Schwitzen mit kirchlichem Segen

Schwitzen mit kirchlichem Segen

PRÜM. Die neue Wellness- und Sauna-Landschaft im Prümer Kurcenterbad ist am Freitag offiziell eröffnet worden. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Aloysius Söhngen (CDU) sieht mit dem Projekt auch weit reichende touristische Aspekte erfüllt.

Jetzt können die Prümer wieder offiziell schwitzen. Nach gründlichem Umbau und erfolgreicher Testphase ist die Kurpark-Sauna am Freitag nicht nur feierlich eröffnet worden; sie hat auch den kirchlichen Segen erhalten, so dass dem Eifeler Wellness-Vergnügen nichts mehr im Wege stehen dürfte. "Wer die Sauna vorher benutzt hat, wird sie nicht mehr wiedererkennen", schwärmte Aloysius Söhngen in seiner Eigenschaft als Vorsteher des Kurcenter-Zweckverbands. Die neue Anlage sei zwar nicht groß, dafür aber "fein und hübsch". Insgesamt 500 000 Euro blätterten die Verbandsgemeinde (VG) und der Kreis hin, um sich eine zeitgemäße Sauna aus dem Haushalt zu schwitzen. Während die VG zu fünf Neunteln am Zweckverband beteiligt ist, trägt der Kreis Bitburg-Prüm vier Neuntel.Gewinn für Stadt und Prümer Land

Aloysius Söhngen erinnerte während der Wiedereröffnung an das Entstehen des Kurcenters im Jahr 1970. Damals brachte man neben dem Hallenbad eine Sauna, eine Massage-Praxis, zwei Arztpraxen, einen Friseur-Salon und ein Café unter. Nach einer gründlichen Sanierung des Hallenbads in den Jahren 1988/89 machte das Schwitzen in der alten Sauna keinen rechten Spaß mehr, so dass man sich vor zwei Jahren dazu entschloss, sich auch in dieser Richtung warme Gedanken zu machen. Laut Verbandsvorsteher Söhngen bedeutet die Sauna-Sanierung eine deutliche Aufwertung für das Prümer Kurcenter, das ja schließlich auch zur Aufrechterhaltung des Fremdenverkehrs diene. Söhngen: "Dies ist ein Gewinn für die Stadt und das Prümer Land". Den launigen Teil der Veranstaltung eröffnete der evangelische Pfarrer Friedebert Seibt. Er sprach von Paulus und vom alten Rom, von römischen Dampfbädern, legaler Tempel-Prostitution und davon, dass alle Menschen gleich seien. "Zur Freiheit hat uns Christus befreit", warb der Theologe für den Prümer Bade-Tempel und betonte: "Auch Paulus würde sagen, lasst Christus in die Sauna." Und auch Prüms katholischer Seelsorger Robert Lürtzener gab sich in Sachen Sauna keine Blöße, indem er ein bekanntes Bibelwort zum Besten gab: "Herr, alles was du geschaffen hast, ist gut." Das sieht auch Landrat Roger Graef so. In Prüm gebe es nun einen "Bade-Tempel, der keine Konkurrenz scheuen muss", lobte er die neue Sauna, die ein "echtes Schatzkästlein" geworden sei.Prümer Stadträte "gefügig" machen

Mit Blick auf den Tourismus im Prümer Land betonte Graef: Der Gast erwartet nicht nur eine schöne Landschaft, sondern auch die entsprechende Infrastruktur, und dazu gehört der Wellness-Bereich." Die gute Stimmung schien sich auch auf Prüms Bürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU) übertragen zu haben. Sie berichtete, dass es sogar Bitburger gebe, die es nach Prüm in die Sauna zöge. Gleichzeitig schlug sie vor, dass auch der Stadtrat die eine oder andere schwierige Sitzung dort abhalten könne. Der Grund: "Manchmal hätten wir die Leute gerne schneller gefügig gemacht." Und nachdem die Bürgermeisterin sich noch schnell dahin gehend outete, auch einmal mit Roger Graef einen Sauna-Gang machen zu wollen, rief Prüms frühere SPD-Chefin Barbara Hiltawski: "Mein Wunsch wäre Aloys Söhngen." Wie auch immer die Karten diesbezüglich gemischt werden mögen, Planer Rudolf Ludgen von der Spangdahlemer Vitadom GmbH erläuterte zum Abschluss das Projekt und lobte den reibungslosen Ablauf. Auf 300 Quadratmetern stehen neben einer Finnischen Sauna (90 Grad Celsis) und einer Bio-Sauna (70 Grad) ein Dampfbad, ein Tauchbecken, eine Eisgrotte, zwei Behandlungsräume (in einem davon soll eine Kosmetikerin Hand anlegen), ein Solarium, neue Toiletten, Ruheräume, ein Empfang sowie ein Bistro zur Verfügung. Das in der Tat ansprechende Ambiente bezeichnete der Experte als "eifel-mediterran". Der Jahreszeit entsprechend fürwahr eine gelungene Symbiose.

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