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Seit 25 Jahren gehört Kalimba zum guten Ton

Musik : Seit 25 Jahren gehört Kalimba zum guten Ton

Die Musikschule auf der Prümer Tafel feiert Jubiläum. Im Laufe eines Vierteljahrhunderts haben Petra Theis und Reiner Klein unzähligen Menschen den Weg zur Musik geebnet.

Zurzeit seien es rund 160 Schüler, die sie unterrichten, sagen die Musiklehrer. „Wie viele es in den vergangenen 25 Jahren insgesamt waren, haben wir nicht gezählt, da müssten wir unsere Unterlagen durchgehen.“ Die Gründung ihrer eigenen Musikschule entstand aus dem Wunsch, hauptberuflich zu unterrichten. „Wir waren beide an der Musikschule Bitburg-Prüm beschäftigt - allerdings nur nebenberuflich“, erzählen Petra Theis und Reiner Klein. Da es für Musiklehrer im Hauptberuf damals keine freien Planstellen gab, hätten sie den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. „Übrigens mit großer Rückendeckung durch Helmut Klinkhammer, dem damaligen Chef des Instituts“, sagt Klein. „Er sah in uns keine Konkurrenz, sondern eine Erweiterung des Angebots.“

Die gute Zusammenarbeit der beiden Musikschulen sei bis heute eine Selbstverständlichkeit: „Wir veranstalten beispielsweise gemeinsame Workshops, und wenn es mal vorkommt, dass unsere Kapazitäten nicht ausreichen, empfehlen wir den Unterricht an der Kreismusikschule. Das funktioniert auch andersherum.“

Einen Grund für die große Anzahl von Interessenten für musikalische Ausbildung sehen Theis und Klein in der Dichte gut aufgestellter Musikvereine. „Die Eifel hat da einiges zu bieten, wir können uns über mangelnde Arbeit nicht beklagen.“

Während Petra Theis, die Musik im Lehramt studiert hat, Klavier- und Gesangsunterricht gibt, widmet sich Reiner Klein denjenigen Schülern, die Schlagzeug, Percussion oder Gitarre lernen wollen. „Ich bin als Quereinsteiger zur Musik gekommen, habe mich aber in Seminaren und Fortbildungen weiter ausbilden lassen sagt Klein. Für beide hat die Musik auch eine hohe soziale Komponente, die weit über reinen Unterricht hinausreicht. So engagieren sich Theis und Klein in der Flüchtlingshilfe und stellen dafür Instrumente zu Verfügung, veranstalten Trommelkurse für Menschen mit Behinderung und sind in der musikalischen Früherziehung aktiv. Einmal in der Woche packt Reiner Klein seine Gitarre ein und macht sich auf den Weg zur Palliativstation des Prümer Krankenhauses. „Dort spiele und singe ich einige Lieder.“

Beide haben, wie das bei Musikern nun mal so ist, selbstverständlich auch eigene Projekte: Petra Theis coacht  deutschlandweit Chöre und führt mit den Kalimba-Singers Musicals auf, wie etwa das Werk über den österreichischen Maler Gustav Klimt, das 2018 in der Kapelle des Prümer Konvikts über die Bühne ging. Reiner Klein und seine Band „Schmitz Backes & Co“ sind auch außerhalb der Region bestens bekannt.

„Und damit wir auch alles stemmen können, hat die Musikschule Kalimba zwei weitere Mitarbeiter: Marine Welling (Klavierunterricht) und Nadja Lux-Kohnen für die musikalische Früherziehung“, fügen Theis und Klein hinzu. Ob sich sich vor 25 Jahren hätten vorstellen können, dass ihre Musikschule so gedeiht? „Wir haben viel Glück gehabt und dank der guten Mundpropaganda immer ausreichend Schüler“, sagen beide. „Wir betrachten es als ein großes Privileg, vor allem junge Menschen ein Stück auf ihrem Lebensweg zu begleiten und vielleicht sogar ein wenig zu prägen.“