Seit 100 Tagen an der Spitze der Polizei
Ein Wohnhausbrand im Bitburger Stadtteil Mötsch, ein Todesfall an der Landstraße bei Sinspelt und der Besuch des Bundespräsidenten in der Eifel: Das sind die drei herausragenden Ereignisse für Dietmar Braun, der seit 100 Tagen die Bitburger Inspektion leitet.
Bitburg. (scho) Rund 3000 Straftaten und rund 2400 Verkehrsunfälle verbucht die Polizei Inspektion Bitburg durchschnittlich in einem Jahr. Das macht rein rechnerisch acht Straftaten und fast sieben Unfälle pro Tag. Die Bitburger Inspektion ist zuständig für die Sicherheit von rund 70 000 Einwohnern der Stadt Bitburg sowie in den Verbandsgemeinden Bitburg-Land, Speicher, Neuerburg, Irrel und Kyllburg. Im Dezember hat der 47-jährige Dietmar Braun die Leitung von Vorgänger Friedel Jaeger übernommen. Mit ihm sprach TV-Redakteurin Dagmar Schommer.
Seit 100 Tagen leiten Sie die Bitburger Polizeiinspektion. Haben Sie sich gut eingelebt?
Dietmar Braun: Ja. Was mich besonders freut, ist, dass ich hier so motivierte und engagierte Kollegen habe. Auch die Zusammenarbeit mit den Luxemburger Kollegen ist sehr gut. Wir sind ja nicht nur die flächenmäßig größte Inspektion in Rheinland-Pfalz, sondern haben auch gut 60 Kilometer gemeinsame Grenze mit Luxemburg.
Wie würden Sie in wenigen Worten Ihren Führungsstil beschreiben?
Dietmar Braun: Mir sind Offenheit und Transparenz sowie ein kollegialer Umgang miteinander wichtig. Kritik muss sachlich und fair bleiben, so dass der Betreffende dadurch lernen kann.
Was sind für Sie besondere Ereignisse, seit Sie in Bitburg sind?
Dietmar Braun: Der tote Mann, der an der L 4 bei Sinspelt gefunden wurde. Da war ja zunächst nicht klar, wer das ist und wie er zu Tode kam. Inzwischen ist das ja aufgeklärt. Dann der Großeinsatz wegen des Wohnhausbrandes in Bitburg-Mötsch. Das war schon allein wegen der Vielzahl der Verletzten nicht alltäglich. Und natürlich der Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler. So was erlebt man nicht alle Tage. Da war unsere Dienststelle ja auch in diverse Schutzmaßnahmen involviert.
Warum sind Sie gerne Polizist?
Dietmar Braun: Mir macht an dem Beruf am meisten der Umgang mit Menschen Spaß und dass man Menschen helfen kann. Es ist kein Beruf wie jeder andere. Er bietet viele Facetten, man ist viel unterwegs und trifft auf die verschiedensten Menschen.
Welche Erlebnisse aus Ihrer mehr als 30-jährigen Dienstzeit werden Sie nicht vergessen?
Dietmar Braun: Die Aufnahme meines ersten tödlichen Unfalls. Ein Motorradfahrer hatte einen Fußgänger umgefahren. An das beklemmende Gefühl am Unfallort kann ich mich auch nach mehr als 20 Jahren noch gut erinnern. Solche Einsätze, auch wenn Kinder zu Schaden kommen, sind immer einschneidend. Das wird nie Routine. Aber man lernt mit der Zeit, so was besser zu verarbeiten. Für mich persönlich war auch die Vorbereitung des Rheinland-Pfalz-Tages 2002 in Zweibrücken wichtig. Das war meine Aufgabe, und es ist schön zu sehen, wenn dann alles funktioniert.
Mögen Sie eigentlich Polizei-Serien im Fernsehen?
Dietmar Braun: "Tatort" sehe ich ganz gerne. "Alarm für Cobra 11" weniger. Das ist mir zu unrealistisch, wenn die Wagen durch die Luft fliegen. EXTRA Zur Person: Dietmar Braun ist 47 Jahre alt, verheiratet mit Frau Bärbel, mit der er drei Töchter im Alter zwischen 18 und 26 Jahren hat. Die Familie lebt in Wittlich-Wengerohr. 1978 trat Braun in Enkenbach-Alsenborn in den Polizeidienst ein. Nach Stationen in Cochem und Daun bildete er sich während seiner Zeit in Wittlich (1985 bis 2001) zum Polizeikommissar fort und begann anschließend seine Ausbildung für den höheren Dienst. 2004 arbeitete er als Polizeirat für das Lagezentrum des Mainzer Innenministeriums. Von 2005 bis zu seinem Wechsel nach Bitburg war er stellvertretender Leiter der Verkehrsdirektion in Koblenz. (scho)