Schwerlastverkehr: Erneute Prüfung

Schwerlastverkehr: Erneute Prüfung

Die Verkehrsschau mit Behördenvertretern an der Landesstraße 16 bei Winterspelt hat noch kein konkretes Ergebnis gebracht: Insgesamt, teilt die Kreisverwaltung mit, seien dort weniger Lastwagen unterwegs als noch 2005, als die Autobahnmaut auch auf der benachbarten A 60 eingeführt wurde. Dennoch ist die Sache damit nicht ganz erledigt.

Winterspelt. Ortstermin an der Landesstraße 16: Nach den TV-Berichten zum anscheinend verstärkten LKW-Fernverkehr auf der Strecke, über den sich Bürger und Gemeindevertreter beschwert hatten, haben sich eine Reihe von Behördenmitarbeitern die Situation angesehen.
Mit dabei waren Vertreter des Eifelkreises, des Autobahnamts Montabaur, des Landesbetriebs Mobilität (Trier und Gerolstein), der Autobahnmeisterei Prüm, der Polizei-Inspektionen Bitburg und Prüm, der Autobahn-Inspektion Schweich, des ADAC Koblenz, der Verbandsgemeinde Prüm und der Ortsgemeinde Winterspelt.
Gerade aus Winterspelt war Kritik laut geworden, dass immer mehr LKW auf der Straße unterwegs seien, um die Autobahnmaut zu umgehen. Nach Mitteilung der Kreisverwaltung stellen sich nun die Zahlen etwas weniger dramatisch dar: "Seit dem 1. Januar 2005 wird die Autobahnmaut erhoben", schreibt Pressesprecher Ansgar Dondelinger.
"Mehrbelastung nicht bestätigt"


Laut LBM Gerolstein sei aber der Schwerlastverkehr auf der L 16 am Messpunkt zwischen Winterspelt und Eigelscheid, wie am Dienstag berichtet, seither zurückgegangen: von 95 LKW am Tag auf zuletzt 55, gezählt im Jahr 2015. Ähnlich sehe es bei Habscheid aus: Dort waren - gemäß der jüngsten Messung aus dem Jahr 2013 - 58 Laster unterwegs, 2005 waren es im Schnitt 130 am Tag.
"Diese Zahlen", heißt es in der Mitteilung weiter, "belegen, dass die angeblichen Mehrbelastungen aktuell nicht bestätigt werden können."
Bei einer Gesamtbelastung der A 60 mit täglich 1292 LKW (gemessen 2010) im Bereich Steinebrück sei "auch kein erhebliches Ausweichen des Schwerverkehrs auf die L 16 zu erkennen". Außerdem müsse man berücksichtigen, dass dort eben auch Anlieger unterwegs seien oder Fahrzeuge, die aus den Orten oder dorthin unterwegs seien ("Ziel- und Quellverkehr").
Erwähnenswert sei außerdem, dass die landesweite durchschnittliche Gesamtverkehrsbelastung (PKW und LKW) für Landesstraßen (2010) 2578 Fahrzeuge aufgewiesen habe. Auf der L 16 habe diese aber 2015 "lediglich 916 Fahrzeuge" betragen.
Und für die Polizei sei auch das Unfallgeschehen "absolut unauffällig". Die Behördenvertreter und der ADAC stimmten darin überein, dass aufgrund dieser Feststellungen eine Sperrung der L 16 für den Schwerverkehr "derzeit nicht gerechtfertigt" sei.
Winterspelter lassen nicht locker


Dennoch will man die Angelegenheit damit nicht auf sich beruhen lassen:
Weil eben doch seitens der Ortsgemeinde Winterspelt moniert worden sei, dass sich in jüngster Vergangenheit angeblich Veränderungen im Verkehrsverhalten ergeben hätten, "wurde einvernehmlich eine erneute Verkehrszählung für den Bereich der L 16 beschlossen". Nach Auskunft des zuständigen LBM Gerolstein soll diese bis spätestens Ende Oktober vorgenommen werden.
Sobald das Ergebnis vorliege, werde man, falls nötig, über mögliche Schritte entscheiden. Die Vertreter der Ortsgemeinde Winterspelt, heißt es, "zeigten sich mit dem Ergebnis des Gespräches zufrieden". fpl

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