Schulweg-Unfall: Ursache unklar

Bitburg · Vier Kinder von zehn bis elf Jahren wurden gestern Morgen vom Wagen einer 57-jährigen Autofahrerin erfasst, als sie auf ihrem Schulweg den Zebrastreifen in der Kölner Straße in Bitburg überquerten. Die Unfallursache ist nach Angaben der Polizei noch unklar.

Wie konnte das passieren? Die Kölner Straße in Bitburg ist eine schnurgerade Achse. Keine Kurven, keine üppige Bepflanzung behindern die Sicht. Zudem ist die Strecke gut beleuchtet, ob nachts oder am frühen Morgen. Dennoch wurden dort gestern bei einem Verkehrsunfall vier Kinder auf ihrem Weg ins Schulzentrum St. Matthias schwer verletzt. Die Schüler gingen über den Zebrastreifen Richtung Theobald-Simon-Straße und hatten schon fast die andere Straßenseite erreicht, als sie von einem Auto erfasst wurden. "Den Kindern ist keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen. Sie gingen ganz normal über den Zebrastreifen", sagt Wolfgang Zenner von der Polizei Bitburg.

Der Aufprall der Kinder auf das Fahrzeug der 57-jährigen Autofahrerin war so heftig, dass die Frontscheibe des Wagens zersprang. Der Rettungsdienst brachte das Mädchen und die drei Jungen ins Krankenhaus. "Wir werden die Kinder noch einige Tage stationär wegen Knochenbrüchen und Platzwunden behandeln", sagt Diedrich Schlenkhoff, ärztlicher Direktor des Bitburger Krankenhauses.

Die Unfallursache ist unklar. "Wir haben keine Hinweise darauf, ob die Frau zu schnell gefahren ist, unaufmerksam war oder warum sonst sie die Kinder übersehen hat", sagt Zenner. Die Autofahrerin stehe unter Schock und werde ebenfalls ärztlich behandelt. Die Staatsanwaltschaft wird ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau einleiten: Verdacht auf fahrlässige Körperverletzung.

"Wir waren natürlich geschockt, als wir von dem Unfall unserer Schüler gehört haben", sagt Werner Wallenfang, Realschulleiter des bischöflichen Schulzentrums. Dort gibt es Schülerlotsen für den Bereich direkt vor dem Schulzentrum an der Prümer Straße. "Wir können ja nicht alle Wege in Bitburg mit Lotsen sichern", sagt Wallenfang. Im Lehrerkollegium könne sich keiner auf Jahrzehnte an einen vergleichbaren Vorfall erinnern. Für Wallenfang ist wichtig, dass die Kinder relativ glimpflich davongekommen sind: "Die hatten, Gott sei Dank, einen guten Schutzengel." EXTRA

Zahlen: 2010 kam es im Altkreis Bitburg zu zwölf Verkehrsunfällen, bei denen drei Fußgänger schwer und neun leicht verletzt wurden, darunter drei leichtverletzte Kinder. 2009 gab es 20 Fußgänger-Unfälle mit neun Schwer- und elf Leichtverletzten - darunter drei schwer- und ein leichtverletztes Kind. Tipps: Zwei Ratschläge gibt Wolfgang Zenner, Polizei Bitburg, Kindern: 1)Reflektoren: "Gerade in der dunklen Jahreszeit können Kleidung oder Schulranzen mit Reflektoren dazu beitragen, dass die Kinder besser und früher gesehen werden." 2)Verkehr beobachten: "Auch bei einer grünen Fußgängerampel oder einem Zebrastreifen sollte man sich nie auf sein Recht verlassen und blindlinks losmarschieren, sondern sich vergewissern, dass die Straße frei ist", sagt Zenner: "Eine hundertprozentige Sicherheit wird es wegen dem nicht auszuschließenden Fehlverhalten Einzelner nie geben."