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Schüler aus Bitburg beraten über den geplanten Jugendpark

Jugendpark : Schüler beraten über Jugendpark in Bitburg

Seit Anfang des Jahres wünschen sich Jugendliche einen neuen Treffpunkt. Nun geht es mit der Planung endlich weiter. Dabei wurden drei Ziele ins Visier genommen: Eine langfristiges, ein kurzfristiges und ein kurz-kurzfristiges.

Auf BMX-Rädern schießen Jonathan und seine Freunde über das verlassene Gelände der ehemaligen Housing in Bitburg. Ihr Ziel: der in die Jahre gekommene Skatepark. Wurzeln durchbrechen den Asphalt der Bürgersteige. Alles ist ruhig, es gibt kein Anzeichen von Leben. Die Häuser stehen schon lange leer. Nur die Jugendlichen fahren und springen auf ihren Bikes die alten Rampen hinunter.

Natürlich handelt es sich hier nicht um den Anfang einer Horrorgeschichte oder um einen Fall von Vandalismus. Zusammen mit Bürgermeister Joachim Kandels, Mitarbeitern der Stadt und des Hauses der Jugend (HdJ) sowie Stefan Henn vom  begleitenden Institut für Sportstättenentwicklung (ISEK) begutachtet die kleine Gruppe die 1991 erbauten Sportelemente. Der erste Eindruck von Jonathan: „Für Fahrräder nicht so gut, aber für Skateboards perfekt.“

Hinter dem Ausflug steckt eine Idee, die einfach scheint, aber doch kompliziert ist: ein geeignetes Gelände für einen Jugendpark (JuPa)  zu finden, in dem man unter anderem auch mit dem Fahrrad, Roller oder Skateboard fahren kann. Das frühere Air-Base-Gelände gehört dem Bund, heißt konkret: Ohne Anmeldung darf und kann man das Grundstück nicht betreten. Und es gibt noch weitere Probleme und ungeklärte Fragen, die die Wiederbelebung des Skateparks erschweren. „Man müsste den Bereich extra einzäunen“, gibt Henn zu Bedenken. Und führt weiter aus: „Die Rampen und die Halfpipe sind aus Beton, wäre ein Transport an einen anderen Standort überhaupt möglich?“

Auch das Gelände hinter der Eisbahn wird in Augenschein genommen. Ein nicht asphaltierter Boden und die Nähe zum Wohngebiet könnten Schwierigkeiten machen. Alles nicht so einfach. Im anschließenden Gespräch mit den Jugendlichen im Rathaus versuchen beide Parteien, aufeinander zuzugehen. Einerseits will man sich den Vorstellungen der Jugendlichen annähern, andererseits muss bedacht werden, was realistisch und unter wirtschaftlichen und personellen Aspekten umgesetzt werden kann.

Aus Sicht der Schüler besteht der Boden des idealen Jugendparks aus einem Teil Erde für die BMX-Fahrer und einem Teil Beton für die Roller- und Skateboardfahrer. „Ich wünsche mir viel Variation und Elemente für Groß und Klein“, sagt der 13-jährige Jan.

Doch es soll nicht nur Fahrmöglichkeiten geben. In dem offiziellen Einwohnerantrag, der mit 360 Unterschriften im Februar von Co-Initiator und Eifeler Juso-Chef David Cuervo Müller bei der Stadt eingereicht wurde, heißt es: „Der JuPa soll ein freier Treffpunkt für die Jugendlichen der Stadt sein, Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten bieten (Skate-/Bikepark, Ballsport), Raum für kreative Entfaltung bieten (freie Graffiti) und in die mobile Jugendarbeit eingebunden werden können.“

„Ich wünsche mir eine überdachte Bank oder irgendetwas, wo man sitzen kann und nicht beaufsichtigt wird“, erklärt ein Schüler. Das trifft auf Zustimmung im Plenum. Ein Ort, an dem man nicht weggeschickt wird und der nicht an Öffnungszeiten gebunden ist, steht somit weit oben auf der Wunschliste. Auch Musikangebote mit Proberäumen und Auftrittsmöglichkeiten seien gewünscht, weiß Ann-Katrin Klankert von der mobilen Jugendarbeit.

Der Skatepark ist OK, aber mit 600 Quadratmetern für GMX-Räder eigentlich zu klein, auch die Rampen sind für Fahrräder nicht ideal. „Besser als nichts“, sagen einige der Jugendlichen. Nach dem Wegfall des Kinos gibt es nur noch die Eisbahn, der Wunsch nach einem Treffpunkt ist entsprechend groß. „Ich baue auch gerne mit“, scherzt Jan.

Bürgermeister Kandels und Isek-Beauftragter Henn stehen vor vielen Ideen, aber auch vielen Problemen. Wie geht es konkret weiter? Als kurz-kurzfristige Übergangslösung möchte Kandels beaufsichtigte Treffen auf dem Skatepark organisieren. Das kurzfristige Ziel ist es,  eine Lösung nach der Housing-Option zu finden. Dazu werden Standorte in Absprache mit der Verwaltung geprüft und beim nächsten Treffen mit der Jugend vorgestellt. Gemeinsam soll dann erarbeitet werden, wie groß die Fläche ist und was man damit machen kann. Das langfristige Ziel ist ein „Mehrgenerationenpark“ für Individualsport, der nicht nur für Jugendliche geöffnet hat.

Der 13-jährige Jonathan testet den Skatepark in der ehemaligen Housing in Bitburg aus. Foto: Anja Theis

Am 29. Oktober wird Henn dazu ein Sportstättenkonzept in der Stadtratssitzung präsentieren.