Schwarzer Peter oder Pitter Pan
Meine allerliebste Frau Walburga - wie immer fest auf meiner Seite, wo sie ja auch hin gehört - triumphiert. "Da, siehst du, Pitter", töhnt sie durch unsere trauten Wände mit ihrer ach so zarten Stimme.
"Jetzt kannst du nicht mehr über die in Mainz meckern. Die Instrumentenflug-Genehmigung ist da." Jaja, denk ich mir. Bliebe noch die unschöne Geschichte mit dem DLR (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum; diese lästerliche Randnotiz sei mir erlaubt). Mit Ruhm haben sich die Mainzer bei der Fluggenehmigung aber auch nicht bekleckert. Wie sich der Wirtschaftminister Hering darum gewunden hat, mal klipp und klar zu sagen, ob er nun die Industrieflughafen-Idee gut oder schlecht findet - wie ein Aal, dieser Hering. Aber Schwamm drüber.
Tatsächlich liegt der schwarze Peter jetzt wieder bei der Flugplatz-GmbH, und das tut mir für die GmbH fast leid. So geht das ja jetzt schon die ganze Zeit. Zur Erinnerung: Am Anfang war die Idee, Landebahn, Rollfelder und den Rest der vorhandenen Infrastruktur zu nutzen, weil nunmal alles schon so nett da ist. So weit, so gut. Öffentliche Unterstützung war gefragt, keiner wollte der böse Spielverderber sein, alle machten mit - bis Trier das Blatt hinwarf. Da lag der schwarze Peter auf einmal bei der Stadt Bitburg. Die übernahm die Trierer Anteile in Poker-Manier, womit wieder die Schwarze-Peter-GmbH am Zug war. Da die GmbH aber ohne Flug-Genehmigung kaum eine Chance hatte, Flugtechnik-Firmen nach Bitburg zu bewegen, landete der schwarze Peter ganz geschickt beim Land. Schwere, schwarze Karte für das rote Land, das lange überlegen musste, bevor es die Genehmigung für den großen Flugbetrieb austeilte - und damit die ungeliebte Peter-Karte wieder zurück in die schwarze Eifel spielte. Was jetzt kommt, ist klar: Die Peter-GmbH wird ihre schwarzen Gesellschafter in die Pflicht nehmen. Diese müssen sich jetzt investitionswillig zeigen. Schließlich brauchen die großen Maschinen mehr als die Genehmigung - das bisschen Technik macht sich von selbst (so ähnlich singt Walburga immer beim Putzen im Haushalt, sagt aber selber, dass das Lied nicht stimmt).
Es geht also ans Eingemachte: Die Kassen sind leer. Würde mich nicht wundern, wenn die Gesellschafter den schwarzen Peter demnächst wieder zur GmbH schieben, indem sie eine Sicherheit verlangen - etwa eine Liste williger Fugtechnik-Firmen. Keine Frage, dass die schwarze GmbH den Peter anschließend zum Land schiebt und fordert, dass die Aale nun mit ihren versprochenen Zuschüssen ums Eck schwimmen müssten. Und so hat das Spiel seine Eigendynamik, ohne dass sich Wesentliches ändert. Denn so richtig Butter bei die Heringe will auch in Mainz keiner geben.
Ich schlage deshalb vor, wir steigen um auf Skat: 18, 20, zwei, Null - ich spiel einen Null Hand ouvert (null Flugfirmen an der Hand und das sag ich ganz offen-ouvert). In diesem Zusammenhang erinnere ich noch mal an meine ursprüngliche Idee, die Kyll durchgängig von Bitburg-Erdorf bis Köln mit Anschluss nach Luxemburg unter Umgehung von Trier (!!!) dank des Prüm-Sauer-Kanals schiffbar zu machen. Falls Sie mich unterstützen wollen, wählen Sie Liste Pitter, garantiert ohne schwarzen Peter, dafür gern mal mit einer Flöte, von der der Pan nur träumen kann. Vorwahl-Notierungen nehme ich per Leserbrief entgegen. Bis dann,