Schnee in der Eifel: Unfälle, Staus und schulfrei

Wetter : Schnee in der Eifel: Unfälle, Staus und schulfrei

In der Nacht hat es stark geschneit. Auf den glatten Straßen kam es zu einigen Unfällen und Staus. Müllabfuhr und Busse konnten nicht fahren. Der Unterricht in vielen Schulen im Eifelkreis und im Vulkaneifelkreis fiel aus.

Eine dicke weiße Decke liegt am Donnerstag über der Eifel. 15 bis 20 Zentimeter hoch türmt sich der Schnee mancherorts auf. Während sich Ski- und Rodelfans am Schwarzen Mann, auf dem Ernstberg und dem Mäuseberg freuen (Siehe Info), war das Wetter für Auto- und vor allem Busfahrer eine Herausforderung. In beiden Kreisen kam es zu Unfällen, Staus und Verkehrsbehinderungen. Schulen mussten den Unterricht absagen, weil Kinder und Jugendliche es nicht hinschafften.

Kein Schneeschreck: Diesen Fahrer, der zwischen Schloßheck und Oberlauch unterwegs ist, hält der Winter nicht von der Straße. Foto: Fritz-Peter Linden

Ungewöhnlich an der Wetterlage: Vor allem rund um Bitburg kamen viele Flocken runter. Im Norden des Eifelkreises und Vulkaneifelkreises fiel schon morgens kein Schnee mehr. „Das habe ich noch nie erlebt“, sagt Herbert Klar, Chef der Autobahnmeisterei Prüm. Normalerweise erwischt der Winter die Schneifel und den Islek deutlich kälter als etwa das Bitburger Land oder die Südeifel.

Die Müllabfuhr ist am Donnerstag nicht in alle Gassen gefahren - auch nicht in die Adrigstraße in Bitburg. Foto: TV/Dagmar Dettmer

Räumdienste: Trotzdem habe die Autobahnmeisterei Prüm die Lage im Griff gehabt. Herbert Klar sagt: „Wir waren 24 Stunden im Einsatz. Geräte und Personal haben standgehalten.“ Die A 60 sei morgens von der belgischen Grenze bis zur Anschlussstelle Landscheid frei gewesen.

Für das Räumen und Streuen aller anderen Hauptverkehrswege im Eifelkreis sind die Straßenmeistereien Prüm und Bitburg zuständig. Auch hier sei alles ohne Probleme abgelaufen, heißt es auf TV-Anfrage. Morgens um 2 hätten die Mitarbeiter sich auf die Schneepflüge gesetzt – und sich dann nicht nur um Straßen, sondern auch Hindernisse beseitigt. Wegen der Schneelast waren Bäume auf die Straße gestürzt, etwa am Schwarzen Mann bei Prüm, auf der L 39 zwischen Röhl und Speicher sowie auf der L 7 bei Brecht. Frei, beziehungsweise „schwarz“ wie es bei den Straßenmeistereien heißt, seien die Hauptstrecken gegen 6 Uhr gewesen.

Weil alles weiß ist, will man zum Schwarzen Mann. Denn im Wintersportgebiet laufen die Lifte seit Donnerstag. Foto: Fritz-Peter Linden

Unfälle: Trotz der umfangreichen Räumarbeiten kam es am Donnertag zu zwei Unfällen auf den Autobahnen 60 und 1. So war zwischen Manderscheid und der Raststätte Eifel ein LKW von der Straße abgekommen und umgekippt. Verletzte gab es zwar keine. Es entstand aber Schaden von rund 50 000 Euro. Zwischenzeitig bildete sich zwischen Trier und der Vulkaneifel eine Autoschlange, weil die Straße gesperrt war. Später wurde der Verkehr aber an der Unfallstelle vorbeigeführt. Auf der A 60 war dies nicht nötig. Am frühen Morgen geriet hier auf der Salmtalbrücke bei Landscheid (VG Wittlich Land) zwar auch ein Auto in die Leitplanke. Der Wagen blieb aber abseits der Fahrbahn liegen. Der anschließende Stau, der bis zum Vormittag den Verkehr zwischen Wittlich und Bitburg lahmlegte, hatte mit dem Unfall also nicht zu tun gehabt, sagt ein Sprecher der Autobahnpolizei Schweich.

Unfreiwillige Arbeitspause auf dem Hahnplatz in Prüm – wenn’s schneit, müssen die Bagger ruhen. Foto: Fritz-Peter Linden

Sonst kam es nirgendwo wegen Unfällen zu Staus. In der Vulkaneifel krachte es zwar am Donnerstag fünfmal und einige LKW stellten sich auf der glatten Straße quer. „Gravierende Vorfälle“ habe es aber laut Polizei Daun aber nicht gegeben. Die Polizei Prüm meldet am Donnerstag auch nur einen Zusammenstoß in Schönecken (VG Prüm) um 9.50 Uhr. Mehr gab es für die Beamten in Bitburg zu tun.

Übersehen kann man sie nicht: Vier schwarze Schwäne genießen das Futterangebot im Bach des Prümer Kurparks. Foto: Frank Auffenberg
Auch auf der B 51 war es Donnerstag ruhig. Foto: Fritz-Peter Linden

Gegen 6 Uhr wurde bei einem Unfall zwischen Gemünd (VG Südeifel) und Dauwelshausen ein Fahrer verletzt. Sein Auto war weggerutscht und hatte sich quergestellt. Der Fahrer des darauffolgenden Wagens konnte nicht mehr bremsen und krachte ins Unfallfahrzeug.

Auf der Autobahn 60 bei Prüm fließt der Verkehr trotz Schnee wie immer. Foto: Fritz-Peter Linden

Etwa zwei Stunden später knallte ein Auto bei Edingen (VG Südeifel) gegen die Leitplanke. Beim Bremsen war der Wagen zuvor ins Schleudern geraten. Um 8.30 Uhr kollidierten in der Einfahrt des Globus-Baumarkts in Bitburg zwei Autos. In Rodershausen (VG Südeifel) stießen gegen 10.30 Uhr  zwei Autos zusammen, eine Stunde später krachte es in der Bitburger Brodenheckstraße. In beiden Fällen blieb es bei Blechschäden. Anders ging die Sache für zwei Fahrer aus, die gegen 12.53 Uhr auf der Kreisstraße 30 bei Idenheim (VG Bitburger Land) unterwegs waren. Sie krachten frontal gegeneinander. Beide Fahrer wurden verletzt. Den letzten Unfall meldet die Polizei am Donnerstag um 13.46 Uhr. Zwischen Röhl und Hüttingen an der Kyll (VG Bitburger Land) war ein Auto von der Straße abgekommen. Verletzt wurde niemand.

Der Heilige Laurentius in Daun wurde zwischenzeitig eingeschneit. Foto: TV/Stephan Sartoris

Und dann gab es noch einen weiteren, eher kuriosen Vorfall, in Nusbaum (VG Südeifel). Hier wollte ein Landwirt mit seinem Traktor beim Schneeräumen helfen, beschädigte dabei aber einen Telefonkasten. Also musste die Bitburger Polizei um 11.15 Uhr ein weiteres Mal ausrücken.

Die Lavabombe in Strohn: nicht so heiß, als dass sie Schnee schmelzen würde. Foto: TV/Stephan Sartoris

Müllabfuhr: Gar nicht ausrücken, konnten am Donnerstag die Müllautos in der Vulkaneifel. „Wegen des Schnees haben unsere Lastwagen es in Walsdorf nicht mal vom Hof geschafft“, sagt Andrea Heinze, Betriebsleiterin der Firma Remondis. Das Unternehmen sammelt den Abfall in beiden Eifeler Landkreisen. In manchem Dorf rund um Daun mussten die Tonnen am Donnerstag aber stehenbleiben. Sie werden laut Heinze erst am nächsten Abfuhrtermin in 14 Tagen abgeholt.

Auch die Bitburger und Prümer werden ihre gelben Säcke noch zwei Wochen lagern müssen. Auch in den beiden größten Eifelstädten sollte am Donnerstag die Müllabfuhr vorbeischauen. Allerdings waren hier wohl nicht alle Straßen geräumt, wie Heinze sagt. In der Abteistadt sei man noch „einigermaßen durch die Hauptstraßen durchgekommen“. In Bitburg habe der Schnee aber selbst in der Fußgängerzone zentimeterhoch gelegen. „Da haben unsere Wagen keine Chance. Die haben das selbe Problem wie die Busse.“

Busverkehr: Apropos Busse. Die standen zumindest am Morgen vielerorts still. Die meisten Ausfälle und Verspätungen gab es im Altkreis Bitburg.

Bei der Dudeldorfer Firma Walscheid Busreisen gab es ab 6 Uhr Probleme auf allen Linien, die durch die Eifel führen. Weder von Herforst nach Schweich (Linie 331), von Dudeldorf nach Trier (231), von Bitburg nach Spangdahlem (403), von Gillenfeld nach Wittlich (305), noch von Gillenfeld nach Daun (503) fuhren Busse. Noch mittags erklärt eine Sprecherin: „Verspätungen gibt es nach wie vor bei allen Linien.“ Die Strecke Herforst-Schweich werde nach wie vor nicht befahren, andere „nur teilweise“. Auch für Morgen könne die Mitarbeiterin nicht garantieren, dass der Verkehr wieder rolle: „Wenn das Wetter genauso ist wie heute, wird es wieder Ausfälle geben.“ Letztlich entscheide aber jeder Busfahrer selbst, ob er sich die Fahrt zutraue oder nicht.

Bei der Moselbahn Vertriebsgesellschaft sieht es kaum anders aus. Morgens kamen die Busse zwischen Biesdorf und Trier (441), zwischen Neuerburg, Irrel und Biesdorf (442), zwischen Biesdorf und Bitburg (443), zwischen Vianden und Bitburg (444) und zwischen Biesdorf und Oberweis (445) nicht voran. Bis 11.45 Uhr hatten sie den Betrieb zwar nach und nach wieder aufgenommen. Den Schülern half das dann aber nicht mehr.

Schulen: Weil viele Kinder und Jugendliche es nicht in die Schule schafften, fiel vielerorts der Unterricht aus – so etwa im Gymnasium Neuerburg und im Sankt-Josef-Gymnasium in Biesdorf. Morgen soll der Unterricht in der Südeifeler Privatschule allerdings nicht ausfallen, sagt eine Mitarbeiterin: „Es sei denn, es gibt wieder Schneechaos.“

Probleme mit dem Schulbus gab es am genossenschaftlichen Gymnasium in Speicher nicht. Denn der fährt auch nicht bei gutem Wetter. Die Kinder aus den umliegenden Orten werden von den Eltern mit dem Auto hingebracht. Doch auch viele der Mütter und Väter hätten die Fahrt nicht gewagt, sagt Alwin Ersfeld, Vorsitzender der Schulgenossenschaft – nicht mal alle Lehrer. Ersfeld: „Richtung Trier und Richtung Bitburg war die Straße total verschneit.“ Er  geht aber davon aus, dass es mit dem Betrieb am Freitag normal weitergeht. Auch das Sankt-Willibrord-Gymnasium in Bitburg wird morgen öffnen. In die Bierstadt hatten es aber auch am Donnerstag die meisten Schüler geschafft, ebenso ans Regino-Gymnasium Prüm und in die Realschule plus in Bleialf.

Das können die Lehrer an der Grundschule Bollendorf (VG Südeifel) nun nicht behaupten. Von den 84 Kindern saßen am Donnerstag nur 14 in den Klassen. Ob die Schule morgen öffne, wolle man spontan entscheiden. Sandra Dhur Grundschule in Daleiden (VG Arzfeld) hat es diesmal nicht so schwer getroffen. Es ärgert sie trotzdem, dass die Schulen immer erst spät von extremen Wetterlagen und ausfallenden Bussen erfuhren: „Da müsst es doch eine Stelle geben, die uns darüber informiert. Wir sind doch keine Hellseher.“ Felix Klormann vom Verkehrsverbunds Trier bedauert, dass die Schulen sich schlecht informiert fühlen und verweist auf die Homepage des Verbunds. Hier gebe es immer aktuelle Verkehrsinformationen: „Dafür müssen wir vielleicht nochmal werben.“

Anders als im Eifelkreis waren in der Vulkaneifel alle Schulen geöffnet, wie die Kreisverwaltung mitteilt. Allerdings habe es durch die Bank ausgedünnte Klassen gegeben, da viele Schüler wegen der Einstellung des Busverkehrs keine Chance hatte, zum Unterricht zu kommen. „Bei uns wurde ganz normal unterrichtet“, sagt  Walter Doenhardt, stellvertretender Leiter der Berufsbildenden Schule in Gerolstein. „Wir haben die Schüler auch nicht vorzeitig entlassen, weil zeitweilig nicht sicher war, ob denn von Gerolstein aus wegkommen würden.“