Schmelztiegel Bitburg: 30.000 Besucher beim Folklore-Festival
Bitburg · Mehr als 1000 Tänzer und Musiker aus 15 Ländern sorgten am Wochenende in Bitburg für Stimmung in den Gassen, auf den Bühnen in der Altstadt und im Festzelt. Die Polizei schätzt, das rund 30.000 Gäste das Fest besucht haben – trotz des Regenwetters gestern beim Festumzug.
Wo sich Lederhosen, Mittelmeer-Flair und der Zauber Südost-Asiens treffen: Zum Folklore-Festival verwandelt sich Bitburg in einen Schmelztiegel der Nationen. Da tanzen Gäste aus der Slowakei und Italien noch nachts begeistert zur Musik des heimischen Duos Freaky Voices oder eine Gruppe aus Estland begleitet tanzend eine 80 Mann und Frau starke Marschkapelle aus den Niederlanden, die musizierend zum Festzelt zieht.
Ein Erfolg war die Party mit der Queen-Revival-Band am Freitagabend. "Zelt und Festplatz waren brechend voll, wir waren ausverkauft", sagt Michaela Böhm vom Organisationsteam der Stadt. So gut besucht war der Freitagabend seit Jahren nicht mehr. Selbst Bürgermeister Joachim Kandels war am nächsten Tag heiser vom vielen Mitsingen.
Wenn der Bürgermeister auf dem Postplatz sich in niederländischem Volkstanz übt, ins Tenorhorn eines Musikers der Götz Buam aus Jagsthausen bläst und mehr als 500 Gäste begeistert applaudieren, ist Treff der Kulturen. Bei der vom TV moderierten Begegnung am Samstagmorgen auf dem Postplatz stellten sich Tanz- und Musikensembles aus neun Ländern vor und übergaben Gastgeschenke. "Wir kommen immer wieder gerne nach Bitburg, weil wir die Menschen und das Bier hier mögen und uns die Stimmung gefällt", sagte Max Joseph, Dirigent der Band Coronation Brass aus Wales, die seit Jahrzehnten mit von der Partie sind.
Beim 31. Bierfassrollen in der Trierer Straße kämpften 18 Mannschaften vor großem Publikum um das schnellste Fass. Bei den Herren gewann das Team der Feuerwehr Orsfeld. Schnellste Damenmannschaft waren die "Eifel Mädels".
Beeindruckend ist die Freude und der Stolz in den Gesichtern der Tänzer und Musiker, wenn sie zum Klang ihrer Nationalhymnen ins Festzelt einziehen. Elf Flaggen wehten diesmal auf der Bühne, nachdem Elena Esch die Gruppen souverän dreisprachig vor rund 900 Gästen begrüßt hatte. Zu den Höhepunkten zählten die Auftritte der feurigen Slowaken sowie der Tänzer und Musiker aus Indonesien, die noch kurz vor Mitternacht die Gäste zu begeistertem Applaus hinrissen. Roberto Leone aus Bitburg freute sich, Schulfreunde aus seiner Heimat Kalabrien wiederzusehen und durfte die Tänzer dank der Initiative von Moderator Martin Bermes kurz begrüßen: "Viva Italia."
Beim festumzug am Sonntagnachmittag regnete es zwar, das hielt jedoch kaum einen ab, das Spektakel zu verfolgen Nach Angaben der Polizei säumten rund 15.000 Besucher die Straßen und Gassen der Altstadt, durch die mehr als 30 Gruppen aus 15 Nationen tanzend und musizierend in den Trachten ihrer Heimat zogen. Zwischen einer Delegation der Marine aus Neustadt in Holstein und den Tänzern aus Estland versprühte eine Gruppe aus Costa Rica südamerikanisches Feuer. Ob singende Franzosen, Niederländer in Holzschuhen oder tanzende Kroaten: Sie lächelten auch im Regen und das Publikum dankte immer wieder mit Szenen-Applaus.