Schuld auf sich geladen

Sicherlich ist es ein guter Gedanke, Geld für die Behandlung von Aidskranken in Afrikas zu sammeln, denn die Seuche hat dort mittlerweile schlimmste Ausmaße angenommen. Weltweit gibt es angeblich über 40 Millionen Aidserkrankte, und alle zehn Sekunden stirbt einer, und das mit steigender Tendenz.

Wäre es nicht sinnvoll, ja vielleicht sogar besser, mehr zur Verhütung dieser meist todbringenden Krankheit zu tun? Allgemein ist bekannt, dass Kondome den besten Schutz und beste Vorbeugung und Verhütungschancen bieten. In unserem Land wird in den Schulen ja auch schon auf die Wichtigkeit dieses Schutzes hingewiesen, obwohl diese Krankheit in unseren Regionen bei weitem nicht so verbreitet ist wie in afrikanischen und anderen Entwicklungsländern. Doch mit der Kondombenutzung hat die katholische Amtskirche leider immer noch Probleme. Es ist ziemlich unverständlich, dass der Papst die Benutzung allgemein und auch speziell zum Schutz gegen Aids verbietet, obwohl er doch wissen müsste, dass es keinen besseren Schutz gibt. Mit diesem Verbot dürfte er auch ziemliche Schuld auf sich laden. Denn jede Aidserkrankung und jeder Aidstote, der auf sein unseliges Kondomverbot zurückzuführen ist, dürfte er persönlich vor den Betreffenden, vor Gott und der Nachwelt zu verantworten haben. Werdendes Leben will man von der Zeugung an schützen. Ob bestehendes da weniger wertvoll ist? Wäre es daher nicht sinnvoll, amtskirchlich nicht nur Geld für die Behandlung dieser Krankheit und zur Hilfe für die Betroffenen zu sammeln, sondern sich an die Wurzel dieser schlimmen Geschichte heran zu wagen und bei der Verhütung dieser Krankheit nicht zu bremsen, sondern zu helfen, indem man die Kondombenutzung zumindest speziell zur Verhütung dieser Krankheit erlaubt, um so einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung und Bekämpfung zu leisten? Josef Berens, Rommersheim

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