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Seid entschlossen, Genossen: Malu macht den Eifelern Mut

Seid entschlossen, Genossen: Malu macht den Eifelern Mut

Die Ministerpräsidentin feuert in der Abteistadt den Eifeler SPD-Bundestags-Kandidaten Jan Pauls an - und hat noch ein paar Dinge zu sagen.

Prüm Mistwetter - jedenfalls kurz vor dem Eifeler SPD-Sommerfest am Samstagmorgen in der Abteistadt. Regen, Wolken, Wind. Vor zwei Wochen, als die Kollegen von der CDU ebenfalls am Prümer-Sommer-Platz ihren "offenen Parteitag" abhielten (der TV berichtete), war das noch deutlich besser.
"Dafür haben wir das bessere Programm", sagt Markus Fischbach von der Prümer SPD. Und sie haben die Landes-Chefin: Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Und siehe: Kurz darauf kann er sich darüber freuen, dass Barbara Spoo und Claudia Obser, die vorneweg das Musikprogramm bestreiten, in perfekter stimmlicher Harmonie "die Wolken weggesungen" haben.
Für Jan Pauls, den die Genossen im Wahlkreis Bitburg-Prüm bekanntlich per Anzeige als Kandidaten für den Bundestag gesucht und gefunden haben, ist die Parteifete in Prüm "der Höhepunkt meines Wahlkampfs hier in der Eifel" und des gemeinsamen Einsatzes für die Demokratie, die in letzter Zeit "ein Stück weit unter Druck geraten ist".
Das sind aber auch die Sozialdemokraten, und zwar mehr als nur "ein Stück weit": Derzeit krauchen sie bundesweit bei rund 23 Prozent der Wählerzustimmung. Nein, sagt Malu Dreyer, "die Umfragen sind nicht so, dass man euphorisch wird".
Auch wenn sie das überhaupt nicht verstehe: Bei jedem Auftritt mit Kanzlerkandidat Martin Schulz erlebe sie große Begeisterung und im Anschluss jede Menge Parteieintritte.
Und die Eifel verdiene es, einen wie Jan Pauls in Berlin zu haben - und eine zweite Stimme für die Region, neben CDU-Mann Patrick Schnieder, der ja auf sicherem Listenplatz ohnehin wieder ins Parlament gelangen werde. Deshalb, auch wenn die Eifeler "nicht gerade berühmt dafür" seien, dass sie SPD wählen, wirbt sie um die Erststimme für den 32-jährigen Pauls.
Der ja zudem, wie er selbst sagt, auch aus der Region stammt, nämlich aus dem "Heckenland" rund um Monschau. Entsprechend robust will er sich in Berlin auch geben und Haltung bewahren: Anders als sein Gegenkandidat, der jüngst bei der Diskussion in Wittlich ihm gegenüber zugegeben habe, dass er zwar gegen die PKW-Maut sei. Und dann doch aus Parteiräson dafür gestimmt habe. Dabei sei man doch "hier in der Grenzregion darauf angewiesen, dass die Menschen aus Luxemburg, aus Belgien, zu uns kommen".
Sein Gegenkandidat gebe sich als "starke Stimme in Berlin", davon sei aber nichts zu spüren, wenn man auf den Ausbau der A 1 schaue. Oder die fortgesetzte Nicht-Vierspurigkeit der A 60. Dabei sitze Schnieder doch im Verkehrsausschuss.
Weiteres Thema: die Bildung. Die soll, sagt Malu Dreyer, von der Kita bis zur Uni bundesweit gebührenfrei sein. Und den Eltern die Wahl lassen, ob sie ein behindertes Kind auf eine Förder- oder Regelschule schicken. Und die Rente: mit 70? "Nicht mit uns." So habe es auch Schulz im Fernsehduell gesagt - und die Kanzlerin erst danach ebenfalls versprochen. Nur eine Woche später habe Finanzminister Wolfgang Schäuble dieses Merkel-Versprechen bereits wieder relativiert.
Dreyers Devise: kämpfen. "Es gibt viele unentschiedene Wähler." Die müsse man mit dem Programm für mehr Gerechtigkeit - auch beim Thema Steuern - gewinnen. Was Schwarz und Gelb planten, entlaste nur die höheren Einkommen. "Es wird nicht gut aussehen, wenn die SPD nicht in der Regierung ist." Und dann sagt sie es noch einmal: "Es lohnt sich, den Jan zu wählen." Finden, in Prüm, die Besucher auch. Und der Jan sowieso.