Schulen erhalten, Tourismus ausbauen

Welche Schwerpunkte wollen die Kandidaten für das Bürgermeisteramt der Verbandsgemeinde Arzfeld setzen? Vor dem TV-Forum am morgigen Donnerstag, 18. Februar, 19.30 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus in Dahnen hat der TV die Positionen der fünf Bewerber zu fünf Themen gegenübergestellt.

 In Bildung investieren: Alle Kandidaten wollen die vorhandenen Schulstandorte erhalten. Foto: iStock

In Bildung investieren: Alle Kandidaten wollen die vorhandenen Schulstandorte erhalten. Foto: iStock

Das sagen die Kandidaten zu den Themen:

Franz-Josef Candels:

Mein Ziel ist es, die Verbandsgemeinde Arzfeld als eigenständige Körperschaft zu erhalten und gleichzeitig ihre Aufgabenzuständigkeit zu stärken. Dort, wo es sinnvoll ist und sich Kosten einsparen lassen, ist aber auch eine Zusammenarbeit mit anderen Kommunen anzustreben. Das anstehende Expertengutachten über eine Neuorganisation innerhalb des Eifelkreises kann wertvolle Hinweise dazu liefern.

Kinder sind unsere Zukunft. Nachdem in der VG Arzfeld keine weiterführenden Schulen mehr bestehen, ist es Aufgabe der Schulpolitik, die Schüler der Grundschulen individuell zu fördern und bestmöglich zu unterrichten, z. B. auch in der französischen Sprache. Der Aufbau einer Ganztagsschule mit ihren vielfältigen Möglichkeiten bietet sich an, um dieses Ziel zusammen mit den Eltern zu erreichen.

In der dünn besiedelten VG Arzfeld ist eine gute Infrastruktur sehr wichtig. In einigen Bereichen besteht aber noch wesentlicher Verbesserungsbedarf, z. B. bei der Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen. Auch das Straßennetz muss in Abschnitten noch verbessert werden. Im Personennahverkehr sind im Hinblick auf den zunehmenden Anteil älterer Mitbürger neue und flexible Lösungen gefragt.

Aufgabe der Wirtschaftsförderung ist es, annehmbare Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Unternehmen zu schaffen. Die finanzielle Situation von Verbandsgemeinde und Ortsgemeinden lässt hier aber keinen großen Spielraum zu. Deshalb liegt der Schwerpunkt bei der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen im Dienstleistungssektor, da solche Unternehmen am ehesten bei uns Fuß fassen können.

Der Tourismus wird in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten müssen professionell beraten und bei der Vermarktung begleitet werden. Das Internet bietet hier viele Möglichkeiten und muss noch stärker genutzt werden, um die regionale Identität herauszustellen. Auch der weitere Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes ist sehr wichtig.

Horst Zils:

In der Kommunal- und Verwaltungsreform sehe ich Potenzial, die Verwaltung effektiver und Verwaltungsabläufe bürgerorientierter zu gestalten. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung muss für die Zukunft eine bestmögliche Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger unserer Verbandsgemeinde sichergestellt werden. Dies erfordert die Aufgaben bürger-, sach- und ortsnahe wahrzunehmen.

Egal was auch in Zukunft passiert, beim Thema Bildung und Schulen darf nicht gespart werden. Das Ziel ist der Erhalt der Kindergärten und Schulen sowie deren zukunftsorientierte Förderung. Dies kann konkret geschehen durch den Ausbau der Förderangebote im naturwissenschaftlichen und sprachlichen Bereich sowie durch Ganztagsbetreuungsangebote an allen Kindertagesstätten und Grundschulen.

Da ein guter Wirtschaftsstandort untrennbar mit einer guten Infrastruktur verknüpft ist, werde ich zukunftsorientierte Investitionen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur und in eine lückenlose DSL-Versorgung unterstützen. Die Energieeffizienz der baulichen Infrastruktur der öffentlichen Gebäude verbessern und durch energetische Gebäudesanierung vor allem die Kosten für den Energiebedarf reduzieren.

Als Bürgermeister werde ich das Engagement unserer Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Gewerbe, Dienstleistung und Landwirtschaft durch eine mittelstandsfreundliche Kommunalpolitik unterstützen. Verwaltungsseitig ist ein wirtschafts- und wachstumsfreundliches Klima durch rasche Genehmigungsprozesse zu schaffen. Der Ausbau der touristischen Infrastruktur ist ein wichtiger Beitrag zur Wirtschaftsförderung.

Zur Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze und zur Verhinderung der Abwanderung im ländlichen Raum kommt dem Tourismus eine besondere Bedeutung zu. Tourismus in ländlichen Räumen benötigt intakte Kulturlandschaften. Wichtige Investitionen im Bereich des Ausbaus der Rad- und Wanderwege und gemeinsame grenzüberschreitende Maßnahmen etwa beim Ardennensteig werden zur Stärkung des Tourismus beitragen.

Andreas Kruppert:

Die Verbandsgemeinde muss gestärkt aus einer Kommunalreform hervorgehen. Dies ist nur mit einer modernen und eigenständigen Verwaltung möglich. Hierfür werde ich aus Überzeugung kämpfen. Auch die Wähler können hierfür am 28. Februar ein Zeichen setzen: ein junger, fachlich versierter Bürgermeister mit Ideen und Visionen macht deutlich, dass die Bürger die Weichen für die Zukunft stellen wollen.

In den kommenden Jahren will ich alles daransetzen, die vorhandenen Schulstandorte zu stärken und aufzuwerten. Um dem demografischen Faktor entgegenzuwirken müssen zusammen mit den Eltern und Lehrern Konzepte entwickelt werden, die zu einer Attraktivitätssteigerung des Schulangebotes führen. Ich denke hierbei insbesondere an die Ausweitung von Ganztagsangeboten und Betreuungsmöglichkeiten.

Um die Verbandsgemeinde als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu machen, habe ich mir das Ziel gesetzt, die vorhandene Infrastruktur zu erhalten und darüber hinaus auszubauen. Hierzu gehört eine bedarfsgerechte Vorhaltung von bezahlbaren Bauplätzen mit flächendeckender Breitbandversorgung genauso wie qualifizierte Arbeitsplätze. Hieran will ich gemeinsam mit den Vertretern der Ortsgemeinden arbeiten.

Moderne Wirtschaftsförderung bedeutet für mich die Optimierung von Verwaltungsabläufen, die den Gewerbebetrieben wichtige Zeitersparnis bringt. Durch Schaffung einer Ausbildungsbörse will ich den Jugendlichen den Einstieg in das Berufsleben erleichtern und den Betrieben junge, motivierte Mitarbeiter vermitteln. Eine gute Infrastruktur sorgt für junge Familien und wirkt dem Fachkräftemangel entgegen.

In den letzen Jahren wurden die Grundlagen für einen funktionieren Tourismus geschaffen. Diese will ich ausbauen und mit neuen Ideen weitere Entwicklungspotenziale erschließen. Hierzu gehört auch die Ausweitung der Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn, Belgien und Luxemburg. Eine Zusammenarbeit im Bereich des Tourismus würde Synergieeffekte schaffen und den Weg zu den EU-Fördertöpfen frei machen.

Klaus Juchmes:

Das Ergebnis einer Kommunalreform muss als Resultat weniger Bürokratie und größere Kosteneinsparung haben. Hierzu bedarf es von Anfang an einer umfassenden Aufgabenkritik. Ferner müssen alle öffentlichen Aufgaben möglichst nah am Bürger erfolgen, denn die Treppe wird von oben nach unten gekehrt! Die Ortsgemeinden bleiben unangetastet, eventuelle Neuzuschnitte erst nach erfolgter Aufgabenstruktur.

Hände weg von "Lernfabriken"! Deshalb ist es besonders wichtig, die bestehenden Grundschulen wohnortnah zu erhalten. Mit der "Über-Mittag-Betreuung" an allen Grundschulen mit Kitas ist uns dies sehr erfolgreich gelungen. Dies weiterzuentwickeln in Verbindung mit erfolgreicher Fremdsprachenarbeit ist eine ganz wesentliche schulpolitische Maßnahme, die die Elternschaft sehr positiv aufnimmt.

Neben vielen positiven Infrastrukturmaßnahmen, die auch Ortsgemeinden umgesetzt haben, ist nun der Endausbau der B 410 auf der Agenda. Auf Hochtouren muss nunmehr die flächendeckende DSL-Versorgung für unseren Bereich umgesetzt werden. In Absprache mit den Ortsgemeinden und mit der Umsetzung auf Kreisebene sollte dies erfolgreich für unsere Region gelingen.

Wenn auch die Bedingungen der Wirtschaftsförderung für die VG recht begrenzt sind, so sind doch wesentliche Begleitmaßnahmen in die Wege geleitet worden wie die Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung (AEP), Bodenordnungsverfahren, Dorferneuerung, Städtebauförderung, Flächenausweisung für Gewerbeansiedlung. Viele Ortsgemeinden begleiten dies alles sehr nachhaltig.

Alle touristisch ausgewiesenen Betriebe müssen weiterhin nachhaltig unterstützt werden. Dies geschieht auch durch den Verkehrsverein Islek. Qualitätsverbesserung auf allen Ebenen ist weiterhin gefragt und setzt für unsere Region eine positive Note. Feriengebiete wie Irsental, Arzfeld, Daleiden und Waxweiler stehen auf der Agenda, wie auch der flächendeckende bituminöse Ausbau aller Radwege.

Rainer Hoffmann:

Wir müssen gestärkt aus der Reform hervorgehen. Die Eigenständigkeit der Gemeinden und die Erhaltung einer heimatnahen, leistungsfähigen und bürgerorientierten Verwaltung sind mir dabei sehr wichtig. Gleichwohl sind zukünftig sinnvolle Kooperationen zu prüfen. Das "Wir-Gefühl" und das ehrenamtliche Engagement in den Gemeinden, ob in der Feuerwehr oder dem Gemeinderat, müssen erhalten bleiben.

Auch zukünftig muss in die Bildung der Kinder unserer VG investiert werden. Die vorhandenen Grundschulen müssen unbedingt erhalten und von der Ausstattung und den räumlichen Voraussetzungen her auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Das Ganztagsprojekt der Grundschule Waxweiler werden wir als Schulträger unterstützen. Nutzungskonzepte für die beiden Hauptschulgebäude müssen aktiv entwickelt werden.

Die vorhandenen Infrastruktureinrichtungen (Ärzte, Apotheken, Geschäfte, Kindertagesstätten, Schulen) müssen erhalten bleiben. Betriebe, Gewerbe und die Landwirtschaft müssen (im Rahmen der Möglichkeiten) Unterstützung finden. Unsere Lebensadern, die Straßen, und die DSL-Versorgung muss ständig verbessert bzw. weiter ausgebaut werden. Ländlich strukturierte Gebiete dürfen von der Entwicklung nicht abgehängt werden.

Möglichst viele Arbeitsplätze müssen in der Verbandsgemeinde Arzfeld erhalten bleiben und neue geschaffen werden. Hierbei kann eine aktive Verwaltung, als Dienstleister für Betriebe, Gewerbetreibende und die Landwirtschaft, bei der Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen helfen und unterstützen. Innovative und zukunftsweisende Ideen sind gefordert und müssen unterstützt werden.

Der regionale Tourismus in den verschiedenen Facetten muss weiterhin unterstützt werden. Ein Ausbau des Radwege- und Wanderwegenetzes ist dabei genauso wichtig wie die Nutzung des Standortvorteils im Dreiländereck zu Belgien und Luxemburg. Auch sollten örtliche touristische Projekte und unsere Kulturdenkmäler genutzt werden. Wo andere Urlaub machen, leben wir - dies müssen wir weiter vermarkten.

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