1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Schluss mit Schimmel und Feuchtigkeit

Schluss mit Schimmel und Feuchtigkeit

Teurer als erwartet: Die Renovierung der Bleialfer Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ist so gut wie abgeschlossen (der TV berichtete). 14 Monate lang wurden Fassade, Fenster und Dach renoviert. Die anfangs veranschlagten Kosten von 155 000 Euro haben sich jedoch mehr als verdoppelt. Die Schäden waren doch schlimmer als angenommen.

Bleialf. Die Dachdecker legen letzte Hand an bei der Renovierung der Bleialfer Pfarrkirche. An der Fläche über dem Eingang an der Auwer Straße wird noch gearbeitet, danach ist Schluss. Hoffentlich für sehr lange Zeit, wünscht sich Franz Meier, ehemaliger zweiter Vorsitzender des Kirchen-Verwaltungsrates. Die Renovierung hatte sich als kostspieliger herausgestellt als anfangs angenommen.
Vor 14 Monaten bot die mehr als 500 Jahre alte Kirche kein schönes Bild. Vor allem der Turm auf westlicher Seite sah vergammelt aus. Innen waren an vielen Stellen die Wände feucht und schimmelig.
Doch die Pfarrgemeinde konnte sich eine aufwendige Renovierung nicht leisten. Zuvor mussten die Schulden von Sanierungen diverser Kapellen bezahlt werden. Erst das Vermächtnis eines verstorbenen Bleialfer Bürgers über 35 000 Euro und eine Spende der Ortsgemeinde über denselben Betrag brachten die Wende.
Die Pfarrgemeinde stellte einen Finanzplan auf für den Neuanstrich der Fassade, die Sanierung der oberen Fenster, Teile des Dachs und den Ersatz des verwitterten Sandsteins. Mit den Arbeiten wurde im Juni 2011 begonnen.
Im Winter sollte alles fertig sein. Doch während der Dacharbeiten stellte sich heraus, dass der Zustand viel schlechter war als angenommen.
Ein vom Bistum bestellter Sachverständiger prüfte das Gebäude und empfahl, die Kreuzhalterung über dem Eingangsportal, die Dachgauben, die Wandanschlüsse und Teile der Dachflächen zu erneuern. Eine teure Angelegenheit: Zum eingeplanten Gesamtbetrag von 155 000 Euro sollten weitere 165 000 Euro kommen.
Für die Kirchengemeinde war das nicht finanzierbar. Über den Winter wurde die Baustelle stillgelegt und ein zusätzlicher Antrag in Trier eingereicht, sagt Meier. "Und dann geschah ein Wunder. Trier ist uns schrecklich entgegengekommen." Das Bistum übernimmt 90 Prozent der neuen Kosten.
Und den verbliebenen Eigenanteil von insgesamt 99 400 Euro versucht die Kirchengemeinde zu stemmen. "Wir hoffen, dass die Spendenbereitschaft nicht nachlässt", sagt Meier.
Die Bleialfer Kirche ist laut Meier nach der Basilika in Prüm die zweitgrößte Kirche im Altkreis Prüm und Hauptsitz der Pfarrreiengemeinschaft. "Wir haben gute Besucherzahlen, wenngleich sie durch die Renovierung auch nicht gestiegen sind", sagt Meier.
Er hofft, dass nun für mindestens 30 Jahre nichts mehr an der Kirche gemacht werden muss. Nur das am Gebäude klebende Pfarrhaus ist im alten Zustand geblieben. Da Pastor Karl Kneißl aus gesundheitlichen Gründen Ende September aus dem Dienst scheiden wird, habe es nach Ansicht des Bistums mehr Sinn, das Haus zu renovieren, wenn ein neuer Pfarrer dort einzieht, erklärt Meier.
Sorgenkind bleibt allerdings der Kirchturm. Dieser steht auf der Wetterseite. "Das werden wir nicht verhindern können, dass der Turm als erstes wieder ergraut", befürchtet Meier, der nun auf die Schlussrechnungen wartet und erst wieder beruhigt schlafen kann, wenn alles geklärt und bezahlt ist.