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Schloss Malberg: Einzigartig, nicht nur in der Eifel

Schloss Malberg: Einzigartig, nicht nur in der Eifel

Schloss Malberg ist seit 1989 im Besitz der Kommune. Dank seines Fördervereins bleibt das Bauwerk erhalten und wird mit Leben erfüllt. Eine Ausstellung zeigt die Geschichte.

Es ist schon von außen ein beeindruckender Anblick. Die restaurierte Fassade des Anfang des 18. Jahrhunderts gebauten Schlosses beeindruckt mit ihrem italienischen Stil. Erschaffen wurde das Malberger Schloss von dem damals sehr bekannten Architekten Matteo Alberti, der das Schloss im Auftrag von Johann Werner von Veyder geplant hat.

Die Tatsache, dass mitten in der Eifel ein solches ungewöhnliches Bauwerk entstanden ist, hängt eng mit der Familie von Veyder zusammen. Eine Ausstellung im Obergeschoss zeigt noch bis Oktober eine Sammlung, die Kurator Karl Solchenbruch, zusammengestellt hat.

In jedem der Räume im Obergeschoss geht es um eine Epoche der Familie. Es fängt an im 17. Jahrhundert mit Cornelius Veyder, Pfandherr auf Malberg, gefolgt von seinem Sohn Johann Heinrich Veyder, der auf einem Gemälde dargestellt ist. Das Besondere dabei: Oben rechts im Bild ist das Schloss zu sehen, bevor der italienisch geprägte neue Teil dazu kam.

Die Veyders kamen an ein Vermögen, unter anderem durch Heirat in gut gestellte Familien in Luxemburg. Sie verliehen Geld an verarmten Adel und so kamen sie, als dieser die Schulden nicht begleichen konnte, nach und nach an Ländereien und eben auch das Schloss.

Ein weiterer gesellschaftlicher Aufstieg in bessere Kreise gelang Johann Werner von Veyder. Er studierte Jura und wurde Weihbischof von Köln. Damit war er auch in der Lage, das Schloss von dem renommierten Architekten, der damals in Düsseldorf tätig war, bauen zu lassen. Auch in der Zeit danach geht der Aufstieg der Familie weiter.
Der Erbe von Johann Werner nannte sich "von Veyder und Malberg". Er gründet das Hüttenwerk in Malberg und ist finanziell in der Lage weiter in das Schloss zu investieren. Es werden wertvolle Skulpturen und Wandbehänge beauftragt.

Mit der französischen Revolution enden die guten Zeiten des Schlosses. Ein Teil der Nachkommen verlässt Schloss Malberg und wandert nach Österreich aus. Karl von Veyder blieb im Schloss Malberg, verlor aber nach und nach Teile des Besitzes. Mit der Heirat der Tochter von Oberforstmeister Gerhard Schmitz konnte er den Unterhalt des Schlosses schließlich sichern. Später wurde von der Familie Schmitz-Malberg hier eine Pension betrieben.Extra: SCHLOSS MALBERG HEUTE


Dem Förderverein, der vor 20 Jahren gegründet wurde, geht es um den Erhalt und die Wiederbelebung von Schloss Malberg. Das Anwesen befindet sich seit 1989 im Besitz der Verbandsgemeinde Kyllburg (heute Bitburger Land), nachdem es zuvor als Pension genutzt wurde. Der angestrebte Verkauf scheiterte bislang immer, da zusätzlich zum Kaufpreis enorme Summen in die Restaurierung des Schlosses fließen müssen. Seit gut 20 Jahren kümmerten sich die Verbandsgemeinde und der Förderverein mit um den Erhalt. Viel wurde schon geschafft. Rund zehn Millionen, ein großer Teil aus Landeszuschüssen, seien schon in den Bau geflossen, sagt der Vereinsvorsitzender Bernhard Gies. Doch ist der Eingangsbereich noch im Rohbau. Ziel ist es, das Schloss so herzurichten, dass auch eine Gastronomie möglich ist. Derzeit gibt es kulturelle Veranstaltungen. Auch für Hochzeiten kann ein Raum angemietet werden. www.schloss-malberg.de