr vor allem die Nachwuchsprobleme des Tourismus in der Eifel: "Viele Betriebe schließen, weil niemand da ist, um nachzurücken." Ein Mangel an Fachpersonal und der demografische Wandel seien hierfür die Hauptgründe. Auch hohe bürokratische Hürden und unattraktive Arbeitsbedingen würden Neueinsteiger abschrecken: "Der Tourismus ist für den Einzelnen selten wirklich lukrativ, und man muss dann arbeiten, wenn andere Ferien machen - da haben viele keine Lust drauf", sagt sie. Dieses Problem sei im ländlichen Bereich größer als in den Städten. Tourist-Informations-Geschäftsführerin Maria Arvanitis hat aber auch gute Nachrichten. Die Besucherzahlen in der Tourist-Information Bitburg seien gestiegen. Rund 16 500 Gäste seien dort beraten worden, 500 mehr als im Vorjahr. Wichtigster Faktor der Vermarktung sei das Internet. An zweiter Stelle stünden persönliche Empfehlungen. Besuchermagneten der Gegend seien in erster Linie die Wander- und Radwege, aber auch die römische Geschichte der Stadt und die Bitburger Marken-Erlebniswelt von der Brauerei ziehen laut Maria Arvanitis Gäste an. "Ein Nebenfaktor, der aber auch wichtig ist, ist das Kulinarische: Die Leute kommen gerne her, weil es hier gutes Essen und Bier gibt." Die Brauerei wird 2017 eine große Rolle spielen: Dann feiert sie ihr 200-jähriges Bestehen, was auch touristisch verwertet werden soll. Außerdem auf dem Fahrplan: Die Verbesserung der Wanderwege abseits der großen Strecken.Extra

Schlechter Start, versöhnliches Ende
Foto: (e_eifel )

Nach Erhebungen des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalzhaben zwischen Januar und Oktober 2016 rund 925 000 Gäste in der Gesamt-Eifel Urlaub gemacht - im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr ein Plus von 4,1 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen ging jedoch zurück, nämlich um 3,7 Prozent auf rund 3,2 Millionen. 263 000 Besucher kamen aus dem Ausland, mit großem Abstand die meisten aus den Niederlanden ( 12 800 Gäste) und Belgien ( 9 000). Die Daten für November und Dezember liegen noch nicht vor. Heruntergebrochen auf den Landkreis Bitburg-Prüm sehen die Zahlen ernüchternd aus: 255 100 Gäste kamen zwischen Januar und Oktober in den Eifelkreis ( minus 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum). 41 800 Gäste davon entfallen auf Bitburg-Stadt ( minus 13,3 Prozent), 66 000 Gäste kamen in die Verbandsgemeinde Bitburger Land ( plus 6,4 Prozent). 89 300 Besucher verbucht die Verbandsgemeinde Südeifel ( minus 12,9 Prozent). Die Verbandsgemeinde Speicher hatte 2 700 Übernachtungsgäste ( minus 15,3 Prozent). Die Broschüre "Gäste und Übernachtungen im Tourismus im Oktober 2016" gibt es im Internet unter daf statistik.rlp.de/ veroeffentlichungen/ statistische-berichte