Schweinchen oder Zicklein

Bitburg bietet mehr Kitaplätze, Wittlich mehr Gymnasien. Die Bierstadt hat eine Eisbahn und Wittlich mehr Kneipen. Welche Stadt hat das bessere Angebot für die Jugend? Zwei Städte im Vergleich.

Wittlich/Bitburg. Bitburg ist nicht gerade Berlin. Und Wittlich ist auf den ersten Blick auch nicht der Wahnsinn. Was haben die beiden Städte ihrer Jugend zu bieten? Der Volksfreund wagt sich an einen Vergleich: Gäßestrepper gegen Säubrenner. Ziege gegen Schwein. Bier gegen Pizza. Reifen gegen Autos. Welche Stadt hat bei der Battle um Jungbürger zwischen 0 und 19 Jahren die besseren Argumente?

Spielkameraden, Freunde, potenzielle Partygäste: Wittlich steht mit seinen 3131 Kindern und Jugendlichen kurz davor, den Treffer zu versenken. Bitburg hat nämlich nur 2556 Freunde und Mitspieler zu bieten. Allerdings bilden die ne super Mauer! Rechnet man das nämlich mal auf die Einwohnerzahlen um (Wittlich hat inklusive der Zweitwohnsitze etwa 19 200, Bitburg 14 000 Einwohner) dann zeigt sich, dass die Eifelstadt mit ihren rund 18,2 Prozent Nachwuchsbitburgern jünger ist (Wittlich: 16,3 Prozent). Und jünger ist cooler. 1:0 für Bitburg.

Kindergärten: Die Kleinen denken gar nicht groß drüber nach. Den Eltern ist es dafür umso wichtiger, dass sie einen Kitaplatz bekommen. Während man sein Kind in Trier besser schon vor der Zeugung anmeldet, ist die Lage in den beiden Kreisstädten recht entspannt. Bitburg bietet in sechs Kitas 667 Plätze. Wittlich hat neun Kitas und 787 Plätze. Noch. Denn die Kita am Jahnplatz wird umgebaut und bekommt bald 40 Plätze mehr. Also wären es dann insgesamt 827. Trotzdem hat wieder Bitburg die Nase vorn: weil da kommt auf jeden 21. Einwohner ein Kitaplatz. In Wittlich nur auf jeden 23. 2:0 für Bitburg. Die Säubrenner müssen Gas geben!

Das Schulangebot ist nicht gerade das, was Jugendliche an ihrer Heimat so lieben. Aber Schulen sind wichtig. Und diesmal holt Wittlich den Punkt: Zwar gibt es in beiden Städten Berufs-, Förder-, Kreismusik-, Real- und Volkshochschulen.
Auch punktet Bitburg bei den Bildungs-Specials: Junge Leute mit Behinderung können im Europäischen Berufsbildungswerk eine überbetriebliche Ausbildung machen und alle die in die Landwirtschaft gehen wollen, sind am DLR-Eifel richtig. Die Säubrennerstadt kontert mit einer Krankenpflegeschule. Spielentscheidend ist aber: Wittlich hat nicht nur mehr städtische Grundschulen (vier statt zwei), die Stadt an der Lieser hat auch ein viel größeres Angebot für alle, die Abi machen wollen. Und Abi ist in. Statt nur einem Gymnasium (St.-Willibrord, 1200 Schüler), gibt es in Wittlich zwei Gymnasien (PWG, Cusanus, insgesamt 1616 Schüler) und dazu noch ein Technisches Gymnasium (219 Schüler).
Das kann auch Bitburgs katholisches Schulzentrum (an dem man seit kurzem auch Abitur möglich ist) nicht rausreißen. Mit seinen "Gymmies" gibt die Reifenstadt Gummi und daher stehts jetzt nur noch 2:1 für Bitburg.

Freizeit: Der Kampf um die besseren Freizeitangebote droht angesichts der Masse dessen, was man machen kann, unübersichtlich zu werden. Beide Städte bieten viel: Häuser der Jugend mit abwechslungsreichen Programmen zwischen Hip-Hop und Kinderkickern, gut ausgestattete Stadtbüchereien (die in Wittlich räumt sogar ständig Preise ab), Hallen- und Freibäder, Fitness-Studios, Sportplätze, Turnhallen, Bowlingcenter, Tanzschulen und zig Vereine, die neben dem Üblichen auch Ungewöhnliches bieten wie Hundesport, Baseball, Sportfischen, Skatehockey, Modellflug und in Bitburg sogar "Junge Briefmarkenfreunde". Die Bierstadt hat aber auch einiges zu bieten, was Wittlich nicht hat: Dort stehen ein Kino und die einzige Eislaufhalle in der gesamten Region. Umgekehrt hat Wittlich seine Kartbahn nicht eingebüßt und bietet der Jugend einen Minigolfplatz, der mit viel Geld saniert wurde. Bitburg hat Bier, Wittlich Wein und natürlich gibt es in beiden Städten Cafés und Kneipen - allerdings ist Wittlichs Kneipenlandschaft dichter. Dafür gibt es in Bitburg noch Discos. Bisher ist der Freizeitwettstreit ein Kopf- an Kopfrennen. Wenn da nicht der Wittlicher Stadtpark reingegrätscht käme, der einfach größer, grüner und chilliger ist als das bescheidene Bitburger Gartenangebot - und den Säubrennern so den Ausgleich beschert.
Fazit: Das Match endet 2:2 mit einem wohl verdienten Gleichstand. Denn für Städte ihrer Größe haben alle beide Kindern und Jugendlichen überraschend viel zu bieten. Sie haben beeindruckend viele Bildungsangebote - wobei Bitburg mit den Kindergärten punktet und Wittlich mit den Schulen und sie verfügen über eine große Bandbreite von Freizeitangeboten. Was Jugendlichen fehlt, zeigt die Umfrage: Sie wünschen sich andere Klamottenläden, Diskotheken und in Wittlich auch ein Kino.