Schönecker "V-Frage" bleibt ungelöst

Schönecker "V-Frage" bleibt ungelöst

SCHÖNECKEN. Am Donnerstagabend stand der Schönecker Verkehrs- und Gewerbeverein vor der schicksalsträchtigsten Sitzung seiner Geschichte: Es galt, endlich einen Vorsitzenden zu finden, da ansonsten die Auflösung droht.

Angesichts einer so schwierigen Entscheidung zog es nur erstaunlich wenige Mitglieder ins Café Gitzen: Nur langsam füllte sich der Saal mit 33 der insgesamt 109 Vereinsmitglieder. Nachdem Jahres- und Finanzbericht verlesen waren, herrschte plötzlich Stille, denn der nächste Tagesordnungspunkt sah die Entlastung des Vorstands vor. Ottmar Koch stellte aus der Versammlung heraus den Entlastungsantrag und versäumte es dabei nicht, der bislang provisorischen Führung um Adelheid Karp und Rolf Müller für ihren Einsatz zu danken: "Auch wenn Sie sich oft als Notstopfen empfunden haben, haben Sie Ihre Arbeit mit Bravour gemacht, zum Beispiel die Ausrichtung der Nimstalschau. Wir können stolz sein auf Schönecken und Ihren Einsatz; das hat uns alle weitergebracht." Adelheid Karp stellte deutlich heraus, dass die provisorische Spitze nicht mehr zur Verfügung stehe: "Wir haben es gern gemacht, aber so kann es nicht weitergehen. Wie wir schon in der Einladung angekündigt haben, lehnen wir ein weiteres Provisorium ab." Um 21.10 Uhr schlug dann endgültig die Stunde der Wahrheit für den Verein. Da sich im Vorfeld keine Kandidaten gefunden hatten, lag es an der Versammlung, Vorschläge zu machen. Mit gesenktem Kopf hoffte ein jeder in der Runde, dass der Kelch an ihm vorübergehen möge, doch schließlich fielen wie in der Vorjahressitzung fast alle Namen und wurden jedes Mal aufs Neue mit einem prompten "Nein Danke" quittiert. Wiederholt ertönte der Ruf nach Karp und Müller, die aber rigoros hinter ihrem Wort standen, aufzuhören. Rolf Müller machte allen potenziellen Kandidaten Mut und bot seine Rückendeckung an: "Die Arbeit wird für den Vorsitz gut zu bewältigen sein, wenn sie auf acht Schultern verteilt ist." "Dann fällt der Verein wohl ins Wasser"

Nichtsdestotrotz schob jeder die Verantwortung so gut es ging von sich. Die einen argumentierten mit ihrer völligen beruflichen Auslastung als Selbstständige, die anderen führten ihr ausfüllendes Engagement in anderen Vereinen und Parteien an; und manch einer fühlte sich einfach nicht berufen, diese Funktion zu übernehmen. So viel Ablehnung stieß bei Adelheid Karp auf kein Verständnis: "Denkt an Schönecken. Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass hier keiner was auf die Beine stellen will. So kommen wir nicht weiter, dann fällt der Verein wohl ins Wasser." Um das Debakel um die "V-Frage" nicht noch weiter ausufern zu lassen, wurde beschlossen, zur Wahl der übrigen Vorstandsposten überzugehen, doch auch bei der Kandidatensuche für den zweiten Vorsitz drehte sich die Versammlung im Kreis. Chef-Frage wurde erneut verschoben

Um 21.45 Uhr fasste sich der bisherige Beisitzer Jakob Alff schließlich ein Herz und willigte spontan ein, den stellvertretenden Vorsitz zu übernehmen. Tosender Applaus im Saal und sichtliche Erleichterung auf den Gesichtern der alten "Kommissare" Müller und Karp. Mit seiner Zustimmung brachte Jakob Alff den Stein ins Rollen, und die Wahl der übrigen Amtsträger klappte wie am Schnürchen. In der nächsten Amtsperiode fungiert somit Udo Alten als Kassenwart und Rolf Müller übernimmt die Aufgabe des Geschäftsführers; zu Beisitzern wurden Adelheid Karp, Günter Gitzen, Karsten Reiland und Ernst Burelbach gewählt, Heinz Igelmund sowie Viktor Kalbusch übernehmen die Aufgabe der Kassenprüfer. Als die Kandidatur zum ersten Vorsitzenden erneut auf dem Programm stand, kam die Wahl wieder ins Stocken. Um das leidige Vorschlag-Ablehnung-Spiel nicht wieder beginnen zu lassen, wurde die Chef-Frage erneut verschoben. Bis es zu einem Ergebnis kommt, steht nun der stellvertretende Vorsitzende Jakob Alff in der Pflicht. Mit Unterstützung des Vorstands wird er die Geschäfte des Verkehrs- und Gewerbevereins nun federführend leiten und hofft auf eine gute Zusammenarbeit: "Wir werden versuchen, es euch recht zu machen und die Sache durchzuziehen. Dann wird das schon was werden."

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