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Schulsozialarbeit in Speicher: Keiner will’s bezahlen

Schulsozialarbeit in Speicher: Keiner will’s bezahlen

Die Schulsozialarbeit in Speicher, Spangdahlem und Preist wird nach Januar 2017 eingestellt. So hat es der Verbandsgemeinderat beschlossen. Der Grund: Es fehlen Fördermittel.

Speicher. Marcus Röhle springt vom Zuschauerpodium in den Sitzungssaal. Er wird heute vom Speicherer Verbandsgemeinderat angehört. Röhle ist Elternvertreter. Das Thema, über das er sprechen wird, liegt ihm besonders am Herzen: die Sozialarbeit an den Grundschulen in Speicher, Spangdahlem und Preist. "Die Schüler respektieren ihre Lehrer nicht. Ständig gibt es Krach", sagt er. Der bisherige Höhepunkt: Vor vier Wochen habe es wegen der Probleme mit den Kindern einen außerordentlichen Elternabend gegeben. Und diese Probleme könne das ohnehin dünn besetzte Kollegium nicht alleine stemmen: "Dafür brauchen wir die Sozialarbeiterin!" Ob die ihre Arbeit fortsetzen darf - darüber hat der Verbandsgemeinderat zu entscheiden. Er muss einen Beschluss fassen über einen Antrag der Verwaltung, die Sozialarbeit an den drei Schulen ab dem 31. Januar 2017 zu streichen. Die Begründung: Die Nikolaus-Koch-Stiftung hatte einen Förderantrag der Verbandsgemeinde (VG) im August abgelehnt. Und einen anderen Sponsor habe man nicht finden können. Es fehlen 16 000 Euro.
Zu viel, findet die CDU im Rat. "Die Kosten für die Sozialarbeit kann die VG nicht stemmen", sagt Fraktionsvorsitzende Karin Plein. Sie sieht das Land in der Pflicht. Die rheinland-pfälzische Regierung sei für die Finanzierung des Schulpersonals verantwortlich. In diesem Punkt sind sich CDU und SPD einig. Letztere will das Problem aber trotzdem selbst angehen. "Wenn das Projekt gut läuft, zieht das Land vielleicht mit", sagt Sozialdemokratin Agnes Tillmann-Steinbuß: "Die Sozialarbeit jetzt einzustellen, wäre ein falsches Signal."
Genau dafür entscheidet sich der VG-Rat dann aber letztlich doch. Gegen den Vorschlag der Verwaltung stimmen nur die sieben anwesenden SPD-Politiker, UBL und FDP schließen sich den Christdemokraten an.
Und wie soll es nun weitergehen? Der Förderverein der Schule ist im Moment selbst auf der Suche nach Sponsoren und Spendern. Vorsitzende Petra Franzen: "Wir sind im Gespräch mit Stiftungen und Unternehmen." Ob sie es schaffen werden, das Geld zusammenzubekommen, kann sie noch nicht abschätzen. cha