Schüler hören Zeitzeugen der Prümer Explosionskatastrophe

Gedenkfeier : Zweite Gedenkfeier in der Abteistadt

Kinder und Jugendliche aller Prümer Schulen haben in der Basilika den Zeitzeugen der Explosionskatastrophe vor 70 Jahren zugehört.

Die Stadt Prüm und der Geschichtsverein Prümer Land haben bereits im Juni der Explosionskatastrophe am Kalvarienberg vor 70 Jahren gedacht (der TV berichtete). Damals war das unterirdisch angelegte, große Munitionsdepot der französischen Besatzer auf dem Hügel über der Stadt aus nach wie vor unbekannter Ursache explodiert und hatte die Bürger erneut in Angst und Schrecken versetzt, während sie noch dabei waren, sich von den verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs zu erholen. Die traurige Bilanz des Unglücks: zwölf Tote, viele Verletzte, immense Schäden im ganzen Stadtgebiet.

Weil aber die Gedenkfeier während der Sommerferien ausgerichtet wurde, konnten damit nur wenige Schüler erreicht werden. Deshalb folgten die Prümer Schulen der Anregung von Monika Rolef und trafen sich nun erneut zum Gedenken in der Basilika.

Und alle nahmen teil: Arnold Gierten, Chef der Bertrada-Grundschule, begrüßte die Delegationen des Vinzenz-von-Paul-Gymnasiums, des Regino-Gymnasiums, der Kaiser-Lothar-Realschule plus, der Astrid-Lindgren-Schule, der Bertrada-Grundschule und der Berufsbildenden Schule.

Schon bei der Gedenkveranstaltung am eigentlichen Jahrestag hatte der Filmbeitrag von Erich Reichertz gezeigt, wie verheerend die Explosion damals gewesen war. Auch jetzt wurde der Film gezeigt und machte den Schülern das Ausmaß der Katastrophe erfahrbar.

Im Anschluss an den Film berichteten als Zeitzeugen Monika Rolef, Diakon Horst Klein und Pater Norbert Tix aus erster Hand, wie das Unglück damals über die Stadt Prüm hereinbrach und wie sie dies als Kinder erlebten. Aufmerksam verfolgten die Kinder und Jugendlichen den Film und die Zeugenaussagen – und stellten Fragen.

„Mache dich auf und werde Licht“, war eine Kernaussage des Gebets, mit dem Pfarrer Clemens Ruhl die Gedenkstunde in einen geistlichen Kontext stellte. Darin stecke auch der Auftrag, die Dunkelheit des Hasses und der Gewalt nie wieder zuzulassen. Das Bild aufgreifend, zündeten die Schüler während der Fürbitten, die Pater Norbert Tix vortrug, für jeden Einzelnen der zwölf verstorbenen Mitbürger eine Kerze an.

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