Wo ein Virus ist, ist dennoch ein Weg : Wie die Schulen im Eifelkreis mit den Coronabeschränkungen umgehen

Aufgrund der Pandemiebeschränkungen müssen die weiterführenden Schulen derzeit auf klassische Infoveranstaltungen für Neuzugänge verzichten. Schulen zu besichtigen und sich zu informieren, ist aber dennoch überall möglich.

In der Realschule plus Bleialf war man recht früh dran, was sich im Nachhinein als Vorteil erweist. „Glücklicherweise konnten wir unsere Eltern des zukünftigen fünften Schuljahres noch vor dem großen Lockdown informieren“, sagt Konrektorin Monika Winkelmann. So seien unter Einhaltung aller vorgegebenen Hygienevorschriften zwei Elternabende in der Turnhalle veranstaltet worden, an denen das Konzept und die schuleigenen Profile der Realschule plus Bleialf präsentiert worden seien.

Der jährliche Informationstag, der für Ende Januar geplant war, musste dann aber doch ausfallen. Wie Winkelmann erklärt, biete die Schule stattdessen allen interessierten Familien individuelle Schulführungen nach vorheriger Terminvereinbarung an. „Diese werden gut und gerne angenommen“, sagt die Konrektorin.

Die Pandemie mit alle ihren dauerhaften und temporären Einschränkungen beeinträchtigt nun fast schon seit einem Jahr den Schulalltag. Und eine der ersten Schulen des Eifelkreises, die das zu spüren bekam, waren Schüler der gymnasialen Oberstufe an der Berufsbildenden Schule Prüm.

Anfang März 2020 mussten die Teilnehmer einer Ski-Freizeit, direkt nach ihrer Ankunft am Wintersportort wieder nach Hause und dort dann sofort in Quarantäne. Und nur wenige Tage nach Ende dieser Quarantäne kam dann der erste Lockdown. Für dieses Jahr ist keine Ski-Freizeit geplant. Und auch ansonsten läuft alles anders als die Jahre zuvor.

Die Infoveranstaltungen wurden aus dem Schulgebäude ins Netz verlagert. Dort haben am Montag die digitalen Infowochen begonnen. Interessierte können sich über einen Link auf der Homepage für bestimmte Veranstaltungen anmelden, die bis zum 19. Februar täglich abends angeboten werden. Am Mittwoch wird zum Beispiel über das berufliche Gymnasium informiert, am Donnerstag über die Berufsfachschule und am Freitag dann über Allgemeines zur Schule.

Die Grund- und Realschule plus Neuerburg hat gemeinsam mit dem benachbarten Eifel-Gymnasium ein Schulvideo erstellt, das den traditionellen Schnuppertag, der diesmal ausfallen muss, ersetzen soll. Der Film informiert über das umfangreiche Angebot und das Konzept des Neuerburger Schulzentrums. Darüber hinaus wurden auf der Internetseite der Realschule plus alle wichtigen Informationen und Formulare zum Download bereitgestellt. Zudem, so Schulleiter Mario Merkes, bestehe natürlich die Möglichkeit, ein individuelles Beratungsgespräch zu vereinbaren. Was auch für das staatliche Eifel-Gymnasium gilt. Individuelle Beratungen werden auch dort angeboten. Und das auf allen Kanälen: persönlich, telefonisch und per Videokonferenz.

Persönliche Beratungen sind an allen Schulen in diesem Jahr wichtiger denn je. So auch am Sankt-Josef-Gymnasium Biesdorf. „Wir haben uns sehr früh dazu entschlossen, individuelle Beratungs- und Anmeldegespräche zu führen“, sagt Jürgen Gieraths, Leiter des Gymnasiums. Diese individuellen Gespräche seien auch deswegen von großer Bedeutung, weil die Kinder der vierten Klasse und deren Eltern in Zeiten von Corona nicht genau wüssten, wo der schulische Weg hinführen solle, erklärt Gieraths. „Die Schulschließungen haben doch zu großen Verwerfungen geführt, so dass ein normaler Lehr-Lern-Prozess nicht und eine Einschätzung des Potentials – wie in den letzten Jahrzehnten eingeübt – nur bedingt möglich war“, erklärt er. Von daher würden auch Gespräche im zeitlichem Abstand angeboten.


„Um das hohe Maß an persönlicher Beratung und Betreuung auch in Zeiten von Corona zu gewährleisten, bietet unsere Schule nunmehr individuelle Führungen und Beratungen durch die Schulleitung an“, sagt auch Albrecht Petri und betont, dass dabei die Hygienevorgaben strengstens beachtet würden. Der Schulleiter des Regino-Gymnasiums Prüm bedauert es sehr, dass pandemiebedingt auf den Tag der offenen Tür und den Infoabend verzichtet werden muss. Beide Formate, so Petri, seien immer sehr gut angenommen worden.

Corona zwingt zum Umdenken und verlangt von den Schulen aufgrund der oft kurzfristigen Bekanntgabe von Sanktionsverschärfungen oder -lockerungen auch ein hohes Maß an Flexibilität. Das Schulzentrum St. Matthias in Bitburg ist deshalb bei seiner Planung zweigleisig gefahren. „In den vorrangegangenen Jahren begannen unsere Planungen zum Tag der Offenen Tür im November, in diesem Jahr wurde ein Plan B für den Fall entworfen, dass wir diesen Tag nicht stattfinden lassen können“, erklärt Joachim Schmitt, kommissarischer Leiter der Kooperativen Gesamtschule. Anfang Dezember sei entschieden worden, nur noch Plan B zu verfolgen, fügt Schmitt hinzu. Die Präsentation findet also fast ausschließlich auf der Homepage statt. Dort sind alle relevanten Informationen inklusive Begrüßungsvideo hinterlegt. Zudem seien während der Anmeldefrist individuelle Beratungsgespräche und Führungen durch die Schule angeboten worden, ergänzt Schmitt.


Ein ähnliches Angebot gab es im Januar 2021 auch an der Franziskus Grund- und Realschule plus Irrel. Eltern und Schüler konnten über das Sekretariat der Schule einen Termin für ein individuelles Gespräch und einen Rundgang durch die Schule vereinbaren, wie Schulleiter Claus von Bronewski erklärt.Und genauso werde derzeit auch bei den Terminen zur Anmeldung verfahren.

An der Otto-Hahn-Realschule plus Bitburg und dem St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg werden ebenfalls seit Anfang des Jahres individuelle Führungen und Vorstellungen der gemeinsamen Orientierungsstufe im Stundentakt angeboten. „Auch die eigentlichen Anmeldungen vom 1. bis 10. Februar werden einzeln, nach vorheriger Terminvereinbarung, in verschiedenen Räumen, durchgeführt“, erklärt Torben Wendland, Rektor der Realschule plus, mit Verweis auf die strengen hygienischen Vorkehrungen, denen man aufgrund der räumlichen Verteilung trotz der großen Schülerzahl gerecht werde.

Mit bis zu 200 Neuanmeldungen hat die Bitburger Realschule plus die mit Abstand meisten Gespräche zu führen. Etwas überschaubarer ist es da am Vinzenz-von-Paul-Gymnasium in Niederprüm, wo aber ebenfalls auf die aktuelle Situation reagiert werden musste. Zwei für Mitte Januar geplante Informationsabende mussten abgesagt werden. Wie Schulleiter Andreas Ostermann erklärt, seien aber als Ersatz über mehrere Wochen hinweg individuelle Führungen für interessierte Eltern mit ihren Kindern in der Schule durchgeführt und diese mit der entsprechenden Beratung zum Bildungsangebot verknüpft worden. Ähnlich sind auch die übrigen weiterführenden Schulen des Kreises verfahren.