Schwarzwald-Uhren aus der Eifel

Schwarzwald-Uhren aus der Eifel

BINSFELD. Rund 200 Kuckucksuhren präsentieren im Geschäft "The best of" von Marek Polczyk farbenfroh und unterhaltsam die Uhrzeit. Die deutschen Kulturgüter, Souvenirs und Antiquitäten finden besonders bei Amerikanern Anklang.

Dicht an dicht drängen sich die meist farbenfrohen Waren in dem Geschäft von Marek Polczyk. Bereits von außen sieht der Betrachter große Standuhren, detailreich gearbeitete Kuckucksuhren, farbig glitzernden Schmuck, handgefertigte Globen aus Edelsteinen, bunte Porzellanfiguren und wertvolle Antiquitäten im "Kurio-Shop" (Kuriositäten-Laden), wie Polczyk sein Geschäft nennt. 65 Prozent der Kunden sind Amerikaner

In großen schwarzen Lettern steht über dem Schaufenster in der Eifelgemeinde: "Black Forest Clock Factory". Der Name stammt noch von Polczyks Vorgänger, der den Laden vor rund drei Jahren schließen musste. Danach stand er einige Zeit leer, bis der Geschäftsmann dort mit seinen Waren einzog. Zwar befindet sich hinter der großen Glasscheibe keine Fabrik für Schwarzwalduhren, dennoch ruft dort bei rund 200 Uhren der Kuckuck die volle Stunde aus. Es öffnet sich ein Türchen, der Vogel trällert los, und kleine Menschenfiguren in Trachten bewegen sich, prosten sich zu oder tanzen. Besonders bei Amerikanern, die rund 65 Prozent von Polczyks Kundenstamm ausmachen, finden diese Stücke deutschen Kulturguts freudige Käufer. Bei einigen Einheimischen rufen sie jedoch eher Kopfschütteln hervor, oder sie belächeln sie als kitschig. "Die Deutschen haben Angst vor Farbe", ist ein Erklärungsversuch des Geschäftsmanns. Die Amerikaner hingegen können von den farben- und oft geschichtsträchtigen Artikeln aus "Germany" nicht genug bekommen. Koffer- ja sogar containerweise transportierten diese manchmal seine Waren in ihre Heimat, erzählt Polczyk, der das Geschäft seit etwa einem Jahr führt. Auch auf der Base leitet der Mann, der aus Polen stammt und im Pfälzerwald lebt, ein Geschäft. Die Amerikaner seien geborene Käufer sagt er schmunzelnd. Davon zeugen auch zahlreiche Schilder mit der Aufschrift "sold" - verkauft. "Ich stehe hinter meiner Ware und werde nichts verkaufen, was mir persönlich nicht gefällt", erzählt Polczyk. "Eine Kuckucksuhr kann man in jede Wohnung integrieren - auch in eine supermoderne", so sein Credo. "Ich liebe Kontraste", sagt der Mann, der diesen Satz auch lebt. Das beweisen beispielsweise alte Fotos, die den heutigen Geschäftsmann als jungen, langhaarigen Musiker einer polnischen Metal-Band zeigen. Polczyk blüht richtig auf, wenn es um die Antiquitäten geht, die in seinem rund 100 Quadratmeter großen Geschäft ein vorübergehendes Zuhause gefunden haben. "Da steckt immer noch Romantik drin", sagt er und holt ein Paar Holz-Skier mit Bambusstöcken hervor. Möbel aus verschiedenen Epochen stehen nebeneinander, darauf liegen alte, in Samt eingefasste Fotoalben, oder es versteckt sich ein Grammophon dahinter. Alles sei in seinem Geschäft zu haben, sagt Polczyk, auch wenn ihm manche Gegenstände besonders ans Herz gewachsen sind. "Aber wenn jemand doppelt so verliebt ist wie ich, wechselt der Gegenstand den Besitzer."

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