Seilbrücke über Neuerburg wird zur Hängepartie

Tourismus : Seilbrücke über Neuerburg wird zur Hängepartie

Nach derzeitigem Stand wird es nichts mit dem umstrittenen Projekt über dem Enzstädtchen. Die Stadt kann sich die Machbarkeitsstudie nicht leisten.

Bald ein halbes Jahr ist es her, dass Volker Krump, Pächter der Jugendburg Neuerburg, und Jens Letzel, Architekt, den Bürgern ihre Idee einer Hängeseilbrücke über Neuerburg vorgestellt haben. Es gab Zustimmung, aber auch Kritik, vor allem von Bürgern, deren Häuser sich bei einer Realisierung des Projekts unterhalb der Brücke befunden hätten.

Doch wie weit ist die Idee seitdem gediehen? „Wir sind keinen Schritt weiter“, sagt Lothar Fallis, Bürgermeister von Neuerburg. Nach wie vor hält er das Vorhaben für interessant. Jedoch: „Wir können uns die Machbarkeitsstudie nicht leisten.“ Die würde rund 60 000 Euro kosten - zu teuer für die verschuldete Stadt.

Laut Volker Krump hätte sich bei ihm ein Investor gemeldet. Der möchte allerdings, dass die Stadt alles, bis hin zur Genehmigung, vorbereitet. Der Investor würde nicht in einen Ort investieren, wenn die Stimmung sich gegen das Projekt richte, sagt Krump. Die Stadt müsse ihren guten Willen zeigen. Krump ärgert sich darüber, dass alle guten Ideen boykottiert würden. So ganz begraben möchte er die Idee noch nicht, sondern noch die Wahlen abwarten.

Vor allem die SPD-Fraktion möchte keine Brücke über bewohntem Gebiet. „Das möchte ich keinem Hausbesitzer zumuten. Über unbewohntem Gebiet wäre das eine andere Sache“, sagt Günter Scheiding, SPD-Fraktionssprecher. Auch der Erfolg, der da in der Bürgerversammlung propagiert wurde, sei bei weitem nicht sicher, sagt er. Das habe er bei einer Fahrt des Stadtrats zur Hängeseilbrücke in Mörsdorf im Hunsrück vom dortigen Bürgermeister erfahren.

Laut Lothar Fallis plant die luxemburgische Gemeinde Vianden, etwa 18 Kilometer von Neuerburg entfernt, ebenfalls eine Hängeseilbrücke. „Und die sind mit ihren Planungen schon weit fortgeschritten“, sagt er. Eine Brücke in unmittelbarer Nähe könnte die Attraktivität einer weiteren schmälern.

Das sieht Volker Krump anders: „Man könnte einen Zwei-Brücken-Wanderweg zwischen Vianden und Neuerburg ausweisen und zwei Tagestouren daraus anbieten – mit Übernachtung.“

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