1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Schuppen und Scheunen zum Überwintern

Schuppen und Scheunen zum Überwintern

Wechsel in Welchenhausen: Der Verein des Mini-Museums in der Wartehalle eröffnet am Samstag, 8. November, 16.30 Uhr, seine Winterausstellung mit Fotos von Harald Deilmann. Das Thema: Feldscheunen im Islek.

Lützkampen-Welchenhausen. Sie seien eine aussterbende Art, schreibt der Museumsverein der Wartehalle in Welchenhausen: Feldscheunen und Schuppen der bäuerlichen Landwirtschaft. Man errichtete sie an Feldrändern, um Stroh, Maschinen und Ackergeräte unterzubringen, als Viehunterstand, "oder weil schlicht der Platz auf den häufig kleinen Bauernhöfen im Dorf nicht ausreichte". Im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft werden sie allerdings langsam überflüssig, viele sind heute dem Verfall preisgegeben.
Möglichst kostengünstig sollten sie sein, so zeugen die verwendeten Materialien vom Erfindungsreichtum und Pragmatismus der Westeifeler Bauern: Neben Brettern und Balken in allen erdenklichen Formen findet alles Verwendung, was Schutz vor Regen und Wind bieten kann: alte Bleche einer Dachbedeckung, Seitenteile der ehemals hölzernen Dreschmaschinen, auch aufgeschnittene und geglättete Benzinkanister bedecken die westliche Wetterseite.
Diesen "letzten Zeugen einer vergangenen Zeit" setze Harald Deilmann mit seinen Fotografien ein kleines Denkmal, heißt es weiter in der Ankündigung des Museumsvereins. Klein, das passt auch zu den Ausmaßen des Welchenhausener Mini-Museums. Deilmanns Arbeiten stehen zwar in der Tradition der "Düsseldorfer Fotoschule" um Bernd und Hilla Becher.
Während diese Künstler aber die "Kathedralen" der Schwerindustrie und deren Schüler die Monumente der postindustriellen Architektur dokumentierten, "bleibt Harald Deilmann, den Proportionen der Wartehalle entsprechend und dem Mangel an Monumenten und Kathedralen im Islek Rechnung tragend, bei den Kapellen der Westeifeler Landwirtschaft".
Die Vernissage ist am Samstag, 8. November, 16.30 Uhr, alle Kunstinteressierten sind eingeladen. Die Ausstellung ist anschließend durchgängig in den Wintermonaten zu sehen, da die Wartehalle immer offen ist. red/fpl