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Glaube im Alltag: „Schöpfer Geist, kehr bei uns ein“

Glaube im Alltag : „Schöpfer Geist, kehr bei uns ein“

Morgen ist Pfingsten – und an diesem Tag feiert die Kirche die Herabkunft des Heiligen Geistes. Es ist im Laufe des Jahres einer der ganz großen Feiertage.

In der Bibel wird dies eindrucksvoll geschildert (Apostelgeschichte 2,1-13) und in unseren Gottesdiensten ebenso eindrucksvoll besungen: „Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein…“, „Komm, Heilger Geist, der Leben schafft…“, oder auch „Komm, Heilger Geist, o dritte Person…“, um nur ein paar der traditionell zu Pfingsten gesungenen Lieder aus dem Gotteslob (Seite 351, 342, 787) zu erwähnen.

In Taufe und Firmung haben wir den Geist Gottes im Sakrament empfangen und sollen in seiner Kraft gestärkt durchs Leben gehen und uns für das Wahre und Gute entscheiden (können). Soweit die christliche Theorie. Und die christliche Praxis?

Die hinkt, wie so oft, hinterher! Denn, auch wenn wir getauft und gefirmt sind, heißt das noch lange nicht, dass alles gut und richtig ist, was wir wollen und tun. In der Kirche heißt es, dass wir mit Gottes Heiligem Geist beschenkt sind – und der Volksmund weiß aus Erfahrung, „dass noch längst nicht jeder Vogel, den wir haben, gleich der Heilige Geist sein muss!“ Gar nicht so dumm!

Und das gilt eigentlich überall: bei Kaufentscheidungen, bei der Berufs- und Partnerwahl, in der Politik, bei Reformen innerhalb der Kirche, bei spontanen Meinungsäußerungen und, und, und. Sind wir vom Heiligen Geist geleitet oder ist es doch eher ein anderer Vogel? Nicht leicht zu entscheiden! Oft ist das ein echtes Dilemma.

Die Tradition der Kirche kennt ein Hilfsmittel. Es nennt sich die „Unterscheidung der Geister“, was so viel meint, wie herauszubekommen, welcher „Vogel“ denn jetzt dahinter steckt. Sie fragt: Was will Gott in einer konkreten Situation von mir, wenn die Umstände nicht eindeutig sind und schnelles Nachdenken nicht sofort zu einem eindeutigem Ergebnis kommt.

Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, gibt mehrere Hinweise zur Klärung: 1. Schau die Situation im Licht der Botschaft Jesu an – was ist ihm gemäß. 2. Nimm dir genügend Zeit, um diese Entscheidung zu treffen, brich nichts übers Knie. 3. Sprich mit einem erfahrenen, weisen und klugen Menschen darüber. 4. Wäge immer wieder vernünftig ab, was gut und richtig ist. Und entscheide erst dann!

In einem Brief des Paulus heißt es: „Prüft alles und behaltet das Gute!“ (1Thess 5,21). Clever! Die Wahrscheinlichkeit, dass dann der Heilige Geist und keiner unserer anderen Vögel hinter einer Entscheidung steht, steigt ganz enorm!

In diesem Sine wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Pfingstfest und viel Heiligen Geist.