Schlöder und die unbequeme Wahrheit
Mit düsteren Prophezeiungen und dem Ruf nach Umkehr schafft man sich nicht nur Freunde oder: Wer etwas bewegen will, hat es nicht leicht. Diese Erfahrungen musste auch Edmund Schlöder in den vergangenen Jahren machen - in seinem Feldzug für eine zukunftsfähige Feuerwehr.
Bitburg/Prüm. (kah/rh) Auch, wenn viele diese Entwicklung noch nicht spüren oder wahrhaben wollen: Die freiwilligen Feuerwehren schrumpfen. 28 Prozent der Wehren des Eifelkreises liegen unter der Sollstärke und auch die Jugendfeuerwehr des Kreises musste im vergangenen Jahr deutliche Einbußen hinnehmen: 2007 hatte sie noch 667 Mitglieder, 2008 nur noch 621. Das sind sieben Prozent weniger.
Ein Trend, dem Edmund Schlöder, der noch einen Monat lang Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands (KFV) ist, gerne mit Reformen begegnen würde. Reformen, die nicht nur auf Gegenliebe stoßen. "Ich will die Wehren nicht schließen, ich will sie erhalten!", sagt er. Doch in diesen "verkrusteten Strukturen" habe man nicht den Hauch einer Chance.
Deshalb hatte Schlöder kürzlich alle Bürgermeister aus dem Eifelkreis in das Bitburger Rathaus eingeladen. Auf der Tagesordnung: Zahlen, Daten und Fakten zu den 269 ehrenamtlichen Feuerwehren in den Verbandsgemeinden im Eifelkreis. "Die Organisation der ehrenamtlichen Wehren in die Zukunft zu planen und deren Tun effizienter zu gestalten, wird eine der schwierigsten Aufgaben sein, der sich das Feuerwehrwesen stellen muss", sagte Edmund Schlöder. Fazit der Studie: Neue Jugendfeuerwehren sollten gegründet werden. Dies auch gemeinschaftlich mit mehreren Wehren. Seiteneinsteigern wie etwa Frauen sollte der Weg in die Feuerwehr erleichtert werden. Schlöders Vision ist es, kleine Wehren zusammenzulegen. Während das Gerätehaus so künftig woanders stehen würde, soll die Feuerwehr ihre dörflichen und kulturellen Aufgaben weiterhin vor Ort ausüben.
So Schlöders Vision. Eine Vision, die ihm viel Ärger eingebracht haben dürfte, aber auch eine goldene Ehrennadel. Der 52-Jährige wurde vom Kreisfeuerwehrverband als "Anwalt der Feuerwehr" ausgezeichnet, der sich auch nicht scheue, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Nach 37 Jahren bei der Feuerwehr und fünf Jahren als Verbandsvorsitzender tritt Schlöder nun aus gesundheitlichen Gründen ab.
In den Jahren unter seiner Leitung hat der Verband eine neue Geschäftsstelle eingerichtet, sich umstrukturiert, drei Benefizkonzerte organisiert, sich für Ausrüstung und Ausbildung der Feuerwehr stark gemacht und die bereits erwähnte Studie zur Lage der Wehren im Kreis erstellt, gedruckt und verteilt. Ob es nach ihm jemanden geben wird, der seine Arbeit fortführt, ist ungewiss. Findet sich niemand, bedeutet dies für den KFV das Ende.