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Schulen, Straßen, Brachen und Praxen

Schulen, Straßen, Brachen und Praxen : Die Verbandsgemeinde Speicher bohrt 2021 dicke Bretter

Ein neues Wohnviertel, mehrere Straßensanierungen, und, und und: Welche Akzente und Themen die Fraktionen im Rat noch auf der Agenda haben.

 CDU, SPD, FDP und UBL teilen sich die Sitze im Verbandsgemeinderat Speicher. Sie ziehen bei den großen Themen meist an einem Strang. Trotzdem setzen sie unterschiedliche Akzente, auch fürs kommende Jahr 2021, wie unsere Umfrage ergibt:

Karin Plein (CDU): „Die Entwicklung der beiden Plewa-Gewerbebrachen , der Hochwasserschutz in der VG und die Digitalisierung der Schulen sind aus Sicht der CDU die wichtigsten Projekte im nächsten Jahr. Denn die Pandemie hat uns ja gezeigt, wie wichtig es ist, die neue Technik in die Verwaltung und die Schulen zu tragen.

 Karin Plein.
Karin Plein. Foto: CDU Bitburg Prüm

Ende 2020 konnten wir beim Breitbandausbau  in der Verbandsgemeinde immerhin einen Riesenschritt machen. Darauf baut nun auch die Versorgung mit öffentlichem W-LAN auf, die für Speicher bereits beschlossen wurde und die ich mir für die anderen Gemeinden auch wünschen würde.

 Oswald Krumeich.
Oswald Krumeich. Foto: Christina Bents (chb)

Mit der Töpfererlebniswelt wurde ein wichtiges Tourismus-Projekt angestoßen, welches die ganze Verbandsgemeinde hoffentlich viele Jahre begleiten wird.

 Peter Reichert.
Peter Reichert. Foto: TV/Nathalie Hartl

Als Unternehmerin, aber auch als dienstältestes Mitglied des Stadtrats Speicher, bin ich außerdem überzeugt, dass wir unseren Gewerbetreibenden zukünftig den Raum geben müssen, hier ansässig zu werden. Dazu müssen wir im kommenden Jahr gemeinsam mit dem Land eine Perspektive für die Erweiterung des städtischen Industriegebiets finden.

 Klaus Rodens.
Klaus Rodens. Foto: TV/Dagmar Schommer

Zudem wollen wir an Konzepten für den Speicherer Marktplatz und der Renovierung des Nebengebäudes des Gymnasiums weiterarbeiten. Die Sanierung der Grundschule Spangdahlem wollen wir zu einem guten Abschluss bringen.

Für all das braucht man natürlich Geld. Und das bringt uns zu unserer mit Abstand größten Herausforderung, die leider nicht neu ist:  Die finanzielle Ausstattung der Gemeinden ist in Rheinland-Pfalz nicht ausreichend um den zahlreichen Pfichtaufgaben nachzukommen. Die Pandemie wird diese Situation wohl nicht verbessern. Diesen Mangel verwalten wir schon lange erfolgreich in unserer kleinen VG. Doch für die Zukunft würde ich mir mehr Spielraum wünschen.“

Oswald Krumeich (SPD): „Für die Stadt Speicher gehören die Erneuerung der Hauptverkehrsadern sowie der Maarstraße zu de wichtigsten Projekten. Denn das Erscheinungsbild dieser Strecken vermittelt einen sehr negativen Eindruck von unserer Stadt. Was mich ärgert, ist, dass der Landesbetrieb Mobilität hier leider immer wieder die Ausführungstermine vor sich herschiebt.

Ähnlich verhält es sich mit der Industriebrache des Plewa-Werks in der Kapellenstraße. Hier hatte ein Investor versprochen, dass bis Ende 2020 die Bagger rollen. Passiert ist bislang aber leider noch nichts. Im zweiten Plewa-Konversinsgebiet am Mühlenberg tut sich zur Zeit leider auch nichts mehr.

Wichtig und gut ist, dass wir die Umgestaltung des Marktplatzes in Speicher 2020 anstoßen konnten. Der Platz soll wieder zu einem lebenswerten Treffpunkt werden. Denn derzeit herrscht dort ja leider der Leerstand.

Anders in unserem Gewerbegebiet, wo der Platz knapp wird. Hier müssen wir die Erweiterung unbedingt auf den Weg bringen. Was neben der Wirtschaft noch wichtig ist, ist unsere Schullandschaft. Wir müssen darauf pochen, dass uns alle Einrichtungen erhalten bleiben und sie weiterhin mit viel Geld sanieren. Die größten Herausforderungen liegen hier sicher in Spangdahlem und Orenhofen.

Ein sehr aufreibender Punkt ist für uns zudem die ärztliche Versorgung in unser Verbandsgemeinde, auch hier sind wir seit 2017 bis heute auf der Suche nach Nachfolgern.Allerdings ohne Erfolg. Dies wird uns noch viel Ehrgeiz abfordern ehe wir Licht am Ende des Tunnel sehen.Was die ganze Sache derzeit erschwert, ist die Pandemie, die uns in vielen Bereichen total ausgebremst hat: Das beginnt bei der Verwaltung und geht über die Schulen, Kitas, Vereine und Geschäftsleute.“

Peter Reichert (FDP): „Für 2021 stehen viele wichtige Themen auf der Agenda, zum Beispiel: die Fertigstellung der Grundschule Spangdahlem und die Generalsanierung in Orenhofen, der Straßenbau und Kanalisationsprojekte in verschiedenen Gemeinden, die Sanierung von Schwimmbad, Aula und Mensa im Schulzentrum Speicher, die Weiterentwicklung und der Ausbau des Gymnasiums Speicher, die Ansiedlung von Photovoltaik, und, und und.

Schulen, Straßen, Brachen und Praxen
Foto: TV/Schmitz, Alexandra

Fordernd wird es, all diese Vorhaben zu stemmen, während wir die Folgen der Pandemie durchzustehen haben, die weder finanziell noch in Bezug auf gesundheitliche Auswirkungen abgeschätzt werden können. Und auch die Überschuldung unserer Gemeinden kann noch problematisch werden.

Was wir aus dem Ausbruch des Virus gelernt haben, ist, dass  wir solche Entwicklungen, auch wenn sie uns vordergründig nicht betreffen, intensiver beobachten und ernster nehmen müssen. Damit wir im Fall der Fälle schneller reagieren können.“


Klaus Rodens (UBL): „Das Thema, das uns derzeit am meisten beschäftigt, ist die ärztliche Versorgung in unserer VG.

Die Praxen, auch in den umliegenden Städten wie Bitburg, Wittlich und Trier, sind überfüllt. Und auch da muss man ja erstmal hinkommen als älterer Mensch. Was wir aus meiner Sicht also dringend brauchen, ist eine Gemeinschaftspraxis, am besten zentral in Speicher. Damit wir das hinkriegen, müssen die Gemeinden und auch die Verbandsgemeinde das Projekt aber finanziell unterstützten.

Außer dieser Baustelle läuft in der VG aus meiner Sicht alles relativ rund. Wir haben Zuzug, für den wir durch die Erschließung von Neubaugebieten etwa in Speicher, Preist und Spangdahlem auch Platz schaffen. Die Sanierung der Schulen wird natürlich herausfordernd, aber auch hier sind wir auf einem guten Weg. Genauso wie bei der Ausweisung von Photovoltaikflächen.

Froh bin ich natürlich auch darüber, dass der im vergangenen Jahr drohende Abzug von Truppen von der Air Base Spangdahlem vom Tisch scheint. Denn der hätte erhebliche Leerstände und einen Verlust an Kaufkraft zur Folge gehabt. Immerhin haben die Amerikaner allein 2020 rund 8,8 Milliarden Dollar in der Region investiert. Da ginge uns also einiges verloren. Gut, dass es wohl nicht dazu kommen wird.“