1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Schwellen sollen Raser bremsen

Schwellen sollen Raser bremsen

MECKEL. Etwa 400 Autos fahren täglich über die Meilbrücker Straße (L 2) durch Meckel. Viel zu viel und vor allem viel zu schnell, finden die Meckeler und setzen sich für eine Verkehrsberuhigung in ihrem Dorf ein.

"Es wird höchste Zeit, dass hier was passiert", sagt Matthias Jüngels, der seit 1968 an der Meilbrücker Straße (Landesstraße 2) in Meckel wohnt und den jährlichen Zuwachs an Autoverkehr mit Sorge beobachtet. "Schon als unsere Kinder klein waren, haben wir eine doppelte Kette zur Straße hin gespannt, damit die Kinder nicht überfahren werden, wenn sie im Garten spielen", ergänzt seine Ehefrau Margret. Inzwischen wohnt ihre Tochter nebenan und bangt selbst um die Sicherheit ihrer Kinder auf dem Weg zur Bushaltestelle, wo die Meckeler aus der Schule und dem Kindergarten in Wolsfeld ankommen. Die meisten Eltern trauen ihren Kindern den gefährlichen Heimweg entlang der viel befahrenen Meilbrücker Straße nicht allein zu und holen sie täglich von der Bushaltestelle im Dorf ab. Meckeler fühlen sich dem Verkehr nicht gewachsen

Viele Berufspendler, die in Luxemburg arbeiten oder nur dort tanken wollen, nehmen täglich die Abkürzung von der B 51 durch das kleine Eifeldorf, das sich diesem Verkehr nicht mehr gewachsen fühlt. "Ich habe einmal von unserem Garten aus abends den Berufsverkehr gezählt. Da kam ich auf 80 Autos in der Stunde", verdeutlicht der Meckeler Bürgermeister Eugen Kirscht, der von seinem Garten an der Hauptstraße freien Blick auf die Meilbrücker Straße hat. "Und wenn der Betrieb des Steinbruchs erst Mal in Schwung kommt, sollen noch etwa 180 LKW am Tag hinzu kommen. Dann geht es ganz schön rund hier." Dass diese Situation unzumutbar ist, das sehen inzwischen nicht nur die Meckeler. Um die Situation vor Ort einzuschätzen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, hat eine Ortsbegehung mit Vertretern von Straßenbauverwaltung, Verbandsgemeinde, Polizei und Kreis stattgefunden. "Die Zahl der Autos, die durch Meckel fahren, ist zwar nicht besonders hoch, doch durch die lange gerade Straßenführung wird die Meilbrücker Straße oft zur Rennstrecke", bestätigt Simone Schäfer, Verkehrsingenieurin beim Landesbetrieb Straßen und Verkehr Gerolstein, nach der Verkehrsschau. Einen ersten Schritt zum sicheren Weg nach Hause und ins Dorf haben die Anwohner der Meilbrücker Straße in Zusammenarbeit mit Gemeinde, Straßenbauverwaltung und Verbandsgemeinde schon getan: Sie haben in Eigenarbeit den Fußweg fortgeführt, so dass man nun auch an der Meilbrücker Straße entlang gehen kann, ohne vor jedem vorbeirasenden Auto in den Graben flüchten zu müssen. "Die Zusammenarbeit hat wirklich gut geklappt", lobt Bürgermeister Eugen Kirscht, sichtlich stolz, dass die Anwohner die von der Gemeinde bezahlten Steine so professionell verlegt und damit eine Sicherheitszone für Fußgänger geschaffen haben. "Das war aber auch nicht ganz ungefährlich", erinnert sich Jüngels, der mit seinen Nachbarn den Gehweg angelegt hat. "Den Hintern musste man oft blitzschnell wegziehen, sonst wäre er einem abgefahren worden." Inzwischen sind die Anwohner froh, dass sie diese Sicherheitszone geschaffen haben. "Aber das reicht natürlich nicht", sagt der Bürgermeister. "Zunächst soll ein 24-Stunden-Messgerät die Verkehrsbelastung aufzeichnen", erläutert Kirscht ein Ergebnis des Ortstermins. "Und nach den Sommerferien, wenn die Straße asphaltiert wird, sollen provisorische Leitschwellen, die nicht überfahren werden können, die Fahrbahn verengen und damit den Verkehr abbremsen." Wenn sich das Provisorium nach einer Testphase von einem Jahr bewährt hat, sollen die Verengungen dann auch gestaltet werden, damit sie sich ins Ortsbild einfügen. "Damit können wir die Straße hoffentlich angemessen beruhigen", hofft der Bürgermeister. "Und eigentlich müsste auch in Richtung Kaschenbach was passieren. Doch dort wohnen vor allem ältere Menschen, die den Gehweg nicht in Eigenleistung errichten können." Deshalb rechnet Kirscht damit, dass die Gemeinde langfristig auch dort den Gehweg in Auftrag geben wird und die Kosten auf die Anlieger umlegen muss.