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Schweres Jahr für das Geschäft mit dem Wald

Forstwirtschaft : Schweres Jahr für das Geschäft mit dem Wald

Sturm, Trockenheit und Käferbefall: Bitburg verdient nur noch 40♦000 statt 120♦000 Euro auf dem Holzmarkt.

Erst der Orkan im März, dann der Käferbefall und schließlich noch die große Trockenheit im Sommer: Landauf, landab war 2019 für die Forstwirtschaft ein Jahr mit besonderen Herausforderungen. Das gilt auch für das Forstrevier Bitburg-Steinborn.

Revierförster Otmar Koch geht deshalb davon aus, dass die Stadt Bitburg 2019 rund 100 000 Euro weniger einnimmt, als ursprünglich geplant. Und auch mit Blick auf kommendes Jahr kalkuliert der Fachmann mit geringeren Erträgen aus dem Wald.

Blick zurück: Im März sorgte Orkantief Eberhard auch in den knapp 900 Hektar Bitburger Forst für enorme Schäden. „Es hat rund 1500 bis 2000 Bäume umgeworfen“, sagt Koch. Und somit galt es in der Folge, rund 1200 Festmeter Schadholz zu vermarkten.

Und dabei sollte es nicht bleiben. Von der Käferplage waren vor allem die Fichten betroffen. Die befallenen Bäume wurden gefällt, aus dem Wald transportiert und ebenfalls als Schadholz vermarktet. Insgesamt mussten 2400 Festmeter Schadholz aufgearbeitet werden – 600 Festmeter mehr als 2018.

Rechnerisch ergibt das laut Koch eine Kahlfläche von rund fünf Hektar. Erschwerend kommt hinzu : Das Schadholz musste schnell aus dem Wald transportiert und zwischengelagert werden, was zu zusätzlichen Kosten führte.

Hinzu kamen dann über die lange Trockenperiode ab Juni noch Dürreschäden, die wiederum vor allem die Laubbäume trafen. „Wir hatten ab Ende Juli Laubabfall, Kronenäste starben ab, teils ganze Baumgruppen“, sagt Koch.

Das Problem hatten nicht nur die Bitburger Forstleute, sondern alle, europaweit. Was die Sache nicht einfacher macht, wie Koch erklärt: „Wegen des Überangebots an Fichte ist der Markt völlig zusammengebrochen. Die Preise, die noch erzielt werden konnten, lagen 35 Prozent unter jenen von 2017.“

Zwar sei das Laubholz wie Buche und Eiche weder vom Windwurf noch vom Insektenbefall betroffen. „Aber damit können wir die Verluste bei der Fichte nicht ausgleichen“, sagt Koch. Als eine Konsequenz aus den Einbrüchen bei der Fichte habe man im Bitburger Wald nun vor allem Laubholz aufgeforstet. Und Aufforsten verursacht zunächst Mal Kosten. „Damit werden wir auch noch in den folgenden Jahren beschäftigt sein“, erklärt Koch.

Auch mit Blick auf 2020 fällt die Prognose von Koch eher verhalten aus: „Wir gehen davon aus, dass sich die Käfer weiter vermehren. Das könnte insbesondere zum Problem werden, wenn der Winter eher mild und nass bleiben sollte.“

Alles in allem bedeutet das für die Stadt Bitburg, dass sie ab kommendem Jahr mit ihrem Forst nicht mehr wie bisher rund 100 000 Euro im Jahr einnimmt, sondern Verluste macht. Die Pflege des Waldes kostet mehr, als die Vermarktung des Holzes in die Kasse spült. Für die Stadt ein Novum.

Lediglich die Tatsache, dass die Stadt 2020 Einnahmen wegen Ausgleichsmaßnahmen für den Zweckverband Flugplatz Bitburg in Höhe von 94 000 Euro verbuchen kann, führt dazu, dass unter dem Strich – zumindest für 2020 – noch ein Plus von mageren 42 000 Euro steht. Nichts im Vergleich zu dem, was die Stadt Bitburg einst gewöhnt war.

Einstimmig hat der Stadtrat die Forstwirtschaftspläne für 2020 beschlossen.