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Schutz vor Corona: Verkauf durch die Glasscheibe, kassieren mit Handschuhen

Neue Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz : Zum Schutz vor Coronainfektion - Verkaufen durch Scheibe, Kassieren mit Handschuhen

Apotheken, Banken und Supermärkte in der Eifel verschärfen ihre Vorkehrungen gegen Covid-19. Um direkten Kontakt mit möglicherweise infizierten Kunden zu verhindern, setzen sie auf Glasscheiben, Bodenstreifen und Abstandsregeln.

Bis auf den Gehweg stehen die Menschen Schlange vor der Apotheke in Orenhofen. Artig halten die Kunden den Abstand von eineinhalb Metern zueinander ein. Doch der Apotheker will auf Nummer sicher gehen und hat noch eine zusätzliche Barriere aufgebaut. Niemand außer ihm darf mehr in die Filiale. Medikamente gibt es gegen Rezept durch einen Schlitz an der Haustür. Patient und Weißkittel sehen sich nur noch durch eine Glasscheibe.

Ganz so streng sind die Sicherheitsvorkehrungen im Nachbarort Speicher (noch) nicht. Doch auch hier haben die Mitarbeiter eine Glaswand hochgezogen, „Marke Eigenbau“, wie sie sagen. So soll direkter Kontakt mit den Kunden vermieden werden, die sich auch hier wegen neuer Abstandsregeln bis auf die Straße stauen.

Doch nicht nur Apotheken setzen neuerdings auf solche Schutzwände gegen mögliche Corona-Infektionen. Auch immer mehr Tankstellen und Banken im Eifelkreis, also Einrichtungen, die auch nach neuesten Bestimmungen weiterhin öffnen dürfen, rüsten auf gegen das neuartige Virus. Kaum eine Filiale kommt ohne Plexiglaswände aus, die man sonst nur aus hochgesicherten Banken kennt.

Sie sollen verhindern, dass sich Kunde und Verkäufer zu nahe kommen. Denn das Virus überträgt sich auch durch Tröpfcheninfektion — also etwa durch Speichel, der beim Reden in die Luft gespuckt wird und im Rachen des Nächsten landet.

Doris Pauels aus Gransdorf, Angestellte der Bitburger Tankstelle in der Neuerburger Straße, ist froh über die neue Schutzwand. „Man fühlt sich schon ein bisschen sicherer“, sagt sie. In den meisten Supermärkten findet der Verkauf noch nicht durch die Glasscheibe statt. Aber auch der Einzelhandel hat seine Sicherheitsvorkehrungen in den vergangenen Tagen verschärft.

Bunte Klebestreifen auf den Fliesen vor den Kassen zeigen den Kunden, wo sie in der Schlange zu stehen haben, ohne ihrem Nächsten zu nahezutreten. Und die meisten achten auch auf die Markierungen, sagt die Angestellte eines Marktes: „Nur manche Ältere und Jugendliche gehen unbekümmert damit um. Ich kann mir auch nicht erklären, warum die den Ernst der Lage nicht begriffen haben.“ In manchen Läden werden die Kunden dann von Mitarbeitern direkt oder per Durchsage ermahnt, sie mögen doch Abstand halten.

Und es gibt noch weitere Regeln. Einige Märkte bitten derzeit ihre Kunden möglichst alleine einkaufen zu gehen und nicht mit der ganzen Familie. So soll verhindert werden, dass sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig in einem Markt aufhalten.

Auch in der Apotheke in Speicher setzen die Mitarbeiter auf einen Glasschutz. Foto: TV/Christian Altmayer
Abstand halten: Dafür sind die neuen Markierungen in den Supermärkten gedacht. Foto: TV/Christian Altmayer

Eine weitere Empfehlung der Geschäfte: Möglichst mit Karte zahlen und nicht mit Bargeld — auch, wenn die Mitarbeiter meist ohnehin mit Handschuhen arbeiten. Manche sogar mit Mundschutz, um Kunden nicht zu infizieren. „Pflicht ist das zwar noch nicht“, sagt eine Angestellte: „Aber das wird sicher noch kommen.“