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Schulen im Eifelkreis Bitburg erwarten nach sechswöchiger Schließung die ersten Schüler zurück

Bildunf und Erziehung : Desinfiziert und motiviert zurück

Am  Montag beginnt in den  ersten Schulen  der Unterricht. Betroffen sind  zunächst  Schüler mit  Abschlussprüfungen.

So radikal die Einschnitte durch die Corona-Pandemie auch sind, so gibt es durchaus auch positive Begleiterscheinungen. Zwar stößt das sogenannte Home-Schooling dort, wo das Internet langsam ist oder aber in den Haushalten die notwendigen Geräte fehlen, an seine Grenzen. Doch hat die angeordnete Schließung der Schulen vor sechs Wochen dazu geführt, dass sich die Schulen Gedanken darüber machen mussten, wie sie den Schulbetrieb trotz physischer Abwesenheit der Schüler aufrechterhalten.

Eine dieser Schulen ist das Staatliche Eifel-Gymnasium in Neuerburg. „Der Einsatz von Videokonferenzen stand bei uns ohnehin auf der Agenda“, sagt der Neuerburger Schulleiter Jens Kemper. Und einige Kollegen hätten das auch bereits vor Corona praktiziert. „Nun aber hat diese Entwicklung einen richtigen Schub erhalten“, findet der Direktor des Eifelgymnasiums. Er freut sich über diese digitale Entwicklung, ist gleichzeitig aber auch froh, dass der Unterricht nun so langsam auch wieder in analoge Bahnen gelenkt wird.

Die ersten Schüler kommen am Montag zurück. Wenngleich es sich dabei lediglich um die sechs Schüler handelt, die am Eifel-Kolleg des Gymnasiums unterrichtet werden und dort am Ende dieser Woche ihre Abitur-Prüfungen absolvieren. Und diese sechs kommen auch nur für einen Tag zum Blockunterricht in die Schule, bereiten sich dann Dienstag und Mittwoch zu Hause weiter auf das Abitur vor.

Die Abiturienten des klassischen Gymnasialzweigs (G 9) hatten ihre Prüfungen bereits im März. Und was die übrigen Schüler betrifft, so kehren diese erst später zurück. Montag in einer Woche kommen die Schüler der Klassen- und Jahrgangastufen zehn, elf und zwölf. Wann dann die restlichen Schüler folgen werden, kann derzeit keiner sagen.

Genauso unklar ist für Schulleiter Kemper wenige Tage vor der Wiederaufnahme des Unterrichts auch, wie es mit dem Internat des Eifel-Gymnasiums weitergeht. Aus Gründen der Sicherheit spreche nichts dagegen, das Internat zu öffnen, sagt er. Das Problem sei allerdings, dass dafür auch der Mensabetrieb wieder aufgenommen werden müsste, erklärt der Direktor. Weil das aber an den Schulen vorerst noch nicht erlaubt ist, hofft Kemper nun auf eine Sonderregelung des Landes für Schulen mit Internat.

Während in Neuerburg nun die Vorbereitungen für die ersten G 9-Rückkehrer laufen, ist man an der berufsbildenden Theobald-Simon-Schule in Bitburg schon weiter. Dort kehren nämlich in dieser Woche bereits deutlich mehr Schüler zurück als in Neuerburg, insgesamt rund 150 Schüler. BBS-Schulleiter Ralf Loskill sieht das gelassen und freut sich wie sein Kollege in Neuerburg auf die schrittweise Rückkehr zur Normalität. „Wir sind guter Dinge“, sagt Loskill. „Richtig spannend wird es dann nächste Woche, weil dann noch einmal zehn Klassen dazukommen“, erklärt er. Er sei aber zuversichtlich, dass auch das gut funktionieren werde. „Wir hatten bereits vor der Schulschließung erste Schutzmaßnahmen an unserer Schule umgesetzt“, sagt Loskill. Und diese seien nun in den vergangenen Tagen noch weiter optimiert worden.

Zudem wurde ein Fünf-Punkte-Piktogramm mit Hygiene- und Schutzvorschriften erstellt und überall in der Schule befestigt. „Wer geht oder steht, der trägt eine Maske“, erklärt der Schulleiter. In den Fluren der Schule herrscht also Schutzmaskenpflicht. In den Unterrichtsräumen aber nicht.

Bei einem Unterrichtstag von bis zu acht Stunden sei das den Schülern nicht zuzumuten, so Loskill. Zudem werde ja auf einen ausreichend großen Sicherheitsabstand geachtet. Und die Schüler seien alt und vernünftig genug, sich daran zu halten.

„Die Einhaltung des Hygieneplans hat oberste Priorität“, sagt auch Wieland Steinfeldt, Leiter der Berufsbildenden Schule in Prüm, wo in dieser Woche ebenfalls die ersten Schüler zurückkehren.

Anfang kommender Woche werden es dann insgesamt gut 200 sein. Und damit sich die Schüler nicht unnötig begegnen, wurde die Wegeführung im Schulgebäude geändert. „Wir haben jetzt klar gekennzeichnete Ein- und Ausgänge“, erklärt Steinfeldt. Genau wie in vielen anderen Schulen wird es auch in Prüm aufgrund des Sicherheitsabstands und des damit verbundenen höheren Platzbedarfs zu einer Teilung von Klassen kommen. Diese werden im wöchentlichen Wechsel entweder an der Schule oder zu Hause unterrichtet.

Für Steinfeldt und sein Kollegium ist die Umstellung eine logistische Herausforderung. „Der Organisationsaufwand ist größer als erwartet“, sagt er.

Dennoch sei über das Home-Schooling ein Großteil des Lehrplans abgearbeitet worden. „Natürlich werden wir es nicht schaffen, bis zu den Sommerferien alle Lerninhalte komplett abzudecken“, sagt der Leiter der Prümer Schule. „Dafür aber haben unsere Schüler in dieser Zeit neue Lernkompetenzen entwickelt“, fügt er hinzu. „Und auch davon profitieren sie für ihre Zukunft.“