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Aus dem Archiv (April 2016): Schluss mit Notlösungen: Kreis investiert Millionen in seine Schulen

Aus dem Archiv (April 2016) : Schluss mit Notlösungen: Kreis investiert Millionen in seine Schulen

Neue Sporthalle in Bitburg, Brandschutz fürs Prümer Gymnasium: 2016 investiert der Eifelkreis Bitburg-Prüm 10,3 Millionen Euro und damit vier Millionen mehr als im vorangegangenen Jahr in seine Schulen. Weil alle Gebäude um die 50 Jahre alt sind, rechnet der Kreis in den kommenden Jahren mit Ausgaben in Höhe von rund 40 Millionen Euro.

Aus dem Archiv (April 2016): Schluss mit Notlösungen: Kreis investiert Millionen in seine Schulen
Foto: Archiv/Fritz-Peter Linden

Wenn nichts mehr geht, geht immer noch die Notlösung: Seitdem eine Stahlsäule im alten Sportgebäude des Bitburger St.-Willibrord-Gymnasiums einknickte, sich Risse an Boden und Decke bildeten und die Halle schließlich als einsturzgefährdet eingestuft wurde, müssen die Schüler zum Sportunterricht auf den Flugplatz ausweichen (der TV berichtete).

Für den Neubau einer Dreifeldsporthalle - sowie einer neuen Mensa und Küche - waren im Haushalt 2015 etwa 1,6 Millionen Euro eingeplant. Mit den Bauarbeiten losgehen durfte es trotzdem nicht. Dafür fehlte immer noch die Förderzusage des Landes.

"Der Bescheid ist jetzt endlich bei uns eingegangen", sagt Martin Olinger von der Kreisverwaltung zufrieden. Denn: Die Schulaufsicht in Trier hatte zunächst mitgeteilt, den Neubau einer drei Felder großen Turnhalle finanziell nicht unterstützen zu wollen. Sie sehe nur Bedarf für zwei Felder. "Wir haben einen Kampf gegen Windmühlen geführt." Aber dann, erzählt Olinger, habe man die Finanzierung für das dritte Feld gesondert über das Ministerium erwirkt.

Damit kann der Kreis einhalten, was er sich von Anfang an für das Bitburger Gymnasium gewünscht hat: eine Dreifeldsporthalle - und dort, wo derzeit noch die marode Turnhalle steht, eine Mensa, die die Schüler mit Essen versorgen soll. In diesem Jahr werde laut Olinger mit den Arbeiten gestartet - 3,5 Millionen Euro sind dafür im Haushalt für 2016 eingeplant. Insgesamt kostet das Projekt 13,4 Millionen Euro.

Und das Land hat für allerlei Arbeiten an dem Bitburger Gymnasium (darunter etwa auch die Erweiterung der Bibliothek) insgesamt rund 3,2 Millionen Euro aus Schulbaumitteln in Aussicht gestellt - 807.000 Euro hiervon entfallen auf die zwei Sporthallenfelder. Für das dritte Feld wurde eine Förderung von 306.000 Euro aus Sportfördermitteln bewilligt.

Rückblick: Der Eifelkreis Bitburg-Prüm, der Träger von zwölf Schulen ist, in denen aktuell rund 7800 Schüler unterrichtet werden, hatte für eben diese im Haushalt 2015 insgesamt rund 6,3 Millionen Euro an Investitionen eingestellt. Davon entfielen allein 2,8 Millionen Euro auf den Brandschutz. 2016 nimmt der Kreis noch mehr Geld in die Hand: 10,3 Millionen Euro stellt er für Investitionen an den Schulen bereit (siehe auch Extra).

"Unabhängig davon, dass man jährlich etwas reinsteckt", sagt Olinger, "irgendwann sind alle Fenster fällig, alle Toilettenanlagen, alle Sporthallen. Das kommt für uns alles jetzt." Und warum, sei schnell erklärt: "Der Knackpunkt ist einfach das Alter der Gebäude." Die meisten der Schulen seien zu Beginn der 70er Jahre erbaut worden, und "Schulen sind nunmal die am intensivsten genutzten Gebäude". Deshalb rechnet der Kreis bis 2020 mit Ausgaben in Höhe von rund 40 Millionen Euro.

Obendrauf komme dann die Sache mit den Brandschutz-Auflagen: "In einem Bestandsgebäude ist das schwieriger. Die Lösung, wie man das macht, muss man erstmal finden, und die wird teurer als in einem Neubau. So kommen dann die Beträge zusammen", sagt Olinger.

Das bekommen auch die Prümer zu spüren. Am Regino-Gymnasium geht es eigentlich um zwei Baustellen - und zwar große. Dort müsste die Dreifeldsporthalle energetisch saniert werden. Die Kosten dafür werden auf 2,4 Millionen Euro geschätzt. Kommt im Frühjahr die Förderzusage, will der Kreis das Projekt auch angehen. Er hat im Haushalt für 2016 schon 750.000 Euro eingeplant.

Mit Ausgaben von 2,8 Millionen Euro in 2016 (insgesamt etwa 5 Millionen Euro) rechnet der Kreis, um das Regino-Gymnasium in Sachen Brandschutz auf den neuesten Stand zu bringen. Das scheint die noch dringlichere Angelegenheit: Weil mehrere Räume längst nicht mehr auf dem geforderten Stand sind, dürfen sie schon jetzt nicht mehr für den Unterricht benutzt werden. Deshalb werden einige Klassen bereits seit den letzten Sommerferien in Containern unterrichtet. Das Provisorium hier: Klassenzimmer auf dem Schulhof.

Extra
Neben den Gymnasien in Bitburg und Prüm gibt der Kreis vor allem für diese Projekte 2016 größere Summen aus:
Otto-Hahn-Realschule plus Bitburg: energetische Sanierung der Dreifeldsporthalle, 1,3 Millionen Euro, in 2016: 400.000 Euro.
Kaiser-Lothar-Realschule plus Prüm: Brandschutz vor Verlegung des Schulbetriebs, Kosten insgesamt: 625.000 Euro, Sanierung der Sporthalle, 555.000 Euro, in 2016: 100.000 Euro.
Franziskus Grund- und Realschule plus Irrel: Mensa-Ausbau und bauliche Verbesserungen, 1,75 Millionen Euro, in 2016: 450.000 Euro. Teil-Sanierung (Grundschulbereich), 1,8 Millionen Euro, in 2016: 300.000 Euro.
Theobald-Simon-Schule Bitburg: Energetische Sanierung von Verwaltungstrakt und Altbau, Umgestaltung der Kraftfahrzeug-Werkstatt, Schaffung eines Multifunktionsraumes, insgesamt in 2016: 760.000 Euro.

Meinung
Der Schulbetrieb läuft derzeit nicht überall perfekt. Der Kreis muss auch künftig jede Menge stemmen. Bei all dem Pflichtprogramm schafft er trotzdem dieses Jahr für die Schüler der Theobald-Simon-Schule in Bitburg I-Pads an. Man darf also Vertrauen haben - und auch ruhig mal den Hut ziehen.
e.blaedel@volksfreund.de