Schöner spielen ohne Dreck und Scherben

NEUERBURG. Größer, schöner und sauberer: Die Neuerburger Spielplätze sollen in diesem Jahr verbessert werden.

Drei Mütter folgten der Einladung zur öffentlichen Sitzung des Neuerburger Bau- und Umweltausschusses. "Um 19 Uhr sind die Kinder noch nicht im Bett und manche Männer noch nicht zu Hause", erklärte Marion Domas die magere Resonanz. Um so intensiver beteiligten sich die Mütter allerdings an der Diskussion.Standortwechsel am Plascheiderberg

Einhellig beklagten Ausschussmitglieder und Gäste das Problem Hundekot im Stadtpark. Stadtbürgermeister Hans Heinen verwies auf einen Bericht zu diesem Thema im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde. Er kündigte weitere Aufrufe und die Androhung von Bußgeldern an: "Die Akzeptanz der Tiere leidet darunter, wenn sie zur Notdurft gezwungen werden an Stellen, die für die Freizeit von Menschen gedacht sind." Hundebesitzer könnten den Kot zum Beispiel mit kleinen Tüten beseitigen. Marion Domas schlug vor, eine Art Hundetoilette zu schaffen. Unter anderem als Schutz gegen Hunde soll der Spielplatz im Park mit Stahlrohren eingezäunt werden. Damit auch Kleinkinder die Rutschbahn nutzen können, wünscht sich Alexandra Rechin statt steiler Leitern einen flachen Aufgang, etwa durch aufgeschüttete Erde. Denkbar ist auch eine zusätzliche Rutsche für Kleinkinder. Um die Spielgeräte soll Mulchmaterial ausgelegt werden, damit die Kinder bei Stürzen weicher landen. Möglicherweise kann der Spielplatz um eine Wiesenfläche erweitert werden. Die Mütter wollen sich unter den Eltern umhören und anhand von Katalogen mit Spielgeräten eine Wunschliste zusammenstellen. Die Höhe des Budgets kann die Stadt erst liefern, wenn die Kommunalaufsicht den Haushalt genehmigt hat. In jedem Fall sind beträchtliche Eigenleistungen nötig. Heinen: "Wenn Eltern zu einer Gemeinschaft finden, ist mir nicht bange, dass wir einen schöneren Spielplatz bekommen." Bereits im Dezember hatte der Rat die Schließung des Spielplatzes auf Plascheiderberg beschlossen. Daraus könnte eine Verlagerung werden. Denn folgender Vorschlag von Hubert Heck, Heimleiter des Seniorenheims Berghof, fiel auf fruchtbaren Boden: Brauchbare Geräte vom alten Standort werden auf dem Seniorenheim-Gelände aufgestellt. "Bei uns kommen viele Kinder zu Besuch oder schauen wegen der Kaninchen und Schafe vorbei", begründete Heck sein Ansinnen. Um die Instandsetzung der Geräte soll sich ein Mitarbeiter des Heims kümmern, wobei auch Eltern mithelfen können. Der genaue Standort und das weitere Vorgehen sollen bei einem Ortstermin mit Eltern und Bauausschuss besprochen werden.Bußgelder sollen abschrecken

Ein weiterer Spielplatz befindet sich bei der Kindertagesstätte. Zur Erneuerung des internen Teils gibt es bereits einen Ratsbeschluss. Der öffentliche Teil des Platzes soll so bleiben, wie er ist. "Wunderschön, aber leider furchtbar weit weg", urteilte Marion Domas. "Dort gibt es keinen Hundekot und keine Glasscherben." Im Stadtpark sieht dies (noch) anders aus. Heinen ist optimistisch: "Wenn die ersten Bußgelder verhängt sind, hört das schnell auf." Am Freitag besuchten die Vorschulgruppen der Kindertagesstätte (Kita) Neuerburg fürs TV -Foto den Stadtpark. "Ich gehe am liebsten auf die Rutsche", erzählte die sechsjährige Vanessa Schuh aus Neuerburg. Anna Gubert, stellvertretende Kita-Leiterin, begrüßte die Bereitschaft der Eltern, mit anzupacken: "Es ist wichtig, dauerhaft auf die Sauberkeit und den Zustand der Geräte zu achten."

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