SCHULE

Zu unserem Bericht "Tiefe Gräben am Gerolsteiner Gymnasium" (TV vom 21. April) schreibt diese Leserin:

Was für eine neue Lehrergeneration kommt da auf uns zu ... Wenn Kinder etwas brauchen, neben all den zweifelhaften Vorbildern, dann sind es ja wohl Menschen, die Werte vermitteln. Es geht um "universelle Werte" wie Papst Franziskus sie nennt. Darunter fällt auch: Menschen nicht an den Pranger stellen, Achtsamkeit im Umgang mit sich und anderen. Die ersetzen wir wohl immer mehr durch globale Werte wie: Selbstdarstellung, Frustabbau, ohne Rücksicht auf Verluste. Und da gehen Menschen immer weniger mit anderen und auch mit sich gut um. Siehe die neueste Studie, dass immer mehr Menschen Medikamente zum Stressabbau nehmen. Die einen schlagen um sich, die anderen dröhnen sich zu. Die Frustrationstoleranz junger Lehrer wird immer geringer und sie treffen auf Schüler, denen es genau so geht. Das ist Sprengstoff. Man kann unser Land mit einem teuren Kaffeeautomaten vergleichen. Tolle Fassade und innen modert es. Es rostet und modert doch in allen Systemen. Das ändert sich auch nicht durch Selbstbeweihräucherung der Systeme. Der Gestank dringt immer mehr durch. Schminken wir uns doch mal ab, weg mit der ganzen Camouflage. Dann sehen wir, wer wir sind und was sich ändern muss. Das verlangt allerdings Mut. Martina Lenzen, München