Schnieders langer Schatten

Schnieders langer Schatten

LAUPERATH-SCHEIDCHEN. Der CDU-Gemeindeverband Arzfeld schickt erneut Patrick Schnieder ins Rennen um den Posten des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters. Ob er es am 2. April mit einen Gegenkandidaten zu tun hat, entscheidet sich heute.

48 Stimmberechtigte, 48 Ja-Stimmen. Patrick Schnieder wird sich am 2. April zum zweiten Mal für die CDU Arzfeld um den Posten des Verbandsgemeinde-Bürgermeisters bewerben. Der 37-Jährige ist seit 1998 Verwaltungschef in Arzfeld und inzwischen zum Boss der CDU-Fraktion im Kreistag Bitburg-Prüm avanciert. Zudem wird er als aussichtsreicher Anwärter für die Nachfolge des Bundestagsabgeordneten (MdB) Peter Rauen gehandelt.Amtsinhaber mit Vorschusslorbeeren

"Mit Patrick Schnieder haben wir trotz schlechter Kassenlage viel hinbekommen", schickte Gemeindeverbandschef Klaus Juchmes am Montagabend im Gemeindehaus von Lauperath-Scheidchen voraus. Und auch Kreisvorsitzender Michael Billen war voll des Lobes: als man Staatssekretär Günter Eymael vor fünf Jahren für den Radwegebau in der Eifel "zehn Millionen Euro aus den Rippen geschnitten" habe, sei Patrick Schnieder alles andere als unbeteiligt gewesen. In einer exakt 60-minütigen Rede analysierte Patrick Schnieder die vergangenen knapp acht Jahre unter Berücksichtigung der speziellen Strukturen der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld. So kam der Unionspolitiker nicht nur auf die Arbeitsplatzsituation zu sprechen, sondern auch auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft. Mit der so genannten agrarstrukturellen Entwicklungsplanung (AEP) seien der "verbleibenden Landwirtschaft" zumindest weitere Standbeine angetragen worden, wie zum Beispiel auf den Sektoren Biogas, Solarenergie und Holz. Mit Genugtuung blickte Patrick Schnieder auf Erfolge durch Städtebauförderung und Dorferneuerung zurück. Die Gemeinde Waxweiler sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man sich der drohenden Verödung von Dorfkernen entgegenstemme. Dies sei auch in anderen Orten möglich. Schnieder: "Das Ziel muss das gleiche sein." Im weiteren Verlauf seiner Rede sprach sich der amtierende Rathauschef für die Ausweisung von Neubaugebieten aus. Dort, wo solche Flächen erforderlich seien, machten sie Sinn, wie zum Beispiel zuletzt in Arzfeld, Lambertsberg und Plütscheid. Derlei Vorhaben "mit der Keule der demografischen Entwicklung zerschlagen zu lassen, ist falsch", sagte Schnieder. "Es muss nach Bedarf entschieden werden." Besonders hob Patrick Schnieder die Erfolge auf dem Gebiet der Abwasserbeseitigung hervor. Inzwischen sei in der VG Arzfeld ein Anschlussgrad von 85 Prozent erreicht, bereits in einem bis zwei Jahren ziele man auf die 90-Prozent-Marke. Nachrichten, wonach er in vier Jahren als Bundestagsabgeordneter für Peter Rauen nach Berlin gehe, dementierte Schnieder am Montagabend nicht. Gleichzeitig betonte er, seine Entscheidungen dann zu treffen, wenn sie anstünden. Dass der politische Gegner mit diesem Argument gegen ihn punkten wolle, sei letztendlich ein Wahlaufruf zu seinen eigenen (Schnieders) Gunsten. Denn wer für den Posten eines MdB würdig befunden werde, der sei ja dann auch sicher erste Wahl in Arzfeld, konterte Schnieder und stellte klar: "Mich treiben noch einige Dinge an, auch in der Heimat." Ob die SPD einen Kandidaten aufstellt, stand gestern noch nicht fest. Nach den Worten des stellvertretenden Kreisvorsitzenden Rainer Hoffmann fällt die Entscheidung heute Abend. Wie berichtet, verzichten sowohl FDP als auch FWG und Grüne auf eine Kandidatur gegen den Amtsinhaber.

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