Schüsse auf Tafel und Bus

Schüsse auf Tafel und Bus

BITBURG. Am Tag des Angriffs auf einen 16-Jährigen an der Berufsbildenden Schule (BBS) Bitburg haben Schüler auch mit einer Luftdruckpistole auf eine Tafel und ein Busfenster gefeuert.

Vier Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren hatten am Mittwochmorgen in der Theobald-Simon-Schule Bitburg einen 16-jährigen Mitschüler geschlagen und getreten. Vier weitere Jugendliche im gleichen Alter filmten und fotografierten den Vorfall per Handy (der TV berichtete). Inzwischen hat die Polizei Bitburg bestätigt, dass Schüler aus derselben Klasse am selben Tag weitere Straftaten verübten. Nach bisherigen Ermittlungen schoss einer der Jugendliche"n am Vormittag mit einer Luftdruckpistole auf eine Schultafel. Er feuerte mindestens eine Metallkugel im Kaliber 4,5 Millimeter ab. Die Oberfläche der Tafel zersplitterte. Ob zwei weitere beschädigte Stellen ebenfalls durch Schüsse entstanden sind, steht noch nicht fest. Sachschaden: rund 300 Euro.Scheibe zersplittert: Fahrgäste steigen um

Nach Unterrichtsende ging die Schülergruppe zum Zentralen Omnibusbahnhof (Zob) in Bitburg. Gegen 12.30 Uhr zielte ein anderer Schüler mit derselben Waffe auf einen haltenden Bus. In dem Moment, als die Fahrgäste einstiegen, schoss der Jugendliche mindestens einmal auf die Verbundglas-Seitenscheibe neben der Tür. Die Außenscheibe zersplitterte, die Innenscheibe blieb ganz. Verletzt wurde niemand. Sachschaden: rund 2000 Euro. Das Busunternehmen bestellte aus Sicherheitsgründen einen Ersatzbus, in den die Fahrgäste umsteigen mussten. Vermutlich schossen die Schüler am Zob noch auf weitere Ziele wie einen Briefkasten und Schilder. Die Ermittler stellten die mutmaßlich benutzte Waffe in der Wohnung der Eltern eines Schülers sicher. Die Pistole liegt schwer in der Hand und hat einen auffallend langen Lauf. "Das ist wahrlich kein Spielzeug", sagt ein Polizeisprecher.Verstoß gegen das Waffengesetz

Eine solche Luftdruckwaffe mit der Kennzeichnung "F" zu Hause aufzubewahren, ist erlaubt. Das Mitführen der Waffe verlangt jedoch einen Waffenschein, den die Schützen nicht besitzen. Demnach ermitteln die Beamten wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigung und Gefährdung der Fahrgäste. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung dauern derweil an. Nach TV-Informationen hatte ein Lehrer die Jugendlichen bei der Misshandlung überrascht. Im ersten Moment kam dem Pädagogen das Gewaltphänomen "Happy Slapping" in den Sinn, bei dem Schläger ihre Opfer filmen und die Aufnahmen ins Internet stellen. Deshalb forderte er die Schüler auf, sofort alles zu löschen, um so eine Veröffentlichung zu verhindern. Zwei der Handys stellte die Polizei sicher. Das 16-jährige Opfer der Schläge und Tritte trug Prellungen davon. Schlimmer als die körperlichen dürften die psychischen Auswirkungen sein, zumal der Junge in den vergangenen Wochen und Monaten bereits unter weniger massiven Übergriffen und Hänseleien gelitten haben soll. Das Phänomen, dass in Schulen Einzelne wiederholt gezielt angegangen und so mitunter dauerhaft aus der Klassengemeinschaft ausgegrenzt werden, wird auch "Mobbing" genannt. Anders als am Vortag sei der Fette Donnerstag in Bitburg allgemein relativ ruhig verlaufen, meldet die Polizei. Außer einigen konfiszierten Alkohol-Flaschen und einer körperlichen Ausein-andersetzung habe es keine nennenswerten Vorfälle gegeben.

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