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Infrastruktur: Schneller wird es im Eifelkreis dann langsamer als gedacht

Infrastruktur : Schneller wird es im Eifelkreis dann langsamer als gedacht

Für mehr als 4,3 Millionen Euro wird die Telekom nun auch die sieben letzten Gemeinden des Kreises mit Glasfaser versorgen.  Der Auftrag wurde erteilt. Die Umsetzung nimmt jedoch mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant.

Es gibt eine gute Nachricht und eine schlechte. Zunächst die gute. Genau genommen sind es sogar zwei. Es wird günstiger als gedacht. 5,3 Millionen Euro waren für den sogenannten FTTB-Ausbau in den Ortsgemeinden Burbach, Neidenbach, Neuheilenbach, Biers­dorf, Wiersdorf Oberweiler und dem Wißmannsdorfer Ortsteil Koosbüsch veranschlagt. 4,3 Millionen Euro wird es aber nur kosten. Das ist doch schon mal was.

FTTB steht für „Fiber to the building“, was übersetzt bedeutet, dass die Glasfaserleitungen bis ins Haus gelegt werden. Womit wir bei der zweiten guten Nachricht wären, die wiederum die bereits erwähnten sieben Gemeinden aus dem Bitburger Land betrifft. Diese Dörfer sind nämlich die ersten im Kreisgebiet, bei denen die Glasfaserstränge nicht nur bis zu den Verteilerkästen im Dorf, sondern wirklich bis in die Häuser gezogen werden. Das ermöglicht Übertragungsgeschwindigkeiten von 1000 Megabit pro Sekunde. Und nun die schlechte Nachricht: Bis alle Häuser in diesen Gemeinden angeschlossen sind, dauert es noch eine Weile.

„36 Monate sind der theoretische Zeitplan, wir hoffen aber natürlich, dass es vielleicht auch schneller geht“, sagt Günter Gansen, zuständiger Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Ursprünglich anvisiert war eine Umsetzung bis März 2020. Dieses Ziel ist jedoch nicht mehr zu halten. Zwar hat der Kreisausschuss kürzlich der Telekom Deutschland den Zuschlag erteilt. Doch sieht der Vertrag eine Umsetzung der Maßnahme in einem Zeitraum von drei Jahren vor. Die Telekom hat also bis Mai 2022 Zeit, sämtliche Gebäude anzuschließen.

Das sei in der Tat unbefriedigend, hänge letztlich aber auch mit dem enormen Aufwand zusammen, erklärt Gansen. Schließlich müssten die Leitungen durch alle Straßen und Grundstücke gelegt werden. Zudem sei die Telekom derzeit auch damit beschäftigt, die anderen Gemeinden sowie die Schulen im Rahmen der Breitband-Initiative des Eifelkreises mit schnellem Internet zu versorgen.

Dieses kreisweite Projekt, bei dem insgesamt rund 600 Kilometer Glasfaser im Erdreich verschwinden, ist im Grunde der dritte Schritt. Mehr als 14 Millionen Euro wurden bereits in den beiden ersten Stufen der Breitbandinitiative investiert. Damit wurde die Grundversorgung gesichert. Zukünftig aber sollen alle Haushalte des Kreisgebiets mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde ausgestattet sein. Um das zu gewährleisten, fließen derzeit weitere 26 Millionen Euro in den Breitbandausbau des Kreises.

Dafür zuständig ist ebenfalls die Telekom, die das gesamte Kreisgebiet in zwei sogenannte Cluster eingeteilt hat. Der Nordcluster umfasst die Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld und der Südcluster den Rest des Eifelkreises. Jeder dieser beiden Cluster besteht wiederum aus sechs Ausbaugebieten, deren Zusammensetzung sich nach den Ortsvorwahlen richtet und in denen zeitversetzt mit dem Ausbau begonnen wird (der TV berichtete).

Erklärtes Ziel ist es, das Projekt bis Frühjahr 2020 in allen Ausbaugebieten abgeschlossen zu haben. Und so wie es derzeit aussieht, gibt es dabei lediglich leichte Verzögerungen. Bis Mitte 2020, so Gansen, dürften alle Orte am Hochgeschwindigkeitsnetz hängen.

Ausgenommen sind dann lediglich die sieben FTTB-Gemeinden. Dass diese nicht bei dieser Breitband-Initiative berücksichtigt wurden, liegt daran, dass sie nach Angaben eines dort aktiven Internetanbieters bislang als ausreichend versorgt galten. Weshalb sie bei den bisherigen Ausschreibungen zum Breitbandausbau auch nicht berücksichtigt wurden. Wenn die Breitband-Initiative jedoch abgeschlossen ist, werden diese Gemeinden die am schlechtesten versorgten Dörfer des Kreisgebiets sein.

Bereits 2016 hat der Kreis deshalb einen Förderantrag für diese Dörfer gestellt. Vergangenes Jahr wurde dann nach der Zuschussbewilligung das Projekt, das die Versorgung von rund 1100 Haushalten umfasst, ausgeschrieben. Und das wirtschaftlichste Angebot hat dabei laut Kreis mit 4,3 Millionen Euro die Telekom abgegeben. Der Bund beteiligt sich mit 60 Prozent (2,6 Millionen Euro) und das Land mit weiteren 30 Prozent (1,3 Millionen Euro) an den Kosten. Die restlichen 434 000 Euro trägt der Kreis.