Schulstandort wird zum Haus der Bildung

Schulstandort wird zum Haus der Bildung

Der Ärger um den geplanten, rund 1,3 Millionen Euro teuren Neubau des Kindergartens am Schulstandort in Mettendorf ist beigelegt. Inzwischen haben alle Gemeinden im Einzugsbereich des Kindergartens einem Kompromiss zugestimmt. Demnach übernimmt die Ortsgemeinde Mettendorf als Sitzgemeinde einen deutlich höheren Anteil an den Kosten.

Mettendorf. Die Erleichterung ist Paul Lentes sogar durchs Telefon anzumerken. "Es ist alles in trockenen Tüchern", verkündet der Mettendorfer Ortsbürgermeister und seufzt hörbar auf. Ihm sei "ein ganzer Fels vom Herzen gefallen", als klar war, dass der Mettendorfer Kindergarten, der sich derzeit noch hinter dem Dorfgemeinschaftshaus befindet, tatsächlich neben die Grundschule umziehen wird. Denn dass sich der Schulstandort zu einem "Haus der Bildung" entwickeln kann, in dem Kinder von klein auf bis einschließlich zur vierten Klasse in nächster Nähe untergebracht werden (siehe Extra), stand mehr als ein halbes Jahr lang auf der Kippe.
Einige der umliegenden Ortsgemeinden, deren Kinder die Einrichtung in Mettendorf besuchen und die sich gemessen an ihrer Einwohnerzahl an der Finanzierung des mit 1,3 Millionen Euro veranschlagten Neubaus beteiligen müssen, lehnten eine Kostenübernahme zumindest in der vorgesehenen Höhe ab (der TV berichtete). Die Zweckvereinbarung, die Mettendorf als Sitzgemeinde 1986 mit den neun umliegenden Orten getroffen hatte, legt allerdings fest, dass Investitionen einstimmig zu beschließen sind. Hinter dem Neubau stand damit seit Oktober ein dickes Fragezeichen - ein Problem, denn der Kindergarten platzt an seinem jetzigen Standort angesichts des seit August 2010 bestehenden Rechtsanspruchs der Eltern auf einen Betreuungsplatz für Zweijährige ohnehin schon aus allen Nähten. Insgesamt vier Gruppen gibt es derzeit in der Einrichtung. Zwölf Zweijährige werden dort betreut - bislang allerdings nur aufgrund einer vorläufigen Betriebserlaubnis: Die Räumlichkeiten sind eigentlich nicht auf die Betreuung von Kleinkindern ausgerichtet. Eine Erweiterung des Gebäudes ist wegen hochwasserrechtlichen Bestimmungen und statischer Bedenken ausgeschlossen.
Dabei sind laut Auskunft der Trägerin des Kindergartens, der Kita gGmbH Trier, künftig insgesamt sechs Gruppen nötig, schließlich folgt 2013 auch der Betreuungsanspruch für Einjährige. Nachdem die Unstimmigkeiten zwischen den Ortsgemeinden aus dem Einzugsbereich des Kindergartens über die Finanzierung des unumgänglichen Neubaus publik wurden, wurde gar vom Landesjugendamt zum 1. Januar ein Aufnahmestopp für Zweijährige verhängt. Eine Maßnahme, die offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt hat: Denn inzwischen haben sich die zehn betroffenen Ortsgemeinden in einer großen Runde mit allen Gemeinderäten auf einen Kompromiss geeinigt, der mittlerweile auch von allen Ortsgemeinderäten abgesegnet worden ist: Demnach übernimmt Mettendorf einen Sockelbetrag von 200 000 Euro an den insgesamt 1,3 Millionen Euro hohen Kosten für den Neubau. Da zudem mit Zuschüssen von Land und Kreis in Höhe von mehr als 300 000 Euro zu rechnen ist, verbleiben nun noch circa 800 000 Euro, die entsprechend der Einwohnerzahl auf alle zehn Ortsgemeinden aufgeteilt werden. "Ich bin sehr, sehr froh, dass wir den Schulstandort zu einem ,Haus der Bildung\' umbauen können", sagt Lentes. Ein kleiner Wermutstropfen: Um die zusätzlichen Belastungen des Mettendorfer Haushaltes aufzufangen, musste der Gemeinderat die Realsteuerhebesätze auf Druck der Kommunalaufsicht erhöhen. Die Grundsteuern A und B wurden von 320 auf 400 Prozent angehoben, die Gewerbesteuer von 350 auf 380 Prozent.Die ehemalige Grund- und Hauptschule Mettendorf wird zu einem "Haus der Bildung" umgebaut. Der Spatenstich für den Anbau eines weiteren Grundschultrakts an das bestehende Grundschulgebäude ist bereits erfolgt (der TV berichtete). Der Anbau wird den bisherigen Grundschultrakt mit der Turnhalle verbinden. Sobald dieser steht, kann das Hauptschulgebäude abgerissen werden, damit an dieser Stelle der neue Kindergarten errichtet werden kann. Gerade beim Abriss des Hauptschultrakts könne durch Eigenleistungen der Ortsgemeinden noch eine Menge Geld gespart werden, appelliert Norbert Schneider, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Neuerburg, an das Engagement freiwilliger Helfer. Spätestens 2013 sollen dann auch die Kindergartenkinder in das "Haus der Bildung" übersiedeln, in dem sich die Kinder Mensa und Schulhofbereich künftig teilen werden. neb

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