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Schulterschluss bringt Fördergeld

Schulterschluss bringt Fördergeld

Zum Start gibt\'s 150 000 Euro, acht Jahre lang soll weiteres Fördergeld in private und öffentliche Vorhaben fließen: Innenminister Roger Lewentz hat Arzfeld und Waxweiler ins Programm "Ländliche Zentren - Kleinere Städte und Gemeinden" aufgenommen. Eine Bedingung: Die beiden Kommunen müssen zusammenarbeiten.

Arzfeld/Waxweiler. Geld für die weitere Dorfentwicklung: Die Ortsgemeinden Arzfeld und Waxweiler sind in das Programm "Ländliche Zentren - Kleinere Städte und Gemeinden" aufgenommen worden, für das Bund und Land gemeinsam Mittel bereitstellen. Eine Voraussetzung: Die Bewerber-Gemeinden müssen dabei kooperieren.
Er habe mit Freude gesehen, "dass wir da in den Fördertopf kommen", sagt Waxweilers Ortsbürgermeister Manfred Groben, "und dass es wieder ein Stück weiter geht in der Ortsgemeinde." Denn gerade in Waxweiler kommt das angekündigte Geld zum passenden Zeitpunkt: Das bisherige Programm im Dorf zur Städtebauförderung ist abgelaufen. Aus der Dorferneuerung ist ebenfalls kein Geld mehr zu erwarten, da man bereits die Städtebau-Förderung genossen hat.
Erste Vorhaben in Planung


Wie aber an neue Mittel für nötige Vorhaben kommen? "Da haben wir gemeinsam das Land bedrängt", sagt Edgar Kiewel, der Kreis-Beauftragte für die Dorferneuerung. Alle hätten mitgeholfen: Von Dagmar Barzen, der Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, bis zur SPD-Landtagsabgeordneten Monika Fink, vom Kreis bis zur Verbandsgemeinde. Am Ende habe der Minister diese neue Fördervariante ermöglicht, bei der eben zwei oder drei Gemeinden eine Kooperation eingehen.
Diese können jetzt Fördergebiete festlegen und erste Anträge stellen, damit die Vorhaben "zügig eingeleitet werden können", teilt das Ministerium mit. Für den Anfang stelle man jeder Gemeinde einen Betrag in Höhe von 150 000 Euro bereit.
Schönes Geld, für dessen Verwendung es auch schon Ideen gibt. In Waxweiler nahm man dazu die Bahnhofstraße, die Lünebacher und die Schwimmbadstraße in den Blick: Dort zum Beispiel will die Ortsgemeinde die Freizeitanlage mit Minigolf, Eisstock-Bahn und weiteren Spielen wieder aufpeppen, weil alles schwer in die Jahre gekommen ist. In der Bahnhofstraße, sagt Groben, plane man, den alten Lokschuppen zum Bauhof umzurüsten. Im gesamten Gebiet werden nicht nur Gemeindeprojekte, sondern auch private Vorhaben mit, laut ADD, maximal 40 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt.
Die Kooperationsverbünde bestehen aus zwei oder drei Gemeinden mit jeweils mehr als 1000 Einwohnern. Sie sollen die überörtliche Versorgung gewähren, mindestens eine muss die Funktion eines Grundzentrums haben. Wie in diesem Fall Arzfeld als größter Ort in der VG - dort freut sich Ortsbürgermeister Peter Antweiler über die Nachricht. Er verweist auch darauf, dass die Kooperation zwischen Gemeinden, "die zusammen passen", Voraussetzung für den Zuschlag war. "Und das ist ja hier der Fall."
Mein Haus, dein Haus


So will man, wie in der Förder-Bewerbung dargelegt, unter anderem Infrastruktur gemeinsam nutzen. Ein Beispiel: Die Bürgerhäuser. Das in Waxweiler fasst 400 Personen, das Haus in Arzfeld die Hälfte. So sei vorstellbar, sagt Manfred Groben, dass die Arzfelder bei größeren Festen und Veranstaltungen nach Waxweiler kommen. Auch bei touristischen Angeboten will man stärker kooperieren - und demnächst prüfen, ob der Bedarf für eine Busverbindung zwischen den beiden Orten bestehe.
Die Förderung ist auf acht Jahre angelegt. Ansprechpartner für alle, die ein privates Vorhaben verwirklichen wollen, sind Orts- und Verbandsgemeinde. Dort freut sich auch Bürgermeister Andreas Kruppert über den gemeinsam errungenen Erfolg: "Wir sind jetzt natürlich froh, dass wir zu den ersten gehören, die von diesem Programm profitieren können."Extra

Mit dem Förderprogramm wollen Bund und Land kleinere Städte und Gemeinden, "die in ländlichen, von Abwanderung oder vom demografischen Wandel betroffenen Räumen liegen", als "zentrale Orte für die Zukunft handlungsfähig machen". Gefördert werden können seit Jahresbeginn auch Gemeinden, die dabei zu zweit oder zu dritt eine Zusammenarbeit eingehen. Geld gibt es unter anderem für die Verbesserung der Infrastruktur, der Bausituation, für den Kauf oder die Neusortierung von Flächen, die dadurch eine Aufwertung erfahren. Im Jahr 2013 stellten Bund und Land dafür 4,3 Millionen Euro in 13 Gemeinden bereit. Im laufenden Jahr sollen laut Ministerium etwa zehn Kooperationsverbünde in die Förderung aufgenommen werden, darunter auch Arzfeld und Waxweiler. fpl