Schüler gestalten eine Siedlung für Studenten

Schüler gestalten eine Siedlung für Studenten

Unter Anleitung des Trierer Architekten Manfred Müller haben Zwölftklässler des Peter-Wust-Gymnasiums jetzt ihre eigenen Wohnideen verwirklicht - im Rahmen eines Workshops von TV und KLASSE!-Partner Landestreuhandbank.

Wittlich. Die ursprüngliche Idee drehte sich um ein Traumhaus, aber davon waren Dozent und und Schüler schnell abgekommen. Möglichst praxisnah und dem Alter entsprechend stand der KLASSE!-Workshop der Landestreuhandbank (LTH) dann unter einem ganz anderen Motto: studentisches Wohnen. Die Zwölftklässler aus dem Kunstkurs von Lehrerin Monika Wächter vom Peter-Wust-Gymnasium Wittlich hatten diesen Workshop im Rahmen des TV-KLASSE!-Projekts gewonnen und machten sich am Mittwoch in sechsstündiger Arbeit daran, wie sie nach dem Abitur gerne in studentischer Umgebung wohnen wollten.
Tipps und Denkanstöße erhielten sie vom Trierer Architekten Manfred Müller, der in einer Präsentation viele der von ihm gestalteten Häuser und städtebaulichen Projekte vorstellte. Die Gymnasiasten hatten sich für ihr "Projekt Studentensiedlung" eigene Vorgaben gemacht: Die Monatsmiete pro Student sollte 300 Euro nicht übersteigen, die Studentenwohnheime sollten sowohl Single-Appartments als auch WG\'s haben - und die Wohnräume rund zwölf Quadratmeter groß sein.
In drei Arbeitsgruppen wurden dann Ideen gesammelt, geplant, gezeichnet und schließlich Modelle erstellt, die in den nächsten Kunststunden noch vervollständigt werden - vom Großen zum Kleinen. Eine Gruppe widmete sich nach städtebaulichen Kriterien der Gesamtsiedlung mit vier Wohnheimkomplexen in Dreiecksform sowie einem zentralen Treffpunkt in der Mitte, aber auch möglichen Gewerbebetrieben in der Siedlung. Wichtig: Möglichst autofrei soll es zugehen.
Die zweite Gruppe befasste sich mit dem Grundriss der einzelnen Gebäude. Dabei legten sie großen Wert auf Energieeffizienz, viel Glas, möglichst geringe Baukosten und Kommunikationszonen für die Studenten - und Gruppe drei plante die einzelnen Wohnungen. Zwölf Quadratmeter Wohnfläche, dazu Küche, Bäder und Gemeinschaftsraum. Am Ende stand ein Konzept, das Architekt Müller begeisterte: "Die Schüler waren sehr engagiert, haben von der Grundidee ausgehend viele kreative Dinge eingebracht."
Auch Lehrerin Wächter, die zum Thema Architektur schon viele Vorarbeiten im Kunstunterricht gemacht hatte, fand den KLASSE!-Workshop sehr gelungen. Und Claudia Belz von der Landestreuhandbank staunte nicht schlecht, als die Ergebnisse im Groben feststanden: "Die Schüler waren sechs Stunden intensiv bei der Sache, die offene Form des Workshops kam sehr gut an." Dies bestätigten die Zwölftklässler: "Diese Abwechslung zum Schulalltag hat richtig Spaß gemacht." Dafür nahmen sie sogar Überstunden in Kauf.

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