1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Schüler weisen mit Demo auf Busprobleme hin

Kostenpflichtiger Inhalt: Archiv Dezember 2019 : Schüler des Biesdorfer Gymnasiums demonstrieren in Bitburg gegen die neuen Busfahrpläne

Seit Montag gilt der neue Busfahrplan in der Südeifel. Manche freuen sich über Verbesserungen, Schüler des Gymnasiums in Biesdorf allerdings nicht. Sie drücken am Freitag mit einer Demo durch Bitburg ihren Unmut aus.

Eines vorweg: Es gibt durchaus auch Schüler, die von den neuen, seit Montag geltenden Busfahrplänen im sogenannten Linienbündel Südeifel profitieren. So weist eine Mutter aus Schankweiler in einer Mail an den Volksfreund darauf hin, dass sich die Situation für die Kinder dort durchaus verbessert habe. Zumindest für die, die eine der Schulen in Neuerburg besuchen. Statt von Schankweiler aus einen Umweg mit zehnminütiger Wartezeit in Bettingen zu fahren, sei der Bus jetzt deutlich schneller unterwegs. Und die Fahrtstrecke habe sich auch verkürzt.

Das ist erfreulich, aber ein schwacher Trost für Schüler, die das St.-Josef-Gymnasium in Biesdorf besuchen. Für den dortigen Schülerverkehr hat sich die Situation nämlich verschlechtert. „Wir haben Eltern, die ihre Kinder derzeit nicht in die Schule schicken, weil sie erst mal schauen müssen, wie sie das zukünftig überhaupt organisieren können“, sagt Schulleiter Jürgen Gieraths. Die Umstellung auf den neuen Fahrplan habe das Gymnasium und auch die Eltern eiskalt erwischt. Zum einen, weil der dafür zuständige Verkehrsverbund Region Trier (VRT) die Schule erst wenige Tage vor der Änderung über die neuen Fahrpläne informiert hat. Zum anderen, weil trotz dieser Information am Ende dennoch viele Fragen offen waren.

Wer nämlich versuchte, Antworten darauf über die VRT-Fahrplanauskunft im Internet zu bekommen, musste spätestens am Montag feststellen, dass er genauso gut ein Orakel oder aber einen der sieben Zwerge um Auskunft hätte bitten können. Längst nicht jeder Schüler hat es bis zur Schule geschafft. Und einige sind durch Orte gefahren, die sie bislang nur aus Erzählungen kannten.

„Wir liegen mit unserer Schule mitten im neuen Linienbündel und sind deshalb auch Stärksten betroffen, sagt Gieraths und verweist auf Probleme, die es vor allem im südöstlichen Einzugsgebiet der Schule gibt. Kinder aus Gilzem beispielsweise sitzen mittags fast 75 Minuten im Bus. Und Schüler aus Messerich benötigen je nach Bus bis zu anderthalb Stunden. „Es sieht so aus, als sei unsere Schule bei der Planung völlig vergessen worden“, meint dazu auch Olaf Böhmer, Vorsitzender des Schulelternbeirats. Auch er kritisiert die Vorgehensweise des VRT und zeigt sich genau wie Gieraths besorgt wegen möglicher Folgen für das Biesdorfer Gymnasium. „Wir erwarten in den nächsten Wochen die neuen Schüleranmeldungen“, sagt Böhmer. Und dabei sei die Fahrplanumstellung alles andere als hilfreich. Er habe in den letzten Tagen mit vielen Eltern gesprochen, sagt er. „Bei einigen liegen die Nerven blank“, so Böhmer. Es könne doch nicht sein, dass die Schule derzeit aus privaten Mitteln eine Million Euro in die Sanierung des Fachtrakts investiere und sie dann nur noch mit viel Aufwand zu erreichen sei, ärgert sich der Schulelternsprecher und fordert deshalb eine politische Lösung.

Die soll es auch geben. Zumindest hat der Kreis das bei einem Gespräch mit der Schule am Mittwoch zugesagt. Demnach soll geprüft werden, wie sich Fahrzeiten im Schülerverkehr verkürzen und die Zahl der Umstiege verringern lässt.

Er bedauere die aufgetretenen Anlaufschwierigkeiten, erklärt dazu Landrat Joachim Streit, der auch Vorsitzender des VRT-Zweckverbands ist. „Die Kreisverwaltung und der Zweckverband sind gemeinsam mit der Firma Tempus um eine Lösung der aufgetretenen Probleme und die Schaffung weiterer Verbesserungen bemüht“, so der Vorsitzende.

Grundsätzlich seien Änderungen möglich, jedoch dürften diese vom seinerzeit ausgeschriebenen Fahrplan nur um maximal zehn Prozent abweichen, teilt der Kreis auf Anfrage mit. Die Behörde räumt Probleme bei der digitalen Fahrplanauskunft ein und begründet diese damit, dass die Daten teilweise erst sehr spät verfügbar gewesen seien und es zudem auch technische Probleme gegeben habe.

In Biesdorf wird die erklärte Bereitschaft begrüßt. Um ihrer Forderung nach einer Verbesserung des Fahrplans aber dennoch Nachdruck zu verleihen, hat die Schule ihren letzten Schultag vor den Weihnachtsferien an heutigen Freitag nun nach Bitburg verlegt.

Die Fahrt zur Schule könnte bald nicht für jedes Kind reibungslos klappen. Foto: Friedemann Vetter

Er beginnt mit einem Gottesdienst in der Peterskirche. Anschließend werden die Schüler in einer Demo durch die Fußgängerzone in Richtung Kreisverwaltung marschieren, wo dem Landrat eine von Schülern, Lehrern und Eltern ausgefüllte Unterschriftenliste überreicht wird. „Wir wollen das ruhig und gesittet angehen“, sagt der Direktor des Gymnasiums. Danach endet der Schultag. Die Schüler werden dann abgeholt oder aber fahren von Bitburg aus mit dem Bus nach Hause. Wobei letzteres womöglich keine so gute Idee ist.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schüler und Lehrer des St.-Josef-Gymnasiums in Biesdorf demonstrieren gegen die neuen Busfahrpläne